Feuerwehr Schopfheim Vorreiterrolle bei der Nachwuchsarbeit

Gudrun Gehr
Interessiert beobachteten die Nachwuchskräfte die Experimente zur Entzündbarkeit verschiedener Stoffe. Foto: Gudrun Gehr

Die Jugendarbeit der Schopfheimer Feuerwehr und ihrer Abteilungen ist ausgesprochen erfolgreich. Erstmals bekamen Kinder und Jugendliche nun sogar ihre eigene Hauptversammlung – bei der beileibe nicht nur graue Berichtstheorie angesagt war.

Kommandant Steffen Hofmann begrüßte im voll besetzten Besprechungsraum der Feuerwehr Schopfheim rund 100 Gäste. Überwiegend fanden Jugendliche und „KüKies“ (die augenzwinkernde Ableitung von „Küken“), Kinder unter zehn Jahren, mit ihren Eltern zur ersten Hauptversammlung der Jugendfeuerwehr zusammen. Hofmann sagte: „Zum ersten Mal in der Geschichte der Jugendfeuerwehr Schopfheim haben wir eine Veranstaltung, welche nur unserer Kinder- und Jugendfeuerwehr gewidmet ist.“

Die Bedeutung einer guten Jugendarbeit belegte Hofmann mit einer eindrücklichen Zahl: „75 Prozent unserer heutigen aktiven Einsatzkräfte stammen aus unserer Jugendfeuerwehr, was die gute Arbeit in den letzten Jahrzehnten deutlich unterstreicht.“

Aktuell gibt es bei der Feuerwehr Schopfheim 92 Kinder und Jugendliche, darunter 13 Mädchen. Die Jugendwartin meinte: „Auf diese Zahlen können wir stolz sein.“

Feuerwehraktivitätenhautnah

Um für den Feuerwehrnachwuchs nicht zu theoretisch und damit langweilig zu werden, wurde die Tagesordnung in eine Übung des Grundausbildungslehrgangs eingebettet, welcher derzeit im Feuerwehrhaus stattfindet. Teilnehmer des Lehrgangs sind 24 Feuerwehranwärter mit mindestens 17 Lebensjahren aus der Region. Hofmann lud die Gäste ein, „in die Welt unserer Jugendfeuerwehr einzutauchen“ und einige informative und unterhaltsame Stunden zu verbringen.

So verließen die Gäste nach der Begrüßung den Sitzungssaal, um die Schulung der jungen Aktiven des Lehrgangs zu beobachten. Ortsbrandmeister Andreas Lenz moderierte deren Übungen. Die Ausbildungsteilnehmer hatten zunächst eine theoretische Unterweisung erhalten und starteten unter den Blicken des interessierten und neugierigen Feuerwehrnachwuchses den detaillierten Aufbau eines Löschangriffs, bis schließlich das Kommando „Wasser marsch“ ertönen konnte.

Jugendwartin hält Rückblick

Jugendwartin Jennifer Waßmer hielt den Jahresrückblick. Nach einer längeren Winterpause startete ab März wieder der Probebetrieb und den Jugendlichen wurde viel Praktisches und Wissenswertes vermittelt – das Anfertigen von Knoten und Stichen zum Beispiel, Details aus der Fahrzeugkunde, über Löschangriffe oder technische Hilfeleistungen. Erkundet werden konnte auch die Atemschutzstrecke im Keller sowie die Drehleiter.

Die Jugendgruppen der Abteilungen Langenau und Raitbach nahmen an den Spielläufen in Hausen und Hägelberg teil. Stolz ist man auf die Jugendgruppe der Abteilung Stadt, die beim Kreiszeltlager in Grenzach-Wyhlen beim Martin-Schepperle-Gedächtnislauf den ersten Platz erzielte. Die beiden „Kükie“-Gruppen aus Kürnberg und Wiechs bauten Piepser oder Holzboote. Aber es wurde auch gefunkt, Feuerwehr-Memory gespielt oder Fahrzeug- und Gerätekunde durchgeführt.

Die Jugendgruppen von Langenau und Stadt sammelten wie jedes Jahr Altpapier und in Raitbach Altmetall. In Gersbach sammelte man erstmals Weihnachtsbäume.

Angebote auch schon für die „KüKies“

Anschließend erklärte die Jugendwartin die Organisation der Jugendfeuerwehr, und verwies auf die beiden Kindergruppen in Wiechs unter Leitung von Björn Richert und in Kürnberg unter Leitung von Johannes Bauer, die schon interessierten Kindern unter zehn Jahren den Einstieg in die Feuerwehrwelt ermöglichen. Bauer berichtete von einer guten Nachfrage der Kleinsten – und machte deutlich, wie wichtig dieses Angebot wiederum für die Nachwuchsgewinnung ist.

Der stellvertretende Kreisjugendwart Matthias Braun lobte das Schopfheimer Engagement zur Nachwuchssicherung: „Ihr habt hier viel bewegt und betreibt eine Vorreiterrolle im Landkreis.“

Unterhaltsames Programm nach der Versammlung

Wie spannend das „Feuerwehr-Dasein“ sein kann, erfuhr der Nachwuchs an drei Spielstationen nach der Versammlung: Malen nach Beschreibung eines gesuchten Gegenstandes per Funkgerät und Experimente eines Feuerwehrexperten über die Entflammbarkeit von Gegenständen und deren Löschung waren gefragt. Intensiv wurde von den kleinen Gästen die Atemschutzstrecke getestet, die von Jugendleiter Frieder Andris in voller Atemschutzmontur unter höchstem Respekt des Nachwuchses präsentiert wurde. Und natürlich war mit einem Grillstand auch für Abhilfe für die knurrenden Mägen der jungen Feuerwehrkräfte gesorgt.

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