FC Basel Drei Minuten zum Vergessen

Taulant Xhaka und die Basler halten am Ende nichts in den Händen. Der FCB vergibt einen 2:1-Vorsprung. Foto: Archiv/Grant Hubbs

Basel - Der FC Basel hat sich in Eindhoven doch noch die Butter vom Brot nehmen lassen. Bis zur 89. Minute sah alles nach einem, wenn auch glücklichen Sieg der Gäste aus, dann schlugen die Holländer zurück, drehten das Spiel und dürfen nach dem 3:2 (1:1) nun von der nächsten Qualifikationsrunde zur Champions League träumen.

Lange Zeit, so schien es, habe der FCB die alte Stärke wiedergefunden. Zumindest, was die Effizienz vor dem gegnerischen Kasten anbelangt. Um es kurz zu machen: Zwei Chancen, zwei Tore. Nein, besser geht es nun wirklich nicht. Die Basler träumten bis kurz vor dem Ende vom großen Coup.

Erst war es Albian Ajeti (45.+1), der, von Luca Zuffi perfekt in Szene gesetzt, sich gegen seinen Gegenspieler durchsetzte und eiskalt zum 1:1 vollendete, dann legte Innenverteidiger Omar Alderete nach einer Ecke und dank gütiger Mithilfe von PSV-Goalie Jeroen Zoet per Kopf nach – 2:1 (79.).

Alles sah nach einem überraschenden Auswärtssieg aus. Auch, als der erst wenige Minuten zuvor eingewechselte Sam Lammers von Steven Bergwijn lanciert, in der 89. Minute völlig freistehend aus kurzer Distanz per Kopf zum 2:2 traf, war die Basler Welt noch in Ordnung. Ein Remis in Eindhoven, noch dazu zwei Tore gemacht – das passte.

Als dann aber in der Nachspielzeit nach einem kurz ausgeführten Eckball Erick Gutierrez den Ball flach zur Mitte brachte, wo Donyell Malen mit der Hacke das Spielgerät im Kasten unterbrachte, wurden die Gesichter immer länger und länger.

Der FC Basel hat gegen den holländischen Vizemeister einen möglichen Sieg in den Schlussminuten leichtfertig verspielt. „Das ist eine bittere Pille, die extrem weh tut“, ließ nach dem Schlusspfiff Torschütze Ajeti wissen. Man sei müde gewesen, und es habe die Konzentration gefehlt, versuchte er den Einbruch kurz vor dem Abpfiff zu erklären.

„Wir haben in der Schlussphase den Ball nicht halten können und wurden in den eigenen Strafraum zurückgedrängt, dann kann es immer gefährlich werden“, resümierte FCB-Trainer Marcel Koller. So ganz unverdient ist der Sieg des Gastgebers vor 31 000 Zuschauern aber nicht. Während die Fans aus der Muttenzerkurve diese Partie aufgrund von personalisierten Tickets boykottierten, peitschten die PSV-Schlachtenbummler ihr Team nach vorn.

Und zu Beginn war es vor allem der Portugiese Bruma, der kürzlich erst von RB Leipzig nach Eindhoven gewechselt hatte, der die Basler Hintermannschaft immer wieder alt aussehen ließ und in Minute 14 per Abstauber die Führung erzielte. Die Gastgeber waren das dominierende Team, hatten auch nach dem FCB-Ausgleichstreffer gute Möglichkeiten. Doch Jonas Omlin, das Unvermögen der PSV-Akteure oder die Querlatte des Basler Tores verhindern vorerst einen weiteren Treffer der Holländer. Vorerst. Denn dann folgten kurz vor dem Ende drei Minuten, die den FCB Millionen kosten könnten. Eindhoven hat es nun in der eigenen Hand, die nächste Runde der CL-Qualifikation zu erreichen, wo die Österreicher von LASK Linz warten. Die Basler stehen trotz zwei Auswärtstoren vor dem Aus.

PSV Eindhoven – FC Basel 3:2 (1:1). - Tore: 1:0 (14.) Bruma, 1:1 (45.+1.) Ajeti, 1:2 (79.) Alderete, 2:2 (89.) Lammers, 3:2 (90.+3) Malen. SR: Treimanis (Lettland). Z.: 31 000.

FC Basel: Omlin; Widmer, Alderete, Cömert, Xhaka; Frei, Balanta (90. Pululu); van Wolfswinkel, Zuffi, Stocker (65. Okafor); Ajeti (88. Ademi).

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