Fußball Auf Jubelausbruch folgt Frust

Duell zweier Torschützen: Der Weiler Ridje Sprich (rechts) trifft zum 1:0, Süleyman Karacan köpft den 2:2-Ausgleich. Foto: Uli Nodler Foto: Die Oberbadische

Die letzten zehn Minuten der Verbandsliga-Partie am Samstag im heimischen Nonnenholz wird der SV Weil so schnell nicht vergessen. Nach einer wilden Achterbahnfahrt trennten sich die enttäuschten Gastgeber vom letztlich glücklichen Spitzenreiter SC Pfullendorf mit 2:2.

Von Uli Nodler

Weil am Rhein. Nach dem Schlusspfiff schimpften die Weiler Spieler wie Rohrspatzen, wollten den Pfullendorfer Ausgleich nach 93 Minuten nicht wahrhaben. In der Tat vergällte ein dilettantisches Abwehrverhalten der Heimmannschaft kurz vor Ende der Nachspielzeit eine über weite Strecken in allen Mannschaftsteilen großartige Leistung. Was war passiert? Ein Freistoßball segelte in der Weiler Strafraum auf den Kopf vom Süleyman Karacan. Und zum Entsetzen aller durfte der aufgerückte Innenverteidiger den denkbar glücklichen Ausgleich köpfen.

Zwei Minuten zuvor waren die Blauen noch außer sich vor Freude. Torjäger Ridje Sprich sprintete auf der linken Seite der aufgerückten SCP-Abwehr davon, spielte den perfekten Querpass auf den mitgelaufenen Justin Samardzic. Und der Offensivmann jagte die Kugel mit Urgewalt zum 2:1 unter die Latte. Der gesamte Weiler Tross explodierte vor Freude, war sich sicher, dass ihnen der Tabellenführer den Sieg nicht mehr streitig machen konnte. Und dann folgte dieser Blackout zwei Minuten später...

Prädikat Spitzenspiel ist wohlverdient

Das Duell des gastgebenden Sechsten gegen den Primus der Liga hatte das Prädikat „Spitzenspiel“ fraglos verdient. In den ersten Minuten konnte der SVW den Respekt vor dem Tabellenführer nicht ablegen. Doch diese Scheu verflog bei den Gastgebern schnell. Bis auf jeweils eine Ausnahme hatten die beiden Abwehrreihen alles im Griff. So waren trotz hohem Tempo und gelungenen Ball-Stafetten spektakuläre Strafraumszenen vor der Pause Mangelware.

Die erste Chance für den SV Weil bot sich nach 18 Minuten, als Samardzic den Ball zu Sprich durchsteckte. Weils aktuell bester Torschütze stürmte aufs Pfullendorfer Tor zu, als ihn der Abseitspfiff von Schiedsrichter Nico Gallus (Nordrach) stoppte. Doch der junge Assistent an der Linie hatte fälschlicherweise die Fahne gehoben. Nach 37 Minuten bot, sich den Grenzstädtern die zweite Chance zu Führung. Zunächst wurde Sprich im letzten Moment geblockt, dann jagte Samardzic den Ball im Nachschuss über die Latte.

Auf der Gegenseite hatte die Weiler Defensive bis zur Nachspielzeit der ersten Halbzeit alles im Griff. Doch dann traf Luca Gruler mit einem herrlichen Flugkopfball nur den Pfosten des Weiler Tores.

Sechs Minuten nach Wiederanspiel war der Bann jedoch gebrochen. Marvin Stöhr tankte sich über links durch und bediente dann Sprich, der den Ball aus wenigen Metern direkt in den Winkel bugsierte.

Anschließend wollte der SV Weil den knappen Vorsprung verwalten, zog sich zurück und überließ dem Tabellenführer die Initiative. Den Gästen fiel in der Offensive angesichts der ausgezeichneten Weiler Defensive nicht viel ein. Die Rechnung schien aufzugehen, ehe der Assistent an der Linie, der mit der Abseitsregel zuvor auf Kriegsfuß stand, ein Handspiel von Buba Ceesay gesehen haben wollte.

Nach einer gefühlten Ewigkeit zeigte Gallus auf den Punkt. Den Elfmeterball versenkte Pfullendorfs Torjäger Silvio Battaglia souverän. Es war sein erst positiver Auftritt in dieser Partie. Ansonsten war er bei David Groß und Hannes Kaiser völlig abgemeldet. Es folgte für den SV Weil eine Achterbahn der Gefühle.

Keine Frage: Für Pfullendorf war es ein glücklicher Punktgewinn. Allerdings hatte Gruler in der 95. Minute sogar das 3:2 auf dem Fuß

Der Countdown läuft! Jetzt bis zum Jahresende gratis lesen. Schnell HIER anfordern.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Corona-Regeln

Die Corona-Infektionszahlen steigen wieder an. Werden Sie Ihre Aktivitäten jetzt wieder verstärkt einschränken und persönliche Kontakte vermeiden?

Ergebnis anzeigen
loading