Lörrach - Nach dem Schlusspfiff stapften die Rothemden wie begossene Pudel vom Rasen. Wieder verloren, aber wieder ebenbürtig gewesen. Es ist wie verhext. Während der FV Lörrach-Brombach beste Chancen nicht im Gehäuse unterbringt, nutzt der Gegner Fehler gnadenlos aus. So wie der Offenburger FV, der mit 4:1 (2:1) die Oberhand behielt.

Es gab zwei Schlüsselmomente in dieser Begegnung, die dem FVLB ein durchaus verdientes Unentschieden vermasselten. In der 68. Minute machte Patrice Glaser alles richtig, setzte sich an der Grenze zum 16 Meter-Raum gegen einen Gegenspieler durch, lief zum Tor und zog völlig freistehend ab. Allerdings viel zu mittig, so dass Florian Streif im OFV-Kasten parieren konnte. „Normalerweise schiebt er den rein“, meinte Coach Enzo Minardi nach dem Match. Tatsächlich hätte Glaser mit einem platzierten Schuss ins kurze Eck wohl mehr Erfolg gehabt.

In dieser Phase war der FVLB tonangebend, die Offenburger taten relativ wenig für das Match, tauchten nur dann offensiv in Erscheinung, wenn die Hausherren sie mit Fehlabspielen in der Vorwärtsbewegung quasi einluden. Offenburg zog daraus aber kein Kapital. Bis zur 79. Minute. Da unterlief Lamin Colley ein katastrophaler Fehlpass am Mittelkreis. Kurze Zeit später hatte Joker Fabian Herrmann den Offenburger Gegenangriff im Kasten untergebracht – 1:3.

Das war die Entscheidung in dieser Partie vor gerade einmal 100 Fans bei ungemütlichen Witterungsbedingungen. Darunter auch acht Fans aus der Ortenau, die immer wieder ihr Team lautstark anfeuerten.

Der OFV hatte auch gut begonnen und ging mit einem etwas glücklichen Lupfer durch Marco Junker schon nach fünf Minuten in Front. FVLB-Keeper Dominik Lüchinger konnte nur hinterherschauen.

Genauso Dusel hatte dann der Gastgeber drei Zeigerumdrehungen später, als Streif im OFV-Tor eine hohe Flanke von Daniel Briegel aus den Händen gleiten ließ, Witali Semenschuk goldrichtig stand und das runde Leder nur noch über die Linie drücken musste.

Tsolakis Kopfballtor hätte zählen müssen

Offenburg agierte mit Tempo, setzte sich immer über die Außenbahn in Szene. Samuel Geiler und Marco Pete­r-eit waren immer wieder daran beteiligt. Nicht unverdient war deshalb das 1:2 in der 38. Minute durch Louis Beiser-Biegert per Abstauber. Glück für den FVLB zudem, dass zuvor in der 28. Minute ein Kopfballtreffer von Dimitrios Tsolakis die Anerkennung verweigert wurde. Der Schiri-Assistent hatte eine Abseitsstellung erkannt, doch stand ein FVLB-Akteur bei dieser Aktion direkt am langen Pfosten.

Lörrach hatte vor der Pause zwei gute Szenen. Kurz vor dem 1:2 hatte sich Daniel Briegel nach Doppelpass mit Semenschuk den Ball zu weit vorgelegt, in der 18. Minute wurde eine schöne Kombination mit Glaser und Semenschuk im letzten Moment unscharf gemacht. Nach Wiederbeginn agierte der Gastgeber mutiger, es war mehr Bewegung im Spiel. Andy Lismann tat dem FVLB-Spiel gut. Sein satter Schuss in der 58. Minute lenkte Streif zur Ecke. Und nach Glasers riesiger Möglichkeit zischte ein 23 Meter-Schuss von Briegel in der 72. Minute nur knapp am Pfosten vorbei.

Der Treffer fiel sieben Minuten später auf der Gegenseite. Damit war die Messe gelesen. Luca Kehl setzte in der 86. Minute dann den Schlusspunkt zum 4:1.