Fußball Das Miteinander steht im Mittelpunkt

FVLB-Coach Erkan Aktas gibt die Richtung vor, und seine Jungs folgen ihm gerne. Foto: Grant Hubbs Foto: Die Oberbadische

Es ist noch gar nicht lange her, da stand die Verbandsliga-Zukunft des FV Lörrach-Brombach am Scheideweg. Das Abstiegsgespenst kreiste über dem Grütt, und die vielen Akteure waren derart unzufrieden, dass sie mit einem Vereinswechsel liebäugelten. Das ist Vergangenheit. Mit Erkan Aktas, der einige helfende Hände zum Mitmachen überredete, kam die Wende. Sein Credo: Miteinander statt gegeneinander.

Von Mirko Bähr

Lörrach. „Und das soll nicht bloß eine schnell daher geredete Floskel sein“, unterstreicht Aktas. Man lebe das vor und nehme sich dieses Credo immer wieder zu Herzen. Und bislang habe es auch sehr gut funktioniert. „Ich finde es sehr positiv, dass alle an einem Strang ziehen, und zwar innerhalb des Teams und auch drumherum.“

Wissbegierige Kicker, die alles aufsaugen

Was er als großen Pluspunkt ansieht, ist, dass da eine Einheit auf dem Rasen steht. „Die Jungs respektieren sich untereinander. Das war schon letzte Runde so. Und auch die Neuen haben sich nahtlos eingefügt. Man hat kaum gemerkt, dass sie erst frisch dabei sind.“ So ein Gefüge sei sehr wertvoll. Dazu kommt, dass FVLB-Kicker allesamt „wissbegierig“ seien. „Sie saugen alles auf, sind kritisch zu sich, aber auch gegenüber den Kollegen.“

Im Grütt wird akribisch trainiert, Aktas kommuniziert offen, ist ehrlich und klare Vorstellungen. Er nimmt, so scheint es, seine Spieler mit. „Die Stimmung ist gut, ich bin sehr zufrieden mit der Vorbereitung.“

Die Testspiele nutzte Erkas vor allem dafür, um verschiedene Systeme auszuprobieren und die Akteure auf unterschiedlichen Positionen einzusetzen. „Wichtig war, wer und wo in welcher Grundordnung agieren kann. Die Frage, die ich mir gestellt habe, war: Wie polyvalent ist der Kader?“ Diese Erkenntnisse haben Aktas und sein Trainerteam weitergebracht.

Schön und spannend zugleich sei, dass nun endlich die Vorbereitung zu Ende gehe. „Sechs Wochen ist eine lange Zeit.“ Jetzt gehe es um Punkte. „Nun sieht man, ob sich das akribische Training ausbezahlt und wir das Einstudierte auch im Ernstfall in die Tat umsetzen können.“

Ein guter Start, davon träumt natürlich auch der 39-Jährige. „Das wäre gut für die Motivation, aber auch eine Belohnung für die gute Arbeit in der Vorbereitung.“ Aktas hat da sein Augenmerk auf taktische Varianten gelegt. So dass man auch während einer Begegnung sein System wechseln könne. „Kleine Stellschrauben, während der Ball rollt, und in aller Ruhe dann in der Halbzeit“, erklärt Aktas.

Der Bad Säckinger ist ehrlich. Die Ligakonkurrenten kenne er größtenteils nicht. „Ich kann es nicht einschätzen, aber ich kenne meine Mannschaft. Und wenn wir weiterhin probieren, unsere Ideen in die Tat umzusetzen, werden wir am Ende eine gute Runde spielen. Die Jungs haben sich zum Ziel gesetzt, die Vorrunde auf einem einstelligen Tabellenplatz zu beenden.“ In ein, zwei Monaten wisse man mehr.

Große Stücke hält Aktas unter anderem auf Wissam Kassem, der vom SC Dornach ins Grütt kam, und die Vorbereitung dazu nutzte, um auf sich aufmerksam zu machen. „Er hat durchtrainiert, seine Trainingsbeteiligung war hoch. Und somit hat er gute Karten, zum Saisonauftakt gleich in der Stammformation zu stehen“, erklärt Aktas. Kassem sei ein kreativer Kopf, der eine gute Spielintelligenz aufweist und noch dazu eine feine Technik sein Eigen nennen dürfe.

Lörrach (mib). „Alle freuen sich darauf, dass es endlich losgeht“: Erkan Aktas, Trainer des FV Lörrach-Brombach, und seine Mannschaft scharren mit den Hufen. Nach erkenntnisreichen Testpartien mit durchaus respektablen Leistungen – unter anderem gegen den Bahlinger SC im Pokal – wird es nun ernst. Es geht um die ersten Zähler der neuen Verbandsliga-Runde. Zuhause geht es am Samstag, 16 Uhr, gegen den FC Denzlingen.

Von einem Duell auf Augenhöhe spricht Aktas. Nachdem einige FVLB-Kiebitze den Gegner beim Pokalauftritt in Wittlingen genauer unter die Lupe genommen haben, steht für ihn fest, dass da „richtig Qualität auf uns zukommt“. Der FCD, der vergangene Runde ebenfalls lange im Tabellenkeller gegen den Abstieg kämpfte, kommt mit neuem Gesicht ins Grütt. Die Ab- und Zugänge bewegen sich jeweils im zweistelligen Bereich.

„Es wird zu Beginn ein Beschnuppern sein“, glaubt Aktas, der auf Witali Semenschuk (Kreuzbandriss), Luigi Squillace und Andy Lismann verzichten muss. Die zuletzt urlaubenden Mirko Böhler, Tarek Aliane und Arjenit Gashi werden wohl noch keine Rolle für die Startelf spielen.

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