Fischingen Für Fischingen viel geleistet

Peter Schmider, Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger von Fischingen, feiert am heutigen Samstag seinen 75. Geburtstag. Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Peter Schmider, langjähriger Bürgermeister der Gemeinde, bleibt den Fischingern in bester Erinnerung. Denn in seiner 24-jährigen Amtszeit als ehrenamtliches Ortsoberhaupt hat der Hoch- und Tiefbautechniker mit großem Engagement viel in der Gemeinde bewegt und umgesetzt. Heute feiert er seinen 75. Geburtstag.

Von Siegfried Feuchter

Fischingen . Fischingen ist Peter Schmider ans Herz gewachsen, auch wenn der in der Gemeinde geschätzte Mann inzwischen seinen Hauptwohnsitz nach Schluchsee verlegt hat. Nicht von ungefähr ist Schmider ob seines verdienstvollen Wirkens zum ersten und bislang einzigen Ehrenbürger Fischingens ernannt worden.

Dabei war für ihn damals das Rebland-Dorf mehr oder weniger ein unbeschriebenes Blatt. „Ich kannte nur die spätere „Tanne“-Wirtin Ursel Bürgin von der Schule her in Lörrach und Fischingen von gelegentlichen Besuchen des damals einzigen Gasthauses“, sagt der Alt-Bürgermeister rückblickend.

Der Reiz des Amtes

Er ist in Lörrach-Stetten aufgewachsen, arbeitete als Hoch- und Tiefbautechniker in bekannten Unternehmen in leitender Position und war auch 18 Jahre im elterlichen Immobilienbetrieb tätig. Als er über Zeitungsberichte mitbekam, dass sich niemand für den ehrenamtlichen Bürgermeisterposten interessierte, warf er mit 40 Jahren seinen Hut in den Ring. „Die Aufgabe hat mich gereizt.“

Die Wahl sollte sich für beide Seiten als eine gute Entscheidung erweisen. Mit Schulden hatte Schmider damals die Gemeinde übernommen und sie bei seinem Abschied vor neun Jahren seinem Nachfolger Axel Moick schuldenfrei übergeben.

Der Jubilar fühlte sich schnell wohl im Ort, und die Fischinger schätzten seine zupackende Art, sein hohes Engagement und seinen Weitblick. Im konstruktiven Einvernehmen mit dem Gemeinderat baute er zielstrebig die Infrastruktur des heute rund 750 Einwohner zählenden Orts aus, der politisch selbstständig geblieben ist, aber unter dem Dach des Verwaltungsverbands Vorderes Kandertal steht.

Viele Projekte umgesetzt

Als größere Projekte wurden unter der Regie von Schmider unter anderem ein Kindergarten gebaut, die bestehende Gymnastikhalle in ein Feuerwehrgerätehaus umgebaut, die Läufelberghalle für 2,1 Millionen Mark verwirklicht, die Dorfstraße saniert, die Kanalisation ausgebaut und zwei Neubaugebiete am südlichen Ortsrand realisiert. Dabei kam ihm sein Beruf zugute. „Ich konnte in vielen nächtlichen Stunden teilweise selbst Planungen und Kalkulationen anfertigen. Den Umbau des Bürgersaals im Rathaus und den Kirchensaal habe ich zum Beispiel selbst geplant“, sagt der Fischinger Ehrenbürger, der es auch verstand, Bürger zu Eigenleistungen zu motivieren. „Wenn man etwas bewegen und bewirken will, muss man viel Zeit aufwenden und immer am Ball bleiben“, lautete stets sein Credo.

Schmider hatte auch immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Vereine. Weil er sich um Fischingen sehr verdient gemacht hatte, ernannte ihn die Gemeinde vor fünf Jahren zum Ehrenbürger.

Der Alt-Bürgermeister, der für die Verwirklichung der Vorhaben zahlreiche Zuschüsse beim Regierungspräsidium in Freiburg und bei der Landesregierung in Stuttgart nach Fischingen holen konnte, war ein Macher und ein geselliger Mensch. So schätzte er es beispielsweise, wenn er die Geburtstagsjubilare im Dorf besuchen und sich mit ihnen austauschen konnte. „Die Besuche der älteren Leute waren für mich immer eine Ehre.“ Dabei erfuhr er nebenbei auch immer, was den Leuten wichtig war.

Ein gutes Miteinander

Mit den Gemeinderäten, den Mitarbeitern der Verwaltung sowie mit dem Verwaltungsverband und den Bürgermeisterkollegen pflegte er ein stets gutes Miteinander. „Nur so konnte ich all das umsetzen, was ich mir vorgenommen hatte“, resümiert der vitale 75-Jährige, der seit seinem Ausscheiden die weitere Entwicklung Fischingens mit Interesse verfolgt und feststellt: „Es freut mich, dass es weitergeht.“

Der Alt-Bürgermeister engagierte sich auch über den Ort hinaus. So übernahm er für einige Jahre den Vorsitz des DRK-Ortsvereins Haltingen, als sich niemand für das Amt zur Verfügung gestellt hatte. Schmider war es denn auch, der die spätere Fusion mit dem Ortsverein Weil einleitete. „Es war die richtige Entscheidung.“

Beruf und zeitaufwendiges Ehrenamt – da blieb nicht mehr viel Raum für Hobbys. Zu diesen gehörten Tennis und Skifahren. Und heute noch fährt Fischingens Ehrenbürger mit seinem Kajak über den Schluchsee. Im gleichnamigen Kurort verbringt er zusammen mit seiner Lebensgefährtin Sybille Hoffmann den Ruhestand.

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