FC Basel Der große Umbruch bricht an

Luca Zuffi muss den FC Basel verlassen.Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Nein, diese rotblaue Mannschaft hat keine Zukunft. Nach dem Erdrutsch auf Funktionärsebene hat beim FC Basel nun auch das große Ausmisten des aktuellen Kaders begonnen. Dass dieser Umbruch dringend notwendig ist, offenbarte dann am Freitagabend der letzte Saisonauftritt. Die „Bebbi“ blamierten sich beim FC Sion, gingen mit 0:4 unter.

Von Uli Nodler

Sion. Im Wallis offenbarte sich schonungslos, dass auch ein versierter und erfahrener Coach wir Patrick Rahmen beim aktuellen Team an seine Grenzen stößt. Während der FC Sion durch diesen klaren Heimsieg noch den Sprung auf den Relegationsplatz schaffte, fehlten Rahmen ob dieser indiskutablen Vorstellung seiner Mannschaft die Worte. Mit versteinerter Miene erlebte er am Spielfeldrand den Absturz seiner Mannschaft.

Immerhin jubelten am Ende drei ehemalige Basler beim Gegner. Sowohl Sion-Trainer Marco Walker, der jahrelang beim FCB als Assistent auf der Bank saß, als auch Geoffroy Serey Die und Musa Araz dürfen nun weiter auf den Verbleib in der Super League hoffen. Doch der FC Thun, Zweiter der Challenge League, dürfte alles andere als ein leichter Gegner sein.

Noch in der Pressekonferenz am Donnerstag sagte Rahmen, dass er und seine Spieler im Wallis nicht gewillt seien, Geschenke zu verteilen. Man wolle auf die Abstiegsgefahr des Tabellenletzten keine Rücksicht nehmen. Es blieb beim frommen Wunsch. In Sion verteilte der FCB dann großzügig vier Geschenke, lud die Walliser geradezu zum Toreschießen ein. Zum Leidwesen des FC Vaduz, der nach der 1:4-Pleite beim FC Zürich absteigen musste.

Nach 35 Minuten war im Stadion Tourbillon die Partie bereits mehr oder weniger gelaufen. Die Gastgeber führten komfortabel mit 3:0. Vom Aufschwung der letzten Wochen war im Basler Spiel nichts zu erkennen. Keine Spielfreude, kein Aufbäumen, keine Aggressivität. So beim 1:0 des FCS in der 9. Minute, als über mehrere Stationen der Ball bei Baltazar Costa landete, dessen Schuss Lindner noch abklatschen konnte. Beim Abpraller von Gaëtan Karlen war aber auch der österreichische FCB-Torhüter machtlos.

Sieben FCB-Spieler müssen gehen – zwei Akteure auf der Kippe

25 Minuten später musste Lindner wieder hinter sich greifen, weil sowohl Raoul Petretta als auch Pajtim Kasami im eigenen Strafraum derart gemächlich unterwegs waren, als weilten sie bereits in den Ferien. So entwischte ihnen Costa, der nach einer Flanke den Ball nur noch ins Tor drücken musste.

Und es wurde noch schlimmer. Direkt nach Wiederanpfiff spielte Albian Hajdari unbedrängt Karlen den Ball in die Füße, und Sion führte vorentscheidend 3:0.

Auch nach der Pause waren die „Bebbi“ ein willkommener Gast. Unbedrängt erhöhte Guillaume Hoarau nach 58 Minuten auf 4:0. Die Partie war endgültig entschieden.

Im letzten Saisonmatch kassierte der FC Basel die höchste Saisonniederlage. Es war eine, die aufgrund des gesicherten zweiten Tabellenplatzes nicht schmerzt. Es war aber auch eine, mit der es die Basler verpassten, eine Spielzeit, in der sie ganze 31 Punkte Rückstand auf Meister Young Boys Bern ansammelten, sportlich versöhnlich abzuschließen. Somit war auch klar, dass nun der personelle Umbruch kommen muss.

Und die neue Vereinsführung ließ dann auch nur einen Tag verstreichen, um weitreichende personelle Entscheidungen bekannt zu geben.

Die zum 30. Juni 2021 laufenden Verträge von Luca Zuffi, Aldo Kalulu, Jasper van der Werff, Elis Isufi und Torwart Jozef Pukaj werden nicht verlängert und zudem die Kaufoptionen bei Timm Klose, Amir Abrashi und Jorge nicht gezogen. Mit Darian Males und auch Abrashi werden in den kommenden Wochen weitere Gespräche geführt.

Nach sieben Jahren ist auch für einen verdienten Spieler wie Luca Zuffi beim FCB Schluss. Zuffi, der seine Profikarriere in seiner Heimatstadt beim FC Winterthur gestartet hatte, stieß zu Beginn der Saison 2014/2015 vom FC Thun zum FCB. In Basel reifte der Linksfuß schnell zu einem Leistungsträger und Stammspieler. Insgesamt bestritt der Mittelfeldakteur für den FCB in den vergangenen sechs Jahren wettbewerbsübergreifend 270 Spiele, schoss 36 Tore und verbuchte 70 Assists.

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie und den daraus abgeleiteten Maßnahmen war eine Verabschiedung der Spieler im gewohnten Rahmen (letztes Heimspiel der Saison) nicht möglich. Der FCB wird dies bei nächster Gelegenheit nachholen, um den Spielern wie auch den Fans die Möglichkeit zu geben, sich voneinander zu verabschieden.

Tore: 1:0 (9.) Karlen, 2:0 (34.) Baltasar, 3:0 (35.) Karlen, 4:0 (58.) Hoarau.

FC Basel: Lindner – Widmer, Cömert, Hajdari, Petretta (75. Zuffi) – Frei, Kasami (46. Abrashi) – Zhegrova (75. Pululu), Palacios (46. Sene), Males (75. Van Wolfswinkel) – Cabral.

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