Eimeldingen Trotz „Corona“ fest im Sattel

Auch im Gestüt Grenzland muss man sich auf die Corona-Krise einstellen.Foto: zVg/Achim Keller Foto: Weiler Zeitung

Während der Coronakrise steht das Dreiländereck vor besonderen Herausforderungen. Denn die Grenzschließung hat sich auf viele Einrichtungen ausgewirkt, in denen Schweizer und Deutsche tagtäglich zusammenkommen. Das ist auch im Gestüt Grenzland bei Eimeldingen der Fall, im dem neben der Zucht und Aufzucht der Pferde auch der Sport eine besondere Rolle spielt.

Von Ingmar Lorenz

Eimeldingen. Dort wurde die Corona-Krise am 15. März zum ersten Mal deutlich spürbar. Denn an diesem Tag, so erinnert sich Carmen Vogt, Tierärztin und Besitzerin des Gestüts, habe eigentlich ein Turnier in der Schweiz auf dem Programm gestanden, das jedoch in Folge der Coronakrise abgesagt werden musste. „Kurz darauf wurde dann auch die Grenze geschlossen“, erinnert sie sich. Im Gestüt begann man daraufhin, sich so gut es ging mit der neuen Situation zu arrangieren. Denn wie die anderen Gestüte in der Regio auch war man nun mit dem Umstand konfrontiert, dass die Schweizer Pferdebesitzer nicht mehr zu ihren Tieren konnten. „Das war schon heftig“, erinnert sich Vogt.

Vereinzelt habe das auch für die Mitarbeiter des Gestüts Grenzland einen Mehraufwand bedeutet, denn sie sprangen hinsichtlich der Versorgung der Tiere in die Bresche. Allerdings, so betont Vogt, waren nur zwei Pferdebesitzer im Gestüt Grenzland von dieser Problematik ganz direkt betroffen. Dementsprechend habe man sich untereinander absprechen und schnell eine zufriedenstellende Lösung finden können.

Anzahl der Besucher streng geregelt

Aber auch innerhalb des Betriebs, der quasi von einem Tag auf den anderen „komplett zugemacht“ werden musste, wirkte sich Corona aus, erläutert Vogt. Denn normalerweise komme es häufig vor, dass neben den Angestellten und Besitzern etwa auch Spaziergänger am Gestüt Halt machen, um die Pferde zu streicheln oder die Fohlen zu beobachten. Das war nun nicht länger möglich. Denn die Anzahl der Leute, die sich gleichzeitig im Gestüt aufhalten durften, wurde stark reduziert. „Für die Besitzer wurde eine Doodle-Liste eingerichtet“, beschreibt Vogt eine der Vorsichtsmaßnahmen, die aufgrund der Corona-Krise nötig wurden. Höchstens drei Pferdebesitzer durften sich fortan gleichzeitig auf dem Hof aufhalten. „Zusammen mit dem Personal waren es somit nie mehr als acht Leute auf einmal“, erklärt die Besitzerin. Zum Vergleich: An einem belebten Wochenende kann es schon mal vorkommen, dass 20 bis 25 Leute zur selben Zeit auf dem Hof sind.

Auch mussten die Besuche der Pferdebesitzer auf das Wesentliche beschränkt werden. „Kommen, reiten und das Pferd versorgen“, fasst Vogt das Vorgehen zusammen. Auf ein längeres Verweilen oder ein Schwätzchen müsse dagegen verzichtet werden. Allerdings, so betont die Besitzerin des Gestüts, habe die Organisation diesbezüglich bislang sehr gut geklappt. Man sei froh, dass die Versorgung der insgesamt rund 100 Pferde auf der Weide und in den Boxen auch in Corona-Zeiten funktioniere.

Freude, dass Turniere wieder möglich sind

Indes hat die Corona-Krise und die damit verbundene Grenzschließung für das Gestüt Grenzland auch finanzielle Einbußen mit sich gebracht. Das hängt nicht unwesentlich mit der Besamungsstation zusammen und damit, dass man auf diesem Gebiet einen Anteil von Schweizer Kunden habe, der bei etwa 50 Prozent liege. Erst die erneute Grenzöffnung habe diesbezüglich zu einer Entspannung der wirtschaftlichen Lage beigetragen. Neben der erneuten Grenzöffnung ist es ein weiterer Lichtblick, dass die Turniere inzwischen wieder losgegangen sind. Denn auf dem Gestüt Grenzland gibt es auch mehrere Sponsoren-Pferde. Diese Pferde befinden sich – wie der Name schon sagt – im Besitz von Sponsoren, die für die Unterbringung und fachmännische Versorgung der Tiere auf dem Gestüt Grenzland bezahlen. Die Pferde werden den Sportlern dann wiederum bei Turnieren zur Verfügung gestellt, wobei die Sponsoren an den Preisgeldern beteiligt werden. Dieses System funktioniert aber selbstverständlich nur dann, wenn die Turniere auch stattfinden können.

Gerade für Vereine gestaltet sich indes die Ausrichtung der Wettkämpfe noch schwierig. Denn dadurch, dass die Anzahl der Besucher begrenzt ist, sind auch die Einnahmen weitaus geringer. „Die diesjährige Saison ist so gut wie vorbei“, erklärt Vogt. Die Blicke richten sich im Gestüt Grenzland daher bereits ins nächste Jahr. Allerdings steht man diesbezüglich vor derselben Herausforderung wie Betriebe, Gastronomen, Vereine, Kultureinrichtungen – kurzum wie fast alle gesellschaftlichen Institutionen: Noch weiß keiner, wie sich die Situation entwickeln wird.

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