FC Basel Halbfinale oder noch mehr?

Silvan Widmer mit breiter Brust in Gelsenkirchen.Foto: Grant Hubbs Foto: Die Oberbadische

Wer hätte das gedacht? Der FC Basel, der in der Super League-Saison als Schlussdritter enttäuschte, steht im Viertelfinale der Europa League. Und das zum dritten Mal innerhalb der letzten sieben Jahre.

Von Uli Nodler

Gelsenkirchen. Nun geht’s angesichts der Corona-Pandemie im K.o.-Modus weiter. In Gelsenkirchen in der Arena „AufSchalke“ treffen die „Bebbi“ am heutigen Dienstag auf den ukrainischen Spitzenklub Schachtar Donezk. Die Partie wird um 21 Uhr angepfiffen. Auf dem internationalen Parkett zeigt der FCB ein ganz anderes Gesicht, geht nun angesichts der souveränen Achtelfinal-Auftritte gegen Eintracht Frankfurt mit einer großen Portion Selbstvertrauen in das Viertelfinalduell gegen Schachtar.

„Ich hoffe, wie bleiben möglichst lange dabei. Wir gehen mit hohen Zielen dahin und müssen uns überhaupt nicht verstecken“, spricht Silvan Widmer nach dem 1:0-Sieg im Achtelfinalrückspiel gegen Eintracht Frankfurt in die Mikrofone. „Wir haben in dieser Europa- League-Kampagne die Eintracht zweimal geschlagen, Getafe zweimal geschlagen, Apoel Nikosia zweimal geschlagen, da soll der nächste Gegner nur kommen. Uns muss erst einer beweisen, dass er besser ist als wir“, legt Widmer noch einen drauf.

Keine Frage, das sind markige Worte, wenn man bedenkt, dass mit Inter Mailand, Bayer Leverkusen, FC Sevilla oder Manchester United honorige Vertreter des europäischen Fußballs ebenfalls den Sprung ins Viertelfinale geschafft haben.

Man darf auch Basels Gegner Schachtar Donezk dazuzählen. Das Sahnestück der ukrainischen Spitzenmannschaft, die im Achtelfinale den VfL Wolfsburg mit zwei Siegen ausschaltete, ist sicherlich die mit Brasilianern besetzte Offensive. „Das ist ein ganz schwerer Brocken“, weiß FCB-Trainer Marcel Koller, der zweifelsohne auch einen erheblichen Anteil am Basler Höhenflug im internationalen Geschäft hat.

Omlins Wechsel nach Montpellier rückt näher

Schachtar Donezk, der Klub aus der 1,1 Millionen-Einwohner-Stadt, hängt am finanziellen Tropf des ukrainischen Milliardärs Rinat Achmetov, der mehr als 30 Unternehmen in der Maschinen-, Lebensmittel- und Unterhaltungsindustrie führt und seit 1986 Präsident von Schachtar ist. Und in den vergangenen Jahrzehnten hat er großzügig investiert, vor allem in Spieler, die aus Brasilien kommen. Er baute ein neues Stadion und schenkte dem Verein eine Jugendakademie.

Seitdem Separatisten 2014 die unabhängige Republik Donezk ausriefen, tobt in diesem Landesteil der Bürgerkrieg. Schachtar Donezk lebt seither im Exil, trainiert und spielt seither im 300 Kilometer entfernten Charkiw.

Aktuell ist Schachtar in der Ukraine die Nummer eins, holte dreimal in Folge das Double und hat den Renommier-Klub Dynamo Kiew abgelöst.

Der FC Basel muss sich heute auf brasilianischen Samba-Fußball einstellen. Aktuell stehen nicht weniger als 14 Brasilianer im Kader. Beim 3:0-Erfolg gegen Wolfsburg standen sechs Spieler in der ersten Elf. Und im Angriff wirbelten Taison, Tete und Moraes die Wolfsburger Defensive gehörig durcheinander. Da werden heute Basels Abwehrspieler extrem gefordert.

Im FCB-Tor steht heute Abend wieder Djordje Nikolic. Der angeschlagene Stammkeeper Jonas Omlin weilt nach Informationen des „Blick“ unterdessen in Montpellier, wo er medizinische Tests absolviert. Demnach dürfte sein Wechsel zum französischen Ligue 1-Klub in Kürze perfekt sein.

Der FC Basel trifft im Halbfinale des Schweizer Cups auf den FC Winterthur. Die Ostschweizer haben sich im Viertelfinale mit 4:0 erwartungsgemäß gegen Bavois durchgesetzt. Der FCB hatte sich bereits Mitte Juni mit einem 3:2-Erfolg gegen Lausanne für das Halbfinale qualifiziert.

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