Fischingen Vom Schwyzerörgeli bis zum Musical

Konzentriert waren die Musiker des Akkordeon-Orchesters Fischingen bei der Sache. Foto: Gerhard Breuer

Fischingen - „Eine sehr attraktive Veranstaltung und die Halle bis zum letzten Platz besetzt“, freute sich Bürgermeister Axel Moick. Das Akkordeon-Orchester Fischingen (AOF) hatte zum Jahreskonzert geladen, und viele aus dem Ort und der Region kamen, um die Hobby-Musiker in Aktion zu erleben.

„Bunt gemischt“ war das Motto, und das traf genau den Geschmack des Publikums. Der Klang der 24 Instrumente einschließlich Schlagzeug begeisterte Jung und Alt. Den Beginn markierte der Fanfaren-Marsch des Konzertorchesters unter Leitung des „Gründervaters“ und Dirigenten Dieter Lau. Dann waren die Kleinen dran, die sehr überzeugend vier Stücke unter Stabführung von Karin Schmiedlin boten.

Ins Land der „Schwyzer­örgeli” wurden die Zuhörer mit dem Stück „Hopp de Bäse“ entführt. Das Ensemble ist, sagte Vorsitzende Renate Linder, praktisch das „Kammerorchester“.

„Am schönen Genfersee“, „Toggenburger Leben“ und schließlich „Öppis fürs Gmüet“ brachten die Musiker zu Gehör, bevor die Moderatorinnen Samira Pfeiffer (acht Jahre) und Sara Lau (neun Jahre) „endlich Pause“ riefen. Lampenfieber oder Scheu vor Hunderten von Leuten kannten die kleinen Mädchen nicht.

Ausflug nach Ungarn

Die weite Hügel- und Seenlandschaft Ungarns kam mit der „Mazury-Rhapsodie“ in Sicht, die das wilde Temperament der Puszta mit dem feierlichen Klang der Glocke des Elektroniums verband. Dieses Misch-Instrument aus Akkordeon und Keyboard – gespielt von Carina Gisin – trug im Laufe der Veranstaltung häufiger zu neuen Klangerlebnissen bei.

Mit deutlich ausgreifenden, energischen Bewegungen führte Dieter Lau das Orchester, wobei man schon von vollem Körpereinsatz sprechen konnte, wenn er die Bässe lockte. „Als Dirigent“, sagte Lau, „ist man selbst erst einmal Musiker.“ Dann kommt die Dirigentenausbildung. Wo ist kein Geheimnis: in Trossingen bei der Firma Hohner. Man sagt, dort befinde sich die Welthauptstadt der Ziehharmonika. 42 Jahre Erfahrung mit diesem Schwergewicht der Instrumente hat Dieter Lau. Er ist Gründer des Orchesters in Fischingen und seit 22 Jahren Dirigent.

Nach der Pause steigerte sich das Orchester noch, die Darbietung nahm Tempo und Dynamik auf, und bei „Viva la vida“ von Coldplay erreichte das Programm mit fliegenden Glissandi einen Höhepunkt. Kaum einer der Zuhörer konnte sich dem Rhythmus entziehen.

Und dann kam die Mimi, angesagt von den kleinen Moderatorinnen: „Mein Papa schläft beim Tatort immer ein.“ Aber die Mimi geht laut Schlagertext ohne Krimi nie ins Bett. Und der Kriminal-Tango war ohne die rote Laterne und den Schuss (vom Elektronium) undenkbar. Das Publikum hatte Spaß.

Glänzende Solisten

Eigentlich sind Akkordeonisten Teamspieler, aber beim Schlusspunkt zeigen die Solisten ihr Können. Ein Querschnitt durch die Lieder der Gruppe Queen mit Titeln wie „Barcelona“, „We are the Champions“ und „Bohemian Rhapsody“ bewies noch einmal in bestechender Klangfülle das Können des Fischinger Akkordeon-Orchesters.

Die bunte Mischung wirkte sich schließlich auch positiv auf das Applausverhalten des Publikums aus (die Moderatorinnen versprachen: „Wenn Sie genug klatschen, gibt es auch eine Zugabe“), denn es gab eine Zugabe, welche den Zuhörern beim anschließenden Umtrunk und auf dem Nachhauseweg am Vorfrühlingsabend noch lange im Ohr blieb: „The Lion sleeps tonight“.

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