Fröhnd Viel grüne Energie produzieren

Christoph Schennen

Der Gemeinderat hat entschieden, eine Bürgerbefragung zum Windpark „Zeller Blauen“ und zum „Energiepark Hochgescheid“ durchzuführen. Fröhnder Bürger ab 16 Jahren sollen die Frage beantworten, ob sie im Rahmen dieser beiden Projekte weitere Windkraftanlagen auf Fröhnder Gemarkung befürworten oder ablehnen.

Von Christoph Schennen

Fröhnd. Die Abstimmung findet am Sonntag, 4. Dezember, von 9 bis 18 Uhr im Sitzungszimmer des Rathauses statt. Überlegt wird, auch eine Briefwahl zu ermöglichen. Wahlberechtigt sind 390 Bürger. Die Bürger können sich am Donnerstag, 24. November, ab 19 Uhr in der Halle über die Planungen informieren.

„Das Votum der Bürgerbefragung ist bindend“, erklärte Bürgermeister Michael Engesser. Wenn sich die Bürger also mehrheitlich gegen weitere Windkraftanlagen im Gemeindegebiet entscheiden, dann werden in der Gemeinde keine Windkraftanlagen errichtet. Engesser befürwortet die Aufstellung von Windkraftanlagen. Die Gemeinde erziele durch die Windkraftanlagen Einnahmen, die es unter anderem ermöglichten, „die teilweise marode Infrastruktur in Ordnung zu bringen und eine Entlastung der extrem hohen Wasser- und Abwassergebühren herbeizuführen.“ Er rechnete vor: „Die Mindestpacht je Windenergieanlage beträgt 100 000 Euro, wobei die Einnahmen zu 50 Prozent über den Flächenanteil an der am Zeller Blauen für Windkraft ausgewiesenen Fläche und zu 50 Prozent über den direkten Standort aufgeteilt werden sollen. Bei insgesamt 3,5 Anlagen auf Fröhnder Gemarkung und einem Flächenanteil von voraussichtlich 21,6 Prozent beträgt die garantierte Mindestpacht 272 200 Euro.“ Hinzu käme eine Kommunalabgabe von etwa 40 400 Euro.

Untersuchugen zum Artenschutz

Tobias Tusch (EWS) stellte in der Sitzung des Gemeinderats den aktuellen Stand des „Parklayouts“ vor. Die EWS will auf den Höhenrücken des Zeller Blauen neun Windkraftanlagen errichten und strebt die Genehmigung von zehn Standorten an. Sie ist davon überzeugt, dass die Windhöffigkeit an den von ihr ausgewählten Standorten reicht, „um dort viel grüne Energie zu produzieren“, betonte Tusch. Nächstes Jahr soll eine Artenschutzuntersuchung durchgeführt werden, bis Ende desselben Jahres soll die Genehmigungsplanung abgeschlossen sein. 2024 soll laut Tusch das Genehmigungsverfahren starten, 2025 der Windpark realisiert werden. „Es wird ein öffentliches Genehmigungsverfahren geben, in dem die Bürger gehört werden.“ Er hob hervor, dass die Windkraftanlagen im Vergleich zur Planung von 2018 noch leistungsfähiger geworden sind. Die Anlagen haben inzwischen einen Rotordurchmesser von 170 Meter und eine Gesamthöhe von 255 Meter. Pro Windenergieanlage kann ein Planjahresertrag von zwölf Gigawattstunden erzielt werden. Zahlreiche Windenergieanlagen liegen auf der Grenze zweier Gemeinden - auf der Grenze zwischen Zell und Fröhnd, auf der Grenze zwischen Fröhnd und dem Kleinen Wiesental oder auf der Grenze zwischen Böllen und Kleines Wiesental. Es ist möglich, so Tusch, die geplanten Standorte um einige Meter zu verschieben, wenn die Bürger sich mehrheitlich dafür aussprechen.

Die Abstände werden eingehalten

Sämtliche vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Abstände zur Wohnbebauung werden eingehalten. Das gilt auch für die zwei geplanten Windkraftanlagen der Ökostromgruppe Freiburg auf dem 1200 Meter hohen Hochgescheid. Ihr Abstand zur Wohnbebauung beträgt in alle Richtungen mindestens 1147 Meter. Südlich der Windräder will die Ökostromgruppe auf einer Fläche von vier Hektar eine PV-Freiflächenanlage errichten. Michael Engesser erklärte, auf der dafür vorgesehenen Fläche könne niemals Wald wachsen. Man habe die Fläche bepflanzt, aber ohne Erfolg. Weil sie der Sonne ausgesetzt sei, könne man sie als PV-Fläche nutzen.

Die Gemeinderäte äußerten sich zu den Plänen überwiegend positiv. Stefan Keller kritisierte, dass die Bürger nun innerhalb der nächsten zwei Wochen eine Entscheidung über die Projekte treffen müssten. Er plädierte dafür, über die Projekte getrennt abzustimmen - was der Gemeinderat aber mehrheitlich ablehnte. Er fragte auch danach, ob es möglich sei, die Windräder auf der anderen Seite der Grenze ohne Fröhnder Beteiligung aufzustellen.

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