FC Basel Fußball wird auch noch gespielt

„Ich müsste lügen, würde ich behaupten, dass das kein Thema bei uns ist“: FCB-Trainer Ciriaco Sforza. Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Sportlich läuft es schon nicht, jetzt kommt auch noch der Machtkampf hinzu: Das juristische Hickhack rund um die künftigen Besitzverhältnisse beim FC Basel wird sicherlich auch Thema in der Kabine sein. Das geht nicht spurlos an den Protagonisten auf dem grünen Rasen vorbei.

Von Mirko Bähr

Basel. Am Ostermontag, 16 Uhr, steht das Heimspiel gegen den FC Vaduz auf dem Programm. Die Woche vor der Partie des 27. Spieltages geht in die Geschichte des FCB ein. Schlagzeilen machen aber nicht die Fußballer selbst, sondern die Funktionäre. FCB-Besitzer Bernhard Burgener und David Degen, der sich bereits als neuer starker Mann vorgestellt hat, streiten sich nun vor Gericht (wir berichteten). Das kann sich hinziehen. Ein Zustand, der dem Verein nicht gut tut und auch rund um die Mannschaft für Gesprächsstoff und Gedankenspiele sorgt.

Denn eine Entscheidung pro oder contra David Degen wird Auswirkungen auf den sportlichen Bereich haben. Das gilt in erster Linie für die Personalie des Trainers. Ciriaco Sforza müsste nach einem Burgener-Abschied wohl den Hut nehmen. So soll die Degen-Fraktion schon einmal Kontakt mit St. Gallens deutschem Coach Peter Zeidler im Hinblick auf die kommende Runde aufgenommen haben. Bis dahin soll Assistenzcoach Patrick Rahmen das Zepter schwingen.

„Es wird viel geredet und geschrieben. Mein Fokus gilt voll und ganz dem Fußball. Ich möchte langfristig beim FCB arbeiten“, macht derweil Sforza beim gestrigen Mediengespräch deutlich. Klar, sei es nicht einfach für alle. „Ich müsste lügen, würde ich behaupten, dass das kein Thema bei uns ist. Wir Trainer versuchen, Leichtigkeit reinzubringen, damit die Mannschaft konzentriert arbeiten kann.“

Nur zehn Siege in 26 Partien

Die sportliche Ausbeute des FC Basel in dieser Super League-Saison ist mager. Nur zehn Siege schlagen in 26 Begegnungen zu Buche. Dazu kommen das Aus in der Europa League-Quali gegen Sofia, die Pokal-Schmach (2:6) gegen das zweitklassige Winterthur und die vielen Nebenkriegsschauplätze. Unter anderem die Geschichte rund um Valentin Stocker. Der wäre wohl unter Degen wieder eine unantastbare Größe im FCB-Team.

„Ich bin bereit, Verantwortung für den FC Basel zu übernehmen. Ich habe eine klare Strategie mit kompetenten und sehr erfahrenen Leuten an meiner Seite, mit denen ich alles unternehmen werde, um den FCB erfolgreich weiterzuentwickeln. Ich selber werde mich vor allem auf den sportlichen Bereich konzentrieren“, ließ Degen in einer Medienmitteilung wissen. Soweit ist es aber noch nicht. Die Gerichte müssen nun entscheiden, sofern nicht eine Partei nachgibt.

Fakt ist, dass der FC Basel nach dem 1:2 gegen Lugano bis auf Rang vier abgerutscht ist. Platz acht ist nur noch vier Zähler entfernt, die beiden letzten Tabellenränge zehn. Schlusslicht ist der FC Vaduz aus dem Fürstentum Liechtenstein, der kommende Gegner der „Bebbi“.

„Der FC Vaduz hat gezeigt, dass er gegen jeden Gegner bestehen kann. Wir werden den Gegner nicht unterschätzen“, macht Sforza klar. Ziel sei aber natürlich ein Sieg. Schließlich bringe der etwas Ruhe rein. „Wir müssen über die gesamte Spielzeit präsent sein und Aktivität zeigen.“ Bisher konnte der FCB immer nur phasenweise das abrufen, zu was er im Stande ist. „Ich fordere von jedem Spieler, dass er mit Herz und Leidenschaft für den FC Basel dabei ist und alles gibt.“

Gleiche mehrere Akteure sind zurück im Kader

Gute Nachrichten gibt es in Sachen Personal. Nach überstandener Verletzung sind Amir Abrashi, Afimico Pululu, Ricky van Wolfswinkel, Julian von Moos und Albian Hajdari wieder einsatzfähig. Somit muss Sforza nur noch auf Jorge, Taulant Xhaka, Andrea Padula und Elis Isufi verzichten. Nicht mit von der Partie ist auch Pajtim Kasami aufgrund eines positiven Corona-Tests. Dieser hat laut FCB-Medienchef Simon Walter jedoch keine Auswirkungen auf den Rest der Mannschaft.

Der Ausfall des Kapitäns könnte dafür sorgen, dass Valentin Stocker wieder die Kapitänsbinde trägt. Darüber, und ob Stocker gegen Vaduz überhaupt im Kader steht, wollte sich Sforza nicht äußern. Nur so viel: „Valentin trainiert sehr konzentriert.“

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