Fischingen Schritt in die digitale Zukunft

Mit einem Tablet oder Computer kann das elektronische Ratsinformationssystem genutzt werden.Foto: sba Foto: Weiler Zeitung

Fischingen führt gemeinsam mit weiteren Gemeinden des Verwaltungsverbands Vorderes Kandertal ein digitales Ratsinformationssystem ein. Nach umfassenden Beratungen gaben die Ratsmitglieder am Mittwochabend bei zwei Enthaltungen grünes Licht.

Von Ingmar Lorenz

Fischingen. Durch die Nutzung der modernen Technik lasse sich der Informationsaustausch gerade für die Verwaltung deutlich einfacher bewältigen, wobei gleichzeitig Papierstapel künftig mehr und mehr der Vergangenheit angehören könnten, führte Bürgermeister Axel Moick ins Thema ein. Anschließend übergab er das Wort an Dominik Kiesewetter, Geschäftsführer des Gemeindeverwaltungsverbands Vorderes Kandertal (GVV), der zeigte, was das System kann und welche Kosten durch die Einführung auf die Gemeinde Fischingen zukommen würden.

Zum Hintergrund: Grundsätzlich besteht für die GVV-Gemeinden die Möglichkeit, sich an einem bereits bestehenden System in Binzen zu beteiligen. Der Server ist dort bereits vorhanden und die Software wird seit etwa zwei Jahren erfolgreich genutzt. Eimeldingen, Rümmingen sowie Schallbach und die GVV-Verwaltung werden das System künftig ebenfalls nutzen. Die Bündelung der Einführung in den GVV-Gemeinden, die Interesse haben, wird sich letztlich auch positiv auf die Kosten auswirken.

Sitzungsunterlagen digital abrufbar

Kiesewetter stellte den Fischinger Gemeinderäten am Mittwochabend nun vor, wie das System aussieht und wie es funktioniert. „Der Aufwand für die Vor- und Nachbereitung der Sitzungen verringert sich definitiv“, schickte der GVV-Geschäftsführer vorweg.

Zur Nutzung des elektronischen Ratsinformationssystems wird auf einem Computer oder Tablet die entsprechende Software installiert. Die Verwaltung habe dann beispielsweise die Möglichkeit, die Einladungen zu den Sitzungen mit einem einzigen Mausklick zu versenden. Sobald die Geräte der Ratsmitglieder mit dem Internet verbunden sind, führt das Programm automatisch eine Synchronisation durch und informiert über eingegangene Einladungen oder neu zur Verfügung stehende Sitzungsunterlagen. Diese finden sich als Anhänge ebenfalls komplett im System und werden auf den Geräten gespeichert. Das beutete, so legte Kiesewetter dar, das nach der erfolgten Synchronisierung auch ohne Internetzugang auf die Sitzungsunterlagen zugegriffen werden könne.

Die digitalen Dokumente können zudem mit Notizen versehen werden, und wo bislang der dicke Leitz-Ordner herausgekramt werden musste, steht künftig eine Suchfunktion zur Verfügung, erklärte der GVV-Geschäftsführer.

Die Einführung des Systems würde Fischingen einmalig 3300 Euro für die Einführung der Software und die entsprechenden Lizenzen kosten. Hinzu kommen jährlich etwa 650 Euro, um die laufenden Kosten zu decken, erklärte Kiesewetter.

Eine Frage, die sich durch die Einführung des Systems stelle, sei, mit welchen Geräten man dieses nutzen will. Es bestehe zum einen die Möglichkeit, die Software auf einem bereits vorhandenen Computer zu installieren, oder es könnten alternativ Geräte für die Ratsmitglieder angeschafft werden.

Aus dem Gemeinderat gab es für das vorgestellte System Lob, aber auch Kritik. So bemerkte etwa Gemeinderat Michael Ulrich, dass es aus seiner Sicht nicht mehr zeitgemäß sei, bei der Speicherung der Daten nicht auf eine Cloud-Lösung zu setzen. Wie Kiesewetter erklärte, habe man die Frage nach der Nutzung einer Cloud zumindest für den Server erörtert und sei dabei zu dem Schluss gekommen, dass die Ablage der Daten in einem virtuellen Speicher schwierig und wohl auch nicht erlaubt wäre. Die Daten auf den Geräten künftig in einer Cloud zu speichern könne aber gegebenenfalls möglich sein, das System gebe das derzeit aber noch nicht her, so Kiesewetter.

Frage nach Endgeräten wird separat behandelt

Im Verlauf der Diskussion stellte sich zudem heraus, dass aus Sicht der Fischinger Gemeinderäte die Einführung der Software getrennt von der Anschaffung der Geräte behandelt werden solle. Vor dem Hintergrund des günstigen Angebots, das, wie Kiesewetter auf Nachfrage von Georg Denzer erklärte, noch in den nächsten Wochen gültig sei, ergebe es Sinn, sich an der gemeinsamen Lösung zu beteiligen. Ob und wann dann Geräte für die Gemeinderäte angeschafft werden, soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.

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