FC Basel Wieder eine magische Nacht im „Joggeli“

Katzenjammer in Eindhoven, magische Nacht in Basel. Was ist das für ein Match gewesen, das der FC Basel da am Dienstagabend auf den Rasen des heimischen St. Jakob-Parks gezaubert hat. Nach der 2:3-Niederlage schaffen die „Bebbi“, von den Zuschauern mit „standing ovations“ grandios unterstützt, die Wende und ziehen durch den verdienten 2:1-Sieg in die nächste Runde ein. Damit ist auch ein Platz in der Gruppenphase der Europa League fix und damit auch die budgetierten Europa-Millionen. 

Von Uli Nodler

Basel. Es war der Triumph einer Mannschaft, die an diesem Abend willensstärker, einsatzfreudiger und am Ende auch zielsicherer als der niederländische Vizemeister und aktuelle Pokalsieger zu Werke gegangen ist.

Es war aber auch der Triumph von Trainer Marcel Koller, der nun endlich auch bei den Fans in Basel angekommen ist. Das dokumentierte eine Szene aus der 84. Minute. Die „Bebbi“ führen mit 2:1 und werden von Eindhoven in der eigenen Hälfte eingeschnürt. Koller dreht sich zur Haupttribüne um, wedelt fast eine halbe Minute mit seinen Armen, fordert die in diesem Teil des Stadions eher trägen Fans auf, das Heimteam anzufeuern. Und eine Minute hält es keinen mehr auf den Sitzen, das ganze Stadion tobt und hopst. Die Botschaft kommt auf dem Rasen an. Der knappe Vorsprung wird über die Zeit gerettet. „Das war heute eine phantastische Nacht. Ich hatte schon beim Aufwärmen ein gutes Gefühl. es war auch großartig, wie uns heute die Zuschauer unterstützt haben. Auch sie haben ihren Anteil an diesem extrem wichtigen Sieg“, diktierte ein strahlender Marcel Koller den Journalisten in der anschließenden Pressekonferenz in die Blöcke.

Es stand für den FC Basel eine Menge auf  dem Spiel. Der Favorit war Eindhoven. Doch am Ende setzt sich das gierigere Team durch. Die Basler zünden, wie von Koller im Vorfeld angekündigt, ein verfrühtes 1. August-Feuerwerk. Durch den Sieg steht Basel in der 3. Runde der Champions-League-Qualifikation und darf weiter von der Königsklasse träumen. Die Gruppenphase der Europa League hat der FCB bereits eingetütet und damit auch die budgetierten Einnahmen von rund zehn Millionen Franken.

Der Schweizer Vizemeister geht von Anfang an mit einer Intensität, wie man sie von Rotblau im Joggeli seit langem nicht mehr gesehen hat, in die Zweikämpfe. Angeführt von Kapitän Valentin Stocker gewinnen die Gastgeber in den ersten Minuten fast alle Zweikämpfe.  In der 8. Minute „explodiert“ das „Joggeli“ zum ersten Mal an diesem regnerischen Abend. Eray Cömert zimmert einen Freistoß aus 18 Metern via Lattenunterkante zum 1:0 in die Maschen. PSV-Torhüter Jeroen Zoet hat die Finger zwar noch am Ball, doch ablenken kann er ihn aber nicht.

Die Rot-Blauen spielen anschließend weiter mutig nach vorne und hätten in der 19. Minute eigentlich das 2:0 machen müssen. Doch der Holländer Ricky van Wolfswinkel vergibt gegen seine Landsleute eine Hundertprozentige. Vier Minuten später bekommt der FCB die Quittung. Bruma trifft mit der ersten Gästechance zum 1:1. Ein Ballverlust in der Offensive läutet den Konter ein, den der PSV-Stürmer spektakulär per Kopf vollendet.

In der Folge entwickelt sich ein hitziges Spiel mit vielen Nickligkeiten. Erst durch die Halbzeitpause beruhigen sich die Geister auf beiden Seiten wieder. Nach dem Seitenwechsel ist das Spiel ruhiger, der FCB dem Führungstreffer aber näher. In der 61. Minute köpft van Wolfswinkel den Ball aus fünf Metern am leeren Tor vorbei. Zu diesem Zeitpunkt droht dem Niederländer bei einem Ausscheiden die Rolle des Schuldigen. Doch mit seinem dritten Hochkaräter trifft van Wolfswinkel in der 68. Minute doch noch. Aus kurzer Distanz bugsiert er den Ball ins Netz. Die FCB-Fans rasten aus, feiern ihre Helden.

„Es hat gut angefangen und gut geendet“, sagt der Siegtorschütze nach dem Spiel und lacht. „Ein Lob an die ganze Mannschaft und alle Leute, die heute im Stadion waren. Wir haben uns diesen Erfolg gemeinsam verdient“, fügt Kapitän Stocker an.

Apropos Stocker: Er und der zentrale Mittelfeldspieler Eder Balanta stachen aus einer großartigen Basler Mannschaft noch heraus. Stocker bereitete beide Tore vor, war auf dem Platz omnipräsent. Und Balanta, vom Innnenverteidiger zum zentralen defensiven Mittelfeldspieler umgeschult, glänzte mit seiner Zeinkampfstärke.

Schon in der kommenden Woche trifft der FC Basel in der dritten Runde der Champions League-Qualifikation auf den österreichischen Vizemeister LASK Linz. Das Hinspiel findet am kommenden Mittwoch (7. August) im St. Jakob-Park statt.

Tore: 1:0 8.) Cömert, 1:1 (23.) Bruma, 2:1 (68.) van Wolfswinkel. Zuschauer: 29216 Zuschauer. Schiedsrichter: Fabio Verissimo (Portugal).

FC Basel: Omlin - Widmer, Alderete, Cömert, Xhaka (81. Petretta) - Frei, Balanta - van Wolfswinkel, Zuffi, Stocker - Ajeti.

PSV Einhoven: Zoet - Dumfries, Luckassen, Viergever, Sadílek - Gutiérrez, Bergwijn, Rosario - Lozano (76. Gakpo) - Malen, Bruma.

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