Fußball Bessere steht mit leeren Händen da

Elfmeter verschossen, zweimal Aluminium, mehr Spielanteile. Eigentlich sprach im Heimderby alles für den VfR Bad Bellingen. Aber am Ende jubelte Spitzenreiter FSV Rheinfelden über einen schmeichelhaften 2:1-Erfolg.

Von Uli Nodler

Bad Bellingen. So war dann Bad Bellingens Trainer Yannik Domagala, der sich kurz nach der Pause mit Werner Gottschling, FSV-Coach und sein Vorgänger beim VfR, zoffte, nach dem Match enttäuscht: „Wir waren heute das bessere Team und spielerisch überlegen. Am Ende haben wir uns aber für den großen Aufwand nicht belohnt.“

In der Tat: Der VfR Bad Bellingen dominierte gegen einen sichtlich beeindruckten FSV Rheinfelden sowohl vor als auch nach der Pause. Unbestritten ist allerdings auch, dass die Gäste mit einer neuen Qualität beeindruckten. Sie blieben ruhig, spielten nicht kopflos und schlugen dann eiskalt zu, nutzten zwei von ihren drei hochkarätigen Tormöglichkeiten zu den beiden Treffern. Trotz Rückkehrer Sven Siegin hatte der VfR Bad Bellingen vor rund 400 Zuschauern im Rheinstadion diese Qualität nicht. „Außer den beiden Gegentoren haben wir nichts zugelassen. Das waren aber letztlich zwei Fehler zu viel“, haderte Domagala.

Derweil hatte der Tabellenführer mit personellen Nackenschlägen zu kämpfen. Wegen der Gelb-Roten Karte im letzten Pflichtspiel musste Gottschling den offensiven Leistungsträger Arben Gashi ersetzen. Nach zwei Minuten war die Partie auch für Abwehrchef Julian Jäger beendet. Ohne Einwirkung des Gegners knickte er im Rückwärtslaufen mit dem linken Fuß um, humpelte vom Platz. „Wir mussten somit in der ersten Halbzeit mehrmals umstellen. Das hat unserem Spiel nicht gut getan“, merkt Gottschling an.

Vom Anspiel weg machten die Bad Bellinger Druck, gingen aggressiv in die Zweikämpfe, und hinten räumte ein überragender Abwehrchef Enno Mayer kompromisslos auf. Der linke Außenverteidiger Ali Zeynel Durmus gewann gefühlt jeden Zweikampf gegen FSV-Torjäger Almin Mislimovic, und in der Gäste-Zentrale konnte Serkan Korkmaz das Spiel nicht ordnen.

Schon nach drei Minuten gab’s die erste Schrecksekunde für den FSV. Völlig unbedrängt spielte Mislomovic einen Rückpass in Richtung Torhüter Oguz Ozan. Der ungenaue Ball wurde vom FSV-Keeper jedoch noch vor Überschreiten der Torlinie abgefangen.

Und nach 20 Minuten führte Bad Bellingen mit 1:0. Siegin tanzte nahe der Torauslinie FSV-Kapitän Jeremy Stangl, der ansonsten aber an diesem Derby-Tag zu den besten Gästespielern zählte, aus, passte zum freistehenden Tim Schillinger, der die Kugel aus wenigen Metern im Rheinfelder Tor unterbrachte.

Eher überraschend fiel fünf Minuten vor der Pause dann doch noch der Ausgleich. Es war der einzige gelungene Auftritt von Mislimovic, der Jason Cerimi per Doppelpass einsetzte. Der FSV-Offensive überwand den machtlosen Luca Bannwarth im VfR-Kasten mit einem platzierten Flachschuss. Dennoch hätten die Gastgeber eigentlich mit einer Führung in die Pause gehen können. Nachdem Stangl Matthias Dold im Strafraum von den Beinen geholt hatte, scheiterte Moritz Reif mit einem schwach geschossenen Foulelfmeter an Ozan, der den Ball noch vor Überschreiten der Torlinie zu fassen bekam. Der Neue im FSV-Kasten lässt derzeit Stammkeeper Dany Quintero vergessen. Der ist mit der Reservistenrolle nicht zufrieden und schwänzt aktuell das Training. Da ist eine Trennung wohl wahrscheinlich.

Ein feines Händchen hatte Gottschling mit einer Einwechslung. Nach der Pause brachte er Shkelzen Shabani. Der Stürmer aus der zweiten Mannschaft war dann in Minute 55 maßgeblich für die 2:1-Führung des FSV verantwortlich. Er jagte Leon Dickau den Ball ab, legte quer zu Cerimi, der mit seinem zweiten Flachschuss an diesem Tag den Spitzenreiter mit 2:1 in Führung brachte.

In der Folgezeit kam Siegin auf Touren, scheiterte zunächst mit zwei Kopfbällen (58./62) und dann zweimal am Pfosten (71./73.). Der Ausgleich wollte dem VfR Bad Bellingen aber einfach nicht mehr gelingen.

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