Eimeldingen Musikalische Reise in die 20er-Jahre

Eimeldingen -  Mit der Organisation von Online-Proben und Online-Treffen zeigte der Eimeldinger Frauenchor in den vergangenen Monaten immer wieder, wie sich ein Verein mit der Corona-Situation arrangieren kann und muss. Nun haben die Sängerinnen um Dirigent Tomi Kaufmann ihre Kreativität erneut unter Beweis gestellt: Am Dienstag erschien mit dem „Kriminaltango“ das erste Musikvideo des Frauenchors.

Es ist eine Welt voll schillerndem Glanz, aber auch gefährlicher Leidenschaft, in welcher der Tango einst in den Bars und Lokalen von Buenos Aires entstand. Nicht weniger atmosphärisch ist das Umfeld, in das die Sängerinnen des Eimeldinger Frauenchors die Zuschauer in ihrem ersten Musikvideo mitnehmen, das heute auf Youtube, Facebook und Insta­gram erscheint.

Nicht nur die Musik – der „Kriminaltango“ – bildet das Vehikel dieser digitalen Zeitreise, auch die Kostüme, die die Sängerinnen im Video tragen, führen geradewegs in die 1920er- und 30er-Jahre, in die Zeit des „kleinen Schwarzen“, der Federboa, der Schiebermützen, Zigarren und Fedoras. Zudem kommt das Video ganz stilecht natürlich auch in schwarz-weiß daher. Die passende Kulisse fanden die Sängerinnen im ehemaligen Eimeldinger Bierkeller. Zufällig sei eine der Sängerinnen im Frauenchor die Besitzerin des Gebäudes.

„Wir brauchten einfach ein Ziel“, sagt Susanne Eichin, Vorsitzende des Eimeldinger Frauenchors. Denn obwohl zwar die Online-Proben weiterhin möglich sind, sei an ein Konzert, auf das man hinarbeiten könnte, aufgrund der Pandemie nicht zu denken. Über Weihnachten sei dann erstmals die Idee aufgekommen, ein Musikvideo zu produzieren. Bei Dirigent Tomi Kaufmann rannte man mit der Idee offene Türen ein, berichtet die Vorsitzende.

Dirigent Kaufmann bringt Sachverstand ein

Kaufmann habe daher nicht nur seine Kontakte zu befreundeten Ton- und Video-Experten genutzt, sondern vor allem auch seinen eigenen Sachverstand eingebracht. So spielte und sang er die einzelnen Parts in den unterschiedlichen Stimmlagen ein und schickte die Aufnahmen den Sängerinnen zu. Diese konnten den „Kriminaltango“ dann auf dieser Grundlage einstudieren.

Auch die eigentliche Aufnahme mit den Sängerinnen leitete Kaufmann. Dazu traf sich der Dirigent mit jeder der Sängerinnen einzeln im Vereinsraum der Eimeldinger Reblandhalle. Aus den insgesamt etwa 20 Tonspuren mischte er dann das fertige Lied.

Beim Dreh des Videos wurde ähnlich verfahren. „Wir hatten dazu unheimlich viele Ideen“, beschreibt Eichin, wie man visuell die Atmosphäre der Tango-Kriminal-Geschichte der wilden 20er-Jahre umsetzte. Die Sängerinnen kramten in den heimischen Schränken nach Kleidungsstücken, die als Kostüme infrage kommen könnten. Auf diese Weise schlüpften die insgesamt etwa 20 Sängerinnen, die sich am Projekt beteiligten, in ganz unterschiedliche Rollen. Ähnlich wie bei den Tonaufnahmen traten die Sängerinnen einzeln vor die Kamera.

Nach zwei Tagen war alles im Kasten und es ging ans Schneiden des Videomaterials. „Das war eine Heidenarbeit“, für die sich der Frauenchor professionelle Hilfe holte von Benjamin Heckmann, berichtet Eichin. Das habe den Verein zwar einiges gekostet, „aber das war es uns wert“.

Großer Schritt ins Online-Zeitalter

Für den Eimeldinger Frauenchor bedeutet das nun produzierte Video auch einen großen Schritt in Richtung Online-Zeitalter. Denn es wurden ein Facebook-, ein Youtube- sowie ein Insta­gram-Konto eingerichtet, was gerade auch in Corona-Zeiten entscheidend sei, um öffentlich präsent zu bleiben, so die Vorsitzende. Zudem verrät sie: Das nun abgeschlossene Video-Projekt wird keine Eintagsfliege. Es habe so viel Spaß gemacht, dass zumindest ein weiterer Video-Dreh auf jeden Fall folgen wird.

Weitere Informationen: Das Video des Eimeldinger Frauenchors ist ab heute Abend auf Facebook, Instagram und auf Youtube   abrufbar.

Über einen Kommentar auf ihrer Facebook-Seite wurden die Eimeldinger Sängerinnen auf einen Chorwettbewerb von radiomkw.fm aufmerksam gemacht. Kurzhand entschied man sich beim Frauenchor daraufhin, den „Kriminaltango“ einzureichen. Am Sonntag, 18. April, können die Hörer dann ab 19 Uhr einen Sieger bestimmen.

Weitere Informationen und die Möglichkeit, abzustimmen, gibt es unter radiomkw.fm/Chorcontest2021.

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