Fröhnd Fröhnd wagt neues Solarparkprojekt

Peter Schwendele
Der „Solarpark am Rhein“ auf der ehemaligen Deponie im Rheinfelder Ortsteil Herten. Ein ähnliches Projekt soll in Fröhnd realisiert werden. Foto: zVg

Die Elektrizitätswerke Schönau wollen auf Gemarkung der Gemeinde Fröhnd einen Solarpark errichten. Das Vorhaben wurde in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch vorgestellt, wobei das Gremium den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan traf.

Von Peter Schwendele

Fröhnd. Nachdem ein ähnliches Projekt der Firma Energiedienst in Fröhnd gescheitert ist – ein nicht kartiertes Biotop sorgte im Sommer für das Aus –, will es nun die EWS Energie GmbH wissen. Zur Debatte steht eine fünf Hektar große Fläche im Süden der Gemarkungsfläche, westlich der Gemeindeverbindungsstraße von Hepschingen nach Pfaffenberg.

Stromversorgung für 1400 Haushalte

Die reine Anlagenfläche, auf der 11 300 Module vorgesehen sind, beträgt knapp vier Hektar. Die erwartete Stromproduktion beläuft sich auf dreieinhalb bis vier Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Dies entspricht laut EWS einem Einsparpotenzial von etwa 1700 Tonnen CO2 pro Jahr beziehungsweise 1,7 Kilogramm Atommüll pro Jahr.

Mit der Anlage können 1400 Haushalte mit Strom versorgt werden. „Das wäre der größte Solarpark im Landkreis Lörrach“, sagt Bürgermeister Michael Engesser, der bereits im Februar mit der EWS Kontakt aufgenommen hat, um ein Solarparkprojekt in Fröhnd umzusetzen. Der Rathauschef ist optimistisch, dass das „tolle Projekt“ zustandekommt und freut sich, dass seine Gemeinde „fortschrittlich unterwegs“ ist und einen Beitrag zur Energiewende leisten will. „Wir bieten das, was wir haben: Flächen und Sonne“, meint Engesser und verweist darauf, dass es in Zukunft viel mehr solcher Projekte wird geben müssen, sollen die von der künftigen Bundesregierung verkündeten Ziele in Sachen Nutzung regenerativer Energien erreicht werden. Auch für Fröhnd lohnt sich das Vorhaben. Das Dorf kann nach Engessers Angaben mit Pachteinnahmen von 10 000 bis 12 500 Euro pro Jahr rechnen.

Der Gemeinderat nahm am Mittwoch die von EWS-Vertreter Felix Kübler vorgestellte Planung wohlwollend auf. Bei einer Enthaltung wurde der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan Sondergebiet „Solarpark Fröhnd“ gefasst.

Da das Planungsgebiet im Flächennutzungsplan als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen ist, muss dieses Planwerk geändert werden. Dies soll in der nächsten Verbandsversammlung des Gemeindeverwaltungsverbands Schönau am 9. Dezember erfolgen.

EWS: Wertvoller Beitrag zum Klimaschutz

Die EWS werten die Erzeugung von Solarstrom als wertvollen Beitrag zum Klimaschutz in der Region. In einem Präsentationspapier heißt es: „Die Vereinbarkeit von regenerativer Stromerzeugung und Flächeninanspruchnahme ist uns ein Anliegen. Durch die Errichtung eines Solarparks kann eine bisher intensiv landwirtschaftlich genutzte Fläche ökologisch aufgewertet werden. Verglichen mit der Nutzung von Energiepflanzen zur Biogasverstromung ist die Energieausbeute aus Solarparks um ein Vielfaches höher.“

Die EWS wollen die innerhalb des Solarparks entstehenden Grünflächen „ökologisch sinnvoll“ nutzen, zum Beispiel durch Schafbeweidung oder Mulchmahd. Geplant ist, den Solarpark nicht über das Erneuerbare-Energien-Gesetz vergüten zu lassen, sondern diesen per Direktvermarktung zu betreiben. Der Ökostrom soll direkt an die EWS Vertriebs GmbH verkauft werden, die ihn anschließend an die Endkunden liefert.

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