FC Basel Gescholtener trumpft auf

Raoul Petretta erzielt in Nikosia das 1:0 für den FC Basel. Foto: Grant Hubbs Foto: Die Oberbadische

Wer sagt’s denn! In der Europa League tritt der FC Basel ohne Fehl und Tadel auf. Diese Stärke demonstrierten die „Bebbi“ nun am Donnerstagabend eindrucksvoll im Sechzehntelfinal-Hinspiel bei Apoel Nikosia. Die in allen Belangen überzeugenden Basler gewannen das Auswärtsspiel mit 3:0 und können wohl schon für das Achtelfinale planen.

Nikosia. „Wir spielten in der Defensive solidarisch und hatten in der Offensive die nötige Ruhe“, kommentierte FCB-Trainer Marcel Koller den erfolgreichen Auftritt seiner Mannschaft.

Marian Ouzounidis ist in dieser Saison der fünfte Trainer, der bei Apoel das Sagen hat. Nur konnte er das am Donnerstag nicht von der Bank aus machen. Da er eine Sperre absaß, wurde er von der UEFA auf die Tribüne verbannt.

Die Flucht vom tristen Ligaalltag mit vier Niederlagen in fünf Begegnungen endete für viele ein wenig überraschend mit dem Triumph auf Zypern. Dieses 3:0 ist mehr als die halbe Miete auf dem Weg ins Achtelfinale. Vorerst dürften auch die Trainer-Kritiker angesichts des Befreiungsschlags der Schützlinge verstummt sein.

Der FC Basel hat in diesen Tagen eine Menge gemein mit Nikosia, der zweigeteilten Hauptstadt Zyperns. Auch er zeigt in dieser Saison zwei Gesichter. Die enttäuschte Miene aus der Super League wich in Nikosia einer geradezu euphorischen.

Vom Anpfiff weg gab der FC Basel in diesem Match den Ton an, strahlte ein großes Selbstvertrauen aus. Die Gastgeber wirken nicht wie jene Mannschaft, die Sevilla bezwungen und Ajax Amsterdam ein Unentschieden hat abtrotzen können.

Ein genialer Pass von Innenverteidiger Eray Cömert hebelte in der 15. Minute die gesamte zypriotische Mannschaft aus, fand Raoul Petretta, der den Diagonalpass nicht weniger überragend annahm und zum 1:0 im Apoel-Kasten unterbrachte.

Die improvisierte Mannschaft überzeugt ausnahmslos.

So überragend die Technik beim ersten Tor, so sehenswert ist die Kombination der Gäste beim 2:0 (53.). Von der Hacke von Samuele Campo landete der Ball bei Fabian Frei, jener fand Valentin Stocker und dieser das Tor. Der FCB spielte sich in einen Rausch, der im perfekt platzierten Flachschuss von Arthur Cabral und dem Tor zum 3:0 (66.) gipfelte.

Der deutliche Basler Erfolg geht auch in dieser Höhe in Ordnung. Beeindruckend war, wie die gesamte Basler Mannschaft auf hohem Niveau funktionierte. Und das mit einer Mannschaft, in der zahlreiche Leistungsträger fehlten. Das Improvisieren ist Marcel Koller perfekt gelungen.

Zu den auffälligsten Akteuren im FCB-Team gehörte Raoul Petretta. Koller beorderte ihn von der Linksverteidiger-Position auf den linken Flügel. Wie schon im Heimspiel der Gruppenphase gegen Getafe funktionierte die Versetzung Petrettas weiter vorne perfekt. „Wir wollten bis ans Limit gehen. Das ist uns heute hervorragend gelungen“, jubelte denn auch Petretta nach dem Match.

Die Rechnung geht für den FCB auf. Und er begleicht gleich auch noch jene offene Rechnung von vor eineinhalb Jahren. Damals scheiterte der FCB im selben Stadion gegen Apollon Limassol auf dem Weg in die Europa League. Die Folge war die erste von sehr vielen heiklen Phasen für Koller. Auch momentan ist der Trainer der Basler angezählt, spielt in diesen Tagen um seine noch immer unklare Zukunft.

Tore: 0:1 (15.) Petretta, 0:2 (53.) Stocker, 0:3 (66.) Cabral.

Apoel Nikosia: Belec - Vouros, Merkis, Ioannou - Jensen, Alef - Mihajlovic, de Vincenti (71. Jakolis), Suleiman, Matic - Pavlovic (56. Hallenius).

FC Basel: Omlin Widmer, Cömert, Alderete, Riveros - Xhaka, Frei (85. Bunjaku) - Stocker, Campo, Petretta (80. Pululu) - Cabral (74. Ademi).

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