FC Basel Fans selig – der erste große Saisonsieg

Uli Nodler

Es war eng, verdammt eng. Erst im Elfmeterschießen hat sich der FC Basel in der dritten Qualifikationsrunde der Conference League nach einer 0:1-Niederlage im Hinspiel gegen Bröndby IF durchgesetzt. Am Ende feierten die Fans auf den Rängen einen 5:2-Erfolg.

Von Uli Nodler

Basel. Keine Frage: Basels Weiterkommen in diesem internationalen Wettbewerb war hochverdient. Jetzt geht’s in der entscheidenden vierten Runde gegen den bulgarischen Klub CSKA Sofia.

Nach diesem Nervenkitzel mussten an diesem besonderen Donnerstagabend FCB-Spieler, Trainer Alex Frei, sein Betreuerstab, die Offiziellen und natürlich die 20064 Zuschauer - mit Ausnahme der rund 1000 mitgereisten „gelben Hasen“ aus Kopenhagen – erst einmal tief durchatmen.

Nach dem wegen eines Chaos in der Basler Innenstadt um eine Viertelstunde verspäteten Anpfiffs gibt der FCB gleich Gas. 140 Sekunden waren lediglich gespielt, als Zeki Amdouni aus 16 Metern abzog und Gästekeeper Mads Hermansen gerade noch seine Fäuste an den Ball brachte.

Kapitän Fabian Frei verwandelt Foulelfmeter

In der 11. Minute gellten Pfiffe durch das gut besetzte Stadionrund. Der rechte Außenverteidiger Michael Lang kam im IF-Strafraum zu Fall. Doch der deutsche Unparteiische Christian Dingert hatte kein Foul gesehen. Kurz darauf hätte Andi Zeqiri das 1:0 machen müssen. Nach einem genialen Steckpass tauchte er alleine vor Hermansen auf, schob den Ball aber an den rechten Pfosten.

Von Bröndby IF war im Spiel nach vorne in den ersten 25 Minuten gar nichts zu sehen. FCB-Goalie Marvin Hitz war beschäftigungslos und durfte dann in der 40. Minute endlich jubeln, als Kapitän Fabian Frei einen Foulelfmeter knallhart zum 1:0 versenkte. Zuvor war der durchgebrochene Liam Millar von einem Dänen im Strafraum umgestoßen worden.

Die Führung kommt zum scheinbar richtigen Zeitpunkt kurz vor der Pause. Doch noch kürzer vor der Pause gleicht Bröndby aus dem Nichts aus. Mathias Kvistgaarden lässt den zuvor mit Marwin Hitz zusammengeprallten Arnau Comas mit einer Körpertäuschung ins Leere laufen und schiebt zum 1:1 ein. Doch die verrückte Nachspielzeit ist noch nicht zu Ende. Und, weil Millar punktgenau auf dem Kopf von Zeqiri flankt und der den schwierigen Ball mit dem Rücken zum Tor in selbiges verlängert, hat der FCB das Momentum zur Pause wieder auf seiner Seite.

Basel hatte nach der Pause in den ersten Minuten Mühe, ins Spiel zu finden, und hätte beinahe den Ausgleich kassiert. Der rechte Außenverteidiger Lang spielte einen Fehlpass. Plötzlich hatten die Dänen Überzahl, schlossen durch Kvistgarden (54.) aber zu überhastet ab. Basels Schwächeanfall war aber nur von kurzer Dauer. Dann dominierte wieder Rot-Blau. Amdouni (61./67.) zwang den Bröndby-Keeper zu zwei Glanztaten.

In der 81. Minute hatten die Bebbi-Fans schon den Torschrei auf den Lippen, als Frei Millar steil schickte, dieser es aber aus kurzer Distanz zu kompliziert machte und Hermansen, Bröndbys Bester an diesem Abend, anschoss. Weitere Distanzschüsse des FCB brachten in der Folge nichts ein. So blieb’s in der regulären Spielzeit beim 2:1 – Verlängerung.

Die Latten-Unterkante verhinderte in der 93. Minute das Basler 3:1. Der eingewechselte Andy Diouf hatte aus 18 Metern abgezogen. Danach verflachte das Spiel. Trotz etlicher Einwechslungen passierte beim FCB im Vorwärtsgang lange Zeit nicht mehr viel. Erst in der 120. Minute rettete Hermansen mit zwei tollen Paraden Bröndby das Elfmeterschießen.

Diouf trifft nur die Lattenunterkante

Ein Vorteil war natürlich, dass das Elfmeterschießen vor der Muttenzer Kurve stattfand. So begleitete ein gellendes Pfeifkonzert den ersten Schützen zum Punkt. Es war Bröndby-Kapitän Josip Radosevic. Und, was macht er zur Freude der FCB-Fans? Er knallt den Ball an die Latte. Zwei Minuten später landet auch der zweite Versuch der Dänen nicht im Tor von Marwin Hitz, sondern im Basler Nachthimmel. Und weil Andy Diouf, Dan Ndoye und später auch Darian Males souverän verwandeln und auch der vierte Bröndby-Spieler vom Punkt – diesmal an Marwin Hitz – scheitert, jubelt gegen kurz nach 22 Uhr das ganze Stadion.

FCB-Trainer Alex Frei fällt Andy Pelmard um den Hals. Auf dem Spielfeld und auf den Rängen schwelgen alle in Glückseligkeit.

Tore: 1:0 (40.) Frei (Foulelfmeter), 1:1 (45.+1) Kvistgaarden, 2:1 (45.+4) Zeqiri. Elfmeterschießen: Diouf 3:1. Radosevic schießt an die Latte. Ndoye 4:1. Salech verschießt. Szalai verschießt. Greve 4:2. Males 5:2. Hitz hält Foulelfmeter von Bjur. SR: Christian Dingert (Deutschland).

FC Basel: Hitz – Lang (91. López), Comas (103. Djiga), Adams Nuhu, Pelmard – Frei (91. Katterbach), Burger (73. Diouf) – Ndoye, Amdouni (114. Males), Millar – Zeqiri (108. Szalai).

Nach der Kür folgt die Pflicht. Der FC Basel empfängt am morgigen Sonntag ab 16.30 Uhr den FC Lugano. Nach drei Unentschieden peilt der FCB im vierten Anlauf den ersten Dreier an. Das sollte den „Bebbi“ nach dem erfolgreichen Conference League-Auftritt auch gelingen. In der ersten Runde des Schweizer Cups trifft Basel am 21. August auf den FC Allschwil.

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