FC Basel Ein Spitzenspiel, das eigentlich keines ist

Ciriaco SforzaFoto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Von Mirko Bähr

Basel. Nein, da beißt die Maus keinen Faden ab. Die Berner Young Boys werden in einigen Wochen wieder feiern dürfen. Zum vierten Mal in Folge werden die Gelb-Schwarzen dann Schweizer Meister sein. Und der FC Basel? Der kann dem Branchenprimus nicht das Wasser reichen. Er hinkt seinen Ansprüchen weiter meilenweit hinterher. Vielleicht reicht es ja zu Rang zwei.

Heute Abend kicken beide Mannschaften im St. Jakob-Park (20.30 Uhr) gegeneinander. Hier der Gast, der nun auch nach dem Erfolg gegen Bayer Leverkusen auf europäischer Bühne für Furore sorgt und mit fast 20 Zählern Vorsprung die Super League-Tabelle anführt, da der FCB, der seit fünf Spielen in Serie nicht mehr gewonnen hat, mit dem Rauswurf von Valentin Stocker erneut negative Schlagzeilen produziert und zuletzt mit vielen, vielen verletzten Akteuren aufwartet.

Die Rollen sind also klar verteilt. „Wir wissen natürlich, was auf uns zukommt. Die Berner agieren sehr athletisch, sind läuferisch stark und verfügen über eine Top-Qualität. Wir müssen läuferisch zulegen und unsere Zweikampfstärke verbessern. Spielerisch sind wir gut“, sagte Trainer Ciriaco Sforza gestern bei der virtuellen Pressekonferenz.

Thema, so stellte Mediensprecher Simon Walter gleich zu Beginn klar, sei das anstehende Match und keine „Stocker-PK“, auch wenn man natürlich nicht „betriebsblind“ sei. Fragen zum Thema Valentin Stocker wurden nicht beantwortet. „Bitte haben Sie Verständnis, aber...“, so lautete die Standardfloskel. Es sei ein laufender Prozess, den man nicht weiter kommentieren wolle und dürfe. Das Interesse der Medienvertreter war diesmal riesig, das Unverständnis dann auch. Wieder einmal stand niemand der Vereinsbosse Rede und Antwort. Der Trainer war es, der das Frage- und-Antwort-Spiel so gut es ging mitmachte.

Immerhin konnte man Sforza entlocken, dass er Spieler gut finde, die eine eigene Meinung vertreten und Verantwortung übernehmen. Er sei offen und diskutiere mit den Spielern, überhaupt gebe es Gespräche und Videoanalysen.

Ob es denn stimme, dass er gegen Sion in der Halbzeit und bei einer 2:0-Führung dem Team bei einem Sieg zwei trainingsfreie Tage versprochen habe? „Klar. Das sollte ein Bonus sein, ich ging davon aus, dass die Mannschaft dafür alles geben werde. Warum sollte ich bei diesem Spielstand in der Pause die Taktik ändern?“, fragte Sforza in die Runde.

Zurück zum Spiel gegen YB: Weiterhin muss der FCB auf zwölf Akteure verzichten, die allesamt verletzt sind. Es gelte, die „schwierige Situation“ zu überstehen. Deshalb müsse unbedingt Ruhe rein und der Fokus voll und ganz auf den Fußball gelegt werden.

Sforza selbst spüre das Vertrauen des Teams und der Führungsriege. „Das tut gut“, so der Übungsleiter, der unbedingt Rang zwei verteidigen und die Mannschaft weiter entwickeln wolle, damit der FCB in der kommenden Runde wieder um den Titel mitspielen könne. Was die Chancen im heutigen Spiel angehe, so glaube er schon, dass seine Jungs dazu fähig seien, gegen YB zu bestehen.

Er selbst gebe alles, damit sich seine Spieler voll und ganz auf das Geschehen auf dem grünen Rasen konzentrieren könnten. Eine negative Stimmung innerhalb der Mannschaft gebe es nicht.

Nicht einfacher wird die Aufgabe aufgrund der prekären Personalsituation: Der Rekurs gegen die drei Spiele andauernde Sperre gegen Eray Cömert wurde gestern abgewiesen, somit fehlt der Innenverteidiger heute gegen die Young Boys und am Samstag in Genf. Dafür steht Fabian Frei nach seiner Sperre, die er in St. Gallen abgesessen hat, wieder zur Verfügung.

Der Klassiker ist wieder da: Lesen Sie das ePaper bis zum Jahresende für nur 89 Euro! Gleich HIER anfordern.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Angela Merkel

Die Kanzlerfrage beschäftigt die Union. Wer wäre Ihrer Ansicht nach der bessere Kanzlerkandidat: Armin Laschet oder Markus Söder?

Ergebnis anzeigen
loading