Fröhnd Riesenfreude mit „Stille Helden“

Die „Dorfrocker“ spielten zum zweiten Mal in Fröhnd – und begeisterten die Zuschauer, die dem Regen trotzten (weitere Bilder vom Konzert in unserer Bildergalerie im Internet).Foto: Gudrun Gehr Foto: Die Oberbadische

Fröhnd ist um eine Attraktion reicher. Die aus ­Kirchaich / Unterfranken stammenden drei Brüder Philipp, Markus und Tobias Thomann machten hier Halt mit ihrer rollenden Bühne. Hier präsentierten sie sich zum 46. Konzert in den letzten zweieinhalb Monaten auf ihrer deutschlandweiten „Heldentour“ auf der Wiese hinter der Gemeindehalle.

Von Gudrun Gehr

Fröhnd. Das zugehörige Video der Tour entwickelte sich zum Internet-Hit, millionenfach wurde ihr Lied „Stille Helden“ angeklickt. Mit ihren Liedern will die Band die Arbeit etwa von Verkäufern im Einkaufsmarkt, den Pflegekräften oder Feuerwehrleuten während der Corona-Krise würdigen. Gastgeber des Trios, das sich mit seiner Musik zwischen Volksmusik, Schlager, Country und Rock bewegt, war die Trachtenkapelle Fröhnd unter Leitung der Vorsitzenden Lydia Payer.

Geradezu vorbildlich waren die Maßnahmen, die hier zum Infektionsschutz ergriffen wurden. Diszipliniert betraten die etwa 200 Besucher - vorwiegend junge Gäste - den Eingang zum Festgelände mit Mundschutz, mit Händedesinfektion und im Einbahnverkehr. Aufgezeichnete Kreise bedeuteten den Stehplatz für eine bestimmte Anzahl Besucher. Den einzigen Wermutstropfen, den das mitreißende Konzert zu bestehen hatte, war der ununterbrochene Regen.

Die Besucher ließen sich die gute Laune unter den Regenschirmen jedoch nicht verderben, so konnte man ungehindert mitsingen, winken, sich im Takt wiegen und über die gute Konzertstimmung freuen.

Vorsitzende Lydia Payer berichtete: „Wir wurden von den Dorfrockern angefragt, ob wir für sie ein Konzert ausrichten könnten. Die Musiker sind bei uns bereits 2017 beim Zeltfest aufgetreten, und offenbar sind wir ihnen in guter Erinnerung geblieben“.

Vor der endgültigen Zusage besuchte das Team der Trachtenkapelle zum Test kurzerhand Ende Juli Unterkirnach, wo die Jungs drei Konzerte gaben, und verschaffte sich so Eindrücke der Veranstaltungen. Hier wurde entschieden, dass das Wagnis mit dem Konzert unter Corona-Bedingungen eingegangen werden kann. Insgesamt 60 Helfer aus dem Verein und der Freiwilligen Feuerwehr packten bei den tagelangen Vorbereitungen mit an.

Im Gespräch mit unserer Zeitung äußerte sich Markus Thomann: „Die Leute sollen Licht am Horizont sehen, sie sollen sich angesprochen fühlen, wir wollen danke sagen“. Und weiter: „Für uns ist nicht ausschlaggebend, eine optimale Besucherzahl zu bekommen, sondern dass wir den Leuten eine Freude machen.“

Die drei sympathischen Brüder in ihren strammen Lederhosen stammen selbst vom Land und hatten sich im Nu zu Publikumslieblingen gemausert, die Besucher waren vollkommen im Bann des Trios.

Das Dorfleben steht in ihren Liedtexten im Vordergrund. So erfolgte die Eröffnung des Konzertes mit „Im Dorf wo ich geboren bin“. Markus Thomann moderierte: „Wir treten für alle stillen Helden auf. Auch wenn wir - je nach Bundesland - nur für 100 oder 200 Menschen musikalisch danke sagen können, ist das allemal besser, als untätig zu sein und Trübsal zu blasen“.

Bereits am Vormittag hatte die Band ihr neues Album in der Fernsehsendung „Immer wieder sonntags“ im Europa-Park Rust vorgestellt. Schlag auf Schlag ohne Pause ging es weiter mit fetzigen, witzigen und auch nachdenklichen Liedern. Die Hommage an die Oma der drei, „Oma Hanna“, war das ideale Lied für winkende Hände, Oma Hanna starb jedoch leider kurz nach Veröffentlichung des Liedes. Mit „Vogelbeerbaum“, „Sie hatte nur Schuhe an“, „Bolzplatzhelden“ oder „Dorfkind“ heizte das Trio dem Publikum ordentlich ein, das jedes Frösteln im nasskalten Wetter vergaß.

„Stille Helden mögen’s leise. Sie zählen nicht die Stunden, schauen nicht auf ihre Uhr. Was sie täglich leisten, wissen sie alleine nur.“ So lautet der nachdenkliche Text des Top-Titels und des Dankeschön-Liedes „Stille Helden“.

Moderator Markus Thomann hatte mit seinen Brüdern auch die schöne Schwarzwald-Landschaft rund um Fröhnd besucht: „Euer Ort wird sich auf unserem nächsten Video befinden. Vielleicht landet Fröhnd noch in den Video-Charts.“

Für einen tollen Sound sorgten ferner Jens am Bass und Freddy am Keyboard. Auch die „wasserdichte“ Technik schaffte ihren Beitrag zum sehen- und hörenswerten Konzert in Fröhnd. Sogar den Wettergott besänftigten die fränkischen Musiker, gegen Konzertschluss endete auch der Regen.

Der Countdown läuft! Jetzt bis zum Jahresende gratis lesen. Schnell HIER anfordern.

  • Bewertung
    9

Umfrage

Corona-Regeln

Die Corona-Infektionszahlen steigen wieder an. Werden Sie Ihre Aktivitäten jetzt wieder verstärkt einschränken und persönliche Kontakte vermeiden?

Ergebnis anzeigen
loading