FC Basel Viel Arbeit wartet auf Abascal

Michael Hundt
Der neue FCB-Trainer Guillermo Abascal hat viel vor. Foto: Michael Hundt

Es sei ein Schritt gewesen, der auch ihm weh getan hätte, erklärte FCB-Besitzer David Degen in einem Videointerview auf der Homepage des Schweizer Erstligisten. Noch immer sorgt die Entlassung von Patrick Rahmen als Cheftrainer beim FC Basel für Verwunderung.

Von Michael Hundt

Basel. Bis Saisonende wird Guillermo Abascal die Mannschaft interimsmäßig führen, assistiert wird er dabei von Marco Walker. Doch der Auftakt von Abascal am vergangenen Wochenende ging gründlich daneben. Mit 2:4 verloren die Rotblauen beim FC Zürich nicht nur das Spiel, sondern auch den Anschluss im Rennen um die Meisterschaft.

Seit gut zehn Tagen ist der Spanier Guillermo Abascal nun der neue Lotse auf der Brücke der Rotblauen. Doch der Lotse kommt zu einem Zeitpunkt an Bord, als das Schiff bereits kräftig am Schlingern und Stampfen ist. „Ich bin hier, um dem FC Basel zu helfen. Ich stehe dem Verein 24 Stunden zur Verfügung.“

Die Dinge, die bis vor seiner Amtsübernahme passiert sind, will er so schnell wie möglich hinter sich und der Mannschaft lassen. „Ich will ein neues Verhalten, ein neues Leben in der Mannschaft schaffen“, beschreibt Ascabal sein Credo für die kommenden Tage und Wochen.

Ursprünglich war Abascal im Januar zum FC Basel gestoßen, um den Trainerstab im Bereich der Assistenten zu erweitern und dem nun entlassenen Trainer Patrick Rahmen mehr Unterstützung zu geben. Nun wurde er kurzerhand dessen Nachfolger. Eine Situation, die ihm nicht ganz unbekannt sein wird. Denn in der Saison 2017/18 übernahm er acht Spieltage vor dem Ende der Spielzeit das Amt von Pierluigi Tami beim FC Lugano und rettete die Tessiner damals vor dem Abstieg. Vor dem Gang in die zweite Liga muss der FC Basel zwar nicht gerettet werden, aber auch die Meisterschaft ist nach dem vergangenen Wochenende Lichtjahre entfernt.

Einen wirklichen Umbruch in der Mannschaft soll es nach dem Willen des neuen Cheftrainers nicht geben, durchaus aber Veränderungen. „Es werden sich Wechsel ergeben, aber es liegt nicht in meinem Hauptfokus, diese Wechsel zu vollziehen.“ Stattdessen will er das Verhalten der Akteure verändern. Es sei immer noch der gleiche Spieler, der auf dem Feld steht, der dann aber vielleicht andere Entscheidungen treffen wird als das noch unter der Regie von Patrick Rahmen der Fall gewesen sei, erklärt Abascal.

Das Rad will und kann der neue Trainer bei den „Bebbi“ nicht neu erfinden. Was Ascabal aber erreichen will, ist ein neues Verhalten seiner Schützlinge auf und neben dem Platz. „Es ist nicht meine Art, alles zu verändern.“ Wenn er von Verhalten spricht, dann meint er damit, dass er die positiven Qualitäten der Spieler nutzen will, um für neuen Wind auf dem Rasen zu sorgen. Verhalten umfasst für Abascal verschiedene Aspekte: Die Gewohnheiten der Spieler, das Verhalten im Allgemeinen und vor allem auch das taktische Verhalten während des Spiels.

Vom neuen Verhalten war gegen den FC Zürich nicht viel zu spüren. Die Mannschaft fand nie wirklich ins Spiel und konnte den Gegner nie über einen längeren Zeitraum unter Druck setzen. Auch in der Offensive zeigte sich der FC Basel einfach zu harmlos. Es wartet also noch viel Arbeit auf Abascal und seinen Trainerstab bis seine neue Philosophie Früchte tragen könnte. Denn er liebt Fußball vor allem dann, wenn seine Mannschaft das Spiel dominieren kann. Davon war gegen den FCZ nicht viel zu sehen.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Pressekonferenz in Stockholm

Schweden und Finnland wollen wegen des Ukraine-Kriegs Teil der NATO werden. Wie stehen Sie dazu?

Ergebnis anzeigen
loading