FC Basel Der Klassiker ist eine klare Sache

Raoul Petretta erzielt gegen den FC Zürich zwei Tore. Der Klassiker ist diesmal eine klare Angelegenheit.Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Patrick Rahmen und sein Team haben abgeliefert: Dank des deutlichen und mehr als verdienten 4:0-Erfolgs im einseitigen Klassiker gegen den FC Zürich kann der FC Basel am letzten Spieltag der Super League nicht mehr vom zweiten Tabellenplatz verdrängt werden. Matchwinner im „Joggeli“ war der Rheinfelder Raoul Petretta, der seinen ersten Doppelpack als Profi schnürte.

Von Mirko Bähr

Basel. Der FCB nimmt in der kommenden Saison in der Qualifikationsrunde zur neu geschaffenen UEFA Conference League teil. Nach dem Sturzflug in der Tabelle unter Ciriaco Sforza ist das ein Erfolg. Ein Erfolg für Rahmen. Der hat das Team nämlich stabilisiert. Er brachte Rotblau trotz der störenden Nebengeräusche wieder auf die Bahn. Der Lohn dafür ist nun der Aufstieg vom Interimscoach zum dauerhaften FCB-Trainer. Die Vertragsgespräche werden in dieser Woche wohl zum Abschluss kommen.

Eindrücklich war die Choreo der Fans. In 30 Meter hohen Buchstaben stand über die Ränge der Sektoren B, C und D verteilt: „gmeinsam für e fcb.“ Die Botschaft galt der neuen Führungsspitze um David Degen. Der saß im „Joggeli“ und freute sich über einen klaren Sieg. Dieser wurde natürlich durch eine frühe Rote Karte eines FCZ-Kickers begünstigt. Nathan konnte nach einem Querschläger Edon Zhegrova nur noch mit einer Notbremse stoppen.

Fabian Frei nahm im Klassiker den Platz des gelb-gesperrten Timm Klose in der Innenverteidigung ein. In die Startformation rückten Amir Abrashi, Darian Males und Edon Zhegrova.

„Die frühe Rote Karte hat uns in die Karten gespielt. Es war eine abgeklärte Leistung, wir hätten aber höher gewinnen können“, resümierte Fabian Frei nach der Partie. Diese begann für die Zürcher natürlich alles andere als optimal. Nach dem Feldverweis spielte nur eine Mannschaft. Und nach gut 20 Minuten konnte der FCB erstmals Kapital aus der Überlegenheit schlagen. Zhegrova kam bis zur Grundlinie durch, passte in die Mitte auf Valentin Stocker, der den Ball auf Raoul Petretta weiterleitete. Mit einem Schlenzer ins hohe Eck markierte er das 1:0.

Die 100 ausgewählten Zuschauer sahen weiterhin Einbahnstraßenfußball. Nach einer halben Stunde erhöhte Zhegrova auf 2:0. Males hatte einen langen Ball von Pajtim Kasami kontrolliert und Zhegrova lanciert. Sein Schuss landete im Netz. Weitere Treffer hätten fallen müssen. Aber es blieb beim 2:0. Males traf beispielsweise kurz vor der Pause nur den Pfosten.

In der zweiten Hälfte änderte sich nichts am Spielgeschehen. Der FCB war meist im Vorwärtsgang, FCZ-Angriffe wurden schnellstmöglich zunichte gemacht. Allerdings war Basel nicht mehr so gefährlich wie noch vor der Pause. Nach einer guten Stunde köpfte jedoch Kasami eine Flanke von Zhegrova nach einem schnell ausgeführten Eckball zum 3:0 in die Maschen.

Petrettas Direktabnahme bedeutet das 4:0

Von da an wurde es wieder des Öfteren gefährlich vor dem FCZ-Kasten. Zuerst scheiterte Zhegrova aus spitzem Winkel, wenig später ging ein Abschluss von Arthur Cabral nur knapp am Tor vorbei. Besser machte es Petretta. Eine mustergültige Flanke von Frei brachte er per Direktabnahme eine Viertelstunde vor dem Ende im Tor unter – 4:0.

Der FCB blieb am Drücker, doch ein weiteres Tor wollte dem Gastgeber nicht gelingen. Am Ende stand ein klarer Erfolg. Der erste gegen den FCZ in dieser Saison überhaupt. Im vierten Heimspiel unter Rahmens Regie blieb Basel also ungeschlagen. Auch das Torverhältnis von 11:0 spricht eine deutliche Sprache.

Nun darf Basel endgültig mit der Qualifikationsrunde für die UEFA Conference League planen. Aufgrund des klar besseren Torverhältnisses gegenüber Servette ist dem FCB Rang zwei nur noch theoretisch zu nehmen.

„Wir wollten unbedingt gewinnen. Schön, dass es uns in dieser Höhe gelungen ist. Man muss erst einmal Tore schießen gegen zehn Mann, die nur hinten drin stehen“, befand Doppelpacker Petretta. „Wir haben viel Aufwand betrieben, viele Chancen kreiert und sehr souverän gewonnen“, so der Außenverteidiger, dem zwei Tore nicht alle Tage gelingen.

Rahmen hatte seine Jungs vor dem Spiel heiß gemacht, Videos und Bilder von vergangenen Derbys gezeigt. „Er hat uns verdeutlicht, was es heißt, als FCB gegen den FCZ zu spielen.“

Von einem hochverdienten Sieg sprach hernach auch Rahmen selbst. „Wir haben von Beginn an Druck gemacht und schnell einen Vorteil herausgeholt. Kompliment an das Team, dass es danach Fußball gespielt hat. Das eine oder andere Tor mehr hätten wir aber machen können.“

FC Basel – FC Zürich 4:0 (2:0). – Tore: 1:0 (21.) Petretta, 2:0 (30.) Zhegrova, 3:0 (63.) Kasami, 4:0 (77.) Petretta. SR: Bieri. Z.: 100.

FC Basel: Lindner; Widmer, Cömert (81. Hajdari), Frei, Petretta; Abrashi, Kasami (66. Zuffi); Zhegrova (74. van Wolfswinkel), Males (74. Pululu), Stocker (74. Palacios); Cabral.

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