FC Basel Emotionsgeladene Endphase

Noah Okafor erzielt die Führung in Zürich und steht nun mit dem FCB im Cup-Endspiel. Foto: Grant Hubbs

Basel - Hitzig, intensiv, diskussionswürdig – der Derby-klassiker zwischen dem FC Zürich und dem FC Basel im Halbfinale des Schweizer Pokalwettbewerbs hatte es in sich. Am Ende setzten sich die Gäste mit 3:1 (1:0) durch. Spielentscheidend war an diesem Donnerstagabend einer, der zu diesem Zeitpunkt nicht mehr hätte auf dem Rasen sein dürfen.

Basels Routinier Zdravko Kuzmanovic nämlich. Der begnadete Fußballer ist auch ein Heißsporn, eckt immer wieder an, steckt voller Emotionen und hat Glück, dass ihn Schiedsrichter Stephan Klossner zehn Minuten vor dem Ende nicht zum Duschen schickt. Er hatte Alain Nef, der sich dem Basler in den Weg stellte, mit der Hand ins Gesicht geschlagen. Statt Rot, was durchaus möglich gewesen wäre, gab es nach einer Rudelbildung, bei der sich sogar FCB-Sportdirektor Marco Streller zum Schlichten einmischte, nur Gelb. Kuzmanovic durfte also weiterspielen.

Und als Sahnhäubchen markierte er mit einem überlegten Schuss ins lange Eck in Minute 87 die Entscheidung – 2:0. Zwar schraubte Albian Ajeti das Ergebnis in die Höhe und betrieb FCZ-Angreifer Stephen Odey noch Ergebniskosmetik, das hatte aber nur statistischen Wert.

FCB-Trainer Marcel Koller beorderte für dieses Schlüsselspiel mit Carlos Zambrano und Aldo Kalulu zwei Akteure in die Startelf, die er in den vergangenen Wochen kaum berücksichtigte. Und Kalulu war nach 4 Minuten auch gleich an der frühen Basler Führung beteiligt. Die erzielte Noah Okafor aus 16 Metern mit einem präzisen Schlenzer. Der Start gelang.

Doch der FCB blieb nicht am Drücker. Im Gegenteil. Die Gäste zogen sich zurück, agierten phasenweise zu passiv. Basels Keeper Jonas Omlin war jedoch auf der Höhe, rettete gleich dreimal, und als er einmal bereits geschlagen war, stand Luca Zuffi auf der Linie goldrichtig.

Im Cup-Finale geht es am 19. Mai gegen Thun

„Wir haben sehr gut begonnen, aber dann nachgelassen und im Angriff die Präzision vermissen lassen“, ließ Koller hernach wissen.

Nach Wiederbeginn konnte der FCB dann die Spielkontrolle wieder übernehmen. Und in Minute 80 und der besagten Szene mit Kuzmanovic wendete sich das Blatt dann wieder vollends auf die Seite der Gäste.

Die haben nun die Chance, die Saison doch noch versöhnlich zu gestalten. Im Cup-Finale, dem 22. in der FCB-Geschichte, geht es am 19. Mai in Bern gegen den FC Thun. Diese Finalpaarung gab es in der über 90-jährigen Geschichte dieses Wettbewerbs noch nie.

Kuzmanovic meinte, dass Emotionen zu einem Halbfinale dazugehörten und es nichts Schlimmes gewesen sei. FCZ-Coach Ludovic Magnin fand deutliche Worte: „Der Schiri war nicht unparteiisch. Alle Schlüsselszenen wurden gegen uns gepfiffen. Das tat uns weh.“

FC Zürich – FC Basel 1:3 (0:1). - Tore: 0:1 (4.) Okafor, 0:2 (87.) Kuzmanovic, 0:3 (90.+3) Ajeti, 1:3 (90.+5.) Odey. SR: Klossner. Z.: 13403.

FC Basel: Omlin; Widmer, Suchy, Zambrano, Petretta; Frei, Zuffi; Kalulu (74. Stocker), van Wolfswinkel (46. Kuzmanovic), Okafor (89. Zhegrova); Ajeti.

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