Fröhnd Ist der große Aufwand angemessen?

Der Wolf und sein vermehrtes Auftauchen im Süden des Landes führt derzeit zu vielen Diskussionen.Foto: dpa/Alexander Heinl Foto: Die Oberbadische

Der Wolf ist in der Region (noch) unsichtbar. Trotzdem sorgt der graue Vierbeiner bei den Landwirten im Belchengebiet für Angst und Schrecken. Und den Gemeinderäten, die sich seit Monaten gegen die Ansiedlung des Wolfes ebenso massiv wie erfolglos wehren, bereitet das Thema große Sorgen, wie sich auch in der Ratssitzung am Mittwoch in Fröhnd zeigte.

Fröhnd (hjh). Man tut sich schwer damit, Lösungen zum Schutz der Nutztiere zu favorisieren. Ist ein Schutzzaun empfehlenswert? Welche Vorteile bringt er? Zufriedenstellende Antworten fanden die Fröhnder Gemeinderäte mit ihrem Bürgermeister Michael Engesser auch bei einer weiteren Diskussionsrunde in der Sitzung am Mittwoch nicht.

Gemeinden haben den „Schwarzen Peter“

Aber sie haben – weil ihnen „von oben“ die Genehmigung von Wolfszäunen ins Pflichtenheft geschrieben wurde – den „Schwarzen Peter“ in der Hand und sind deshalb Zielscheiben des Unmuts vieler Betroffener.

Den aktuell drei Antragstellern (einer hat die Genehmigung bereits in der Tasche und sorgt sich nun, dass daran „nach nur wenigen Wochen schon wieder gerüttelt wird“) legte Engesser ans Herz, sich Gedanken darüber zu machen, ob sie den „riesigen Aufwand“, der mit der Hege und Pflege des Zauns nach den Richtlinien und Auflagen der Ministerien das ganze Jahr über verbunden sei, tatsächlich auf sich nehmen wollen.

Schließlich, so Bernhard Stiegeler, könne es im schlimmsten Fall dazu kommen, dass es die für den Schadensfall versprochenen Entschädigungen nicht gibt, wenn der Zaun nicht den Richtlinien entsprechend aufgestellt sei. „Wer will, der findet dann auch etwas, um sich aus der Verantwortung stehlen zu können“, mahnte Stiegeler zur Vorsicht.

Und unisono stellten die Ratsherren mit ihrem Bürgermeister die Frage in den Raum: „Ist es wirklich realistisch, das alles jahrelang durchzuziehen?“ Und zwar auf die Gefahr hin, dass es am Ende dann doch kein Geld gibt.

Schreckensszenario weiter ausgeschmückt

Das Schreckensszenario wurde weiter ausgeschmückt. Wer einen Zaun aus welchen Gründen auch immer aufstelle, sei für Schäden jeder Art verantwortlich, hieß es. Das betreffe in erster Linie Spaziergänger und Wanderer, nicht zuletzt aber auch Skifahrer, die nicht mehr wie gewohnt querbeet durch die Landschaft streifen könnten, wenn große Flächen eingezäunt sind, und die bei entsprechenden Schneehöhen einen Zaun zwar nicht sehen, aber darüber stolpern könnten.

So richtig helfen konnten Argumente wie die eines Ratsmitglieds, dass Landwirte, die nichts machen, auch garantiert keinerlei Vergütungen bekommen, nichts. Und wenig hilfreich war auch der Hinweis, dass mit den Vorschriften lediglich EU-Recht umgesetzt werde, das von Fröhnder Seite nicht anfechtbar sei.

Bernhard Stiegeler zum Beispiel fuhr dem so argumentierenden Bürgermeister in die Parade. „EU-Recht hin oder her. In Deutschland ist es leider so, dass dieses Recht nie angepasst wird, sondern dass meist noch eins draufgesetzt wird“, ärgerte sich der Gemeinderat.

Jeden Antragsteller individuell behandeln

Beschlossen wurde am Ende, jeden Antragsteller mehr oder weniger individuell zu behandeln, grundsätzlich aber dem Wunsch, einen Zaun erstellen zu dürfen, unter Hinweis auf die eventuellen Besonderheiten der Gebiete zu entsprechen. Engesser versprach, Abweichungen in Einzelfällen mit dem Gremium zu besprechen. Aber er hoffe auch, dass sich die Antragsflut in Grenzen halte: „Wer weiß, vielleicht bleibt es bei den drei Anträgen, die wir jetzt haben.“

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