Eimeldingen Weichen für die Zukunft stellen

In Eimeldingen muss mit der Einrichtung einer weiteren Kindergartengruppe auf den in Zukunft steigenden Bedarf reagiert werdenFoto: sba Foto: Weiler Zeitung

Die Kindergärten in Eimeldingen sind fast vollständig ausgelastet. Gleichzeitig entsteht in der Gemeinde in den kommenden Jahren neuer Wohnraum, weshalb der Bedarf weiter steigen wird. Durch die Einrichtung einer zusätzlichen Gruppe soll nun Abhilfe geschaffen werden. Das muss schnell gehen – und wird nicht billig.

Von Ingmar Lorenz

Eimeldingen. Die Kindergärten sind „voll bis zum Rand“, brachte Cornelia Flury die Situation prägnant auf den Punkt. Die Verwaltungsmitarbeiterin stellte den Bedarfsplan der Kindertageseinrichtungen in Eimeldingen in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vor. Lediglich im Schnäggehüsli gebe es noch einige Plätze, wobei der herrschende Personalmangel eine weitere Auslastung aber nur bedingt zulasse.

Kaum noch Kapazitäten

Auch der kirchliche Kindergarten Sankt Martin habe kaum noch Kapazitäten, erklärte Flury, was auch die in der Sitzung anwesende Kindergartenleiterin Andrea Kosub bestätigte.

Eine Herausforderung stelle mit Blick auf die vorhandenen Plätze der verspätete Übergang vom Kindergarten in die Schule dar. Denn ein Teil der Jüngeren rückt weiterhin in die Ü3-Betreuung auf, wo dann aber durch Kinder, die später eingeschult werden, weniger Plätze zur Verfügung stehen.

Zugleich besteht für die Eltern ein rechtlicher Anspruch für einen Betreuungsplatz für ihre Kinder. Durch die Kooperation mit Tagespflegepersonen und durch einige noch vorhandene Plätze im Schnäggehüsli könne die Situation aktuell noch bewältigt werden, klar sei aber, dass die Gemeinde mit Blick auf die Zukunft handeln muss. Denn in die geplanten Wohngebiete „An der Kander“, „Malzholzweg“ und „Neue Ortsmitte“ werden auch junge Familien ziehen, die entweder schon kleine Kinder haben, oder bei denen der Nachwuchs nicht lange auf sich warten lassen wird. In den neuen Baugebieten werden etwa 104 neue Wohneinheiten entstehen, legte Flury dar. Das Landratsamt empfiehlt auf statistischen Grundlagen, dass pro 100 Wohneinheiten eine neue Kindergarten- beziehungsweise Krippengruppe eingerichtet wird. Zudem wohnen bereits Paare in Eimeldingen, bei denen sich in naher Zukunft Nachwuchs einstellen könnte. Wie verlässlich die diesbezüglichen Statistiken seien, müsse sich vor dem Hintergrund der Corona-Krise und dem damit verbundenen Plus an Zeit, die viele Paare gemeinsam verbringen, aber erst noch zeigen.

Möglichkeiten prüfen

Für die Gemeinde Eimeldingen steht in jedem Fall fest, dass eine neue Gruppe zur Kinderbetreuung eingerichtet werden muss und voraussichtlich einer der beiden Kindergärten erweitert wird. Verschiedene Szenarien seien denkbar, legte Bürgermeister Oliver Friebolin dar. Diese müssten von einem Architekten geprüft werden. Wie die Erweiterung konkret aussehen wird, steht also noch nicht fest.

Klar ist allerdings bereits, dass es nicht billig wird. „Wir sprechen von über einer Million Euro“, erklärte Friebolin. Auch erklärte der Bürgermeister, dass die „Hardware“, also die tatsächliche räumliche Erweiterung, nicht alles sei. Denn der Gemeinde werden durch die Erweiterung auch zusätzliche Personalkosten entstehen.

Zudem müsse man sich beim weiteren Vorgehen beeilen, hieß es seitens der Verwaltung. Denn laut der neuesten Verwaltungsvorschrift des Bundesinvestitionsprogramms „Kinderbetreuungsfinanzierung“ können für neu geschaffene Plätze zwar unterschiedliche Fördergelder beantragt werden, allerdings müssen Anträge samt aller notwendigen Unterlagen bis zum 31. März gestellt werden. „Die Zeit drängt brutal“, fasste Flury zusammen.

Frage nach Förderung

Im Zuge der anschließenden Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass voraussichtlich auch in Zukunft weitere Förderprojekte aufgelegt werden, allerdings wies Flury darauf hin, dass man nie mit Sicherheit absehen könne, wann diese greifen.

Die Gemeinderäte beauftragten die Verwaltung schließlich einmütig, die Erweiterungsmöglichkeiten der Kindergärten zu prüfen. Man werde zeitnah das weitere Vorgehen erneut im Gemeinderat vorstellen, so der Bürgermeister abschließend.

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