Fußball Das runde Leder rollt (noch)

Wie lange dürfen die Kicker noch ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen?Foto: Mirko Bähr Foto: Die Oberbadische

Die zweite Welle rollt derzeit über uns hinweg: Die Corona-Pandemie setzt auch dem Sportbetrieb kräftig zu. Die Fußballer treten zwar noch immer gegen das runde Leder, doch die Spielausfälle aufgrund des Covid19-Virus häufen sich. Viele Hallensportarten pausieren derweil schon, manche setzen auf Freiwilligkeit.

Von Mirko Bähr

Lörrach. Die Corona-Ampel im Landkreis Lörrach leuchtet rot. Der kritische Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro Woche pro 100 000 Einwohnern wurde längst überschritten. Derzeit liegt die Zahl bei 84,3. Finden die Wettkämpfe in so genannten Hotspots statt, setzen einige Verbände auf Freiwilligkeit.

So besteht derzeit die Möglichkeit, das geplante Match abzusetzen. Die Handballer der HSG Dreiland beispielsweise machten davon schon am vergangenen Wochenende Gebrauch. Die Gäste des TTV Burgstetten, die in der Tischtennis-Oberliga bei den Damen des ESV Weil II antreten sollten, traten die Reise ebenso nicht an. Dasselbe in grün im Volleyball. Da hatte der VC Weil eine Verlegung beantragt. Liegt der Inzidenzwert bei über 100, wird der Spieltag im Übrigen automatisch verlegt.

Wesentlich strikter handhaben es die Verbandsverantwortlichen im Badminton, Roll- oder Eishockey und im Sportkegeln. Hier ruht derzeit der Spielbetrieb. Teilweise ist schon klar, dass bis Ende des Jahres nicht mehr um Punkte gekämpft wird.

Eine Pause oder gar einen Saisonabbruch gibt es derzeit bei den Amateurfußballern auf Ebene des Südbadischen Fußballverbandes indes noch nicht. Es wird fleißig gekickt, ob in der Ober-, Landes-, Bezirks- oder Kreisliga. Das ist aber nicht überall in Deutschland so. Am Sonntag zog Hamburg die Reißleine. Es ist bereits der dritte Fußballverband, der aufgrund der Corona-Pandemie erneut den Spielbetrieb einstellt.

Keine Fans in Todtnau, freiwillige Beschränkung in Laufenburg

Wie lange rollt in Südbaden noch der Ball? Das ist die Frage. Eine Maskenpflicht für die Zuschauer am Spielfeldrand auf dem gesamten Sportgelände und ein Verkaufsverbot für alkoholische Getränke wurden bereits verhängt. Schon länger gibt es Beschränkungen bei den Zuschauerzahlen und die strikte Trennung der Bereiche, wo sich nur Zuschauer beziehungsweise Spieler aufhalten dürfen. Das Einhalten des Mindestabstands von 1,5 Meter ist obligatorisch

Indes gilt auch auf den vielen Fußballplätzen der Region die wenig positiv daherkommende Weisheit, wonach Papier geduldig ist. Schaut man sich auf den Fußballplätzen um, dann darf man sich durchaus die Frage stellen, ob mit dem Ausfüllen des Anwesenheitsprotokolls sämtliche Vorgaben und Hygieneregeln außer Kraft gesetzt werden. Der Mindestabstand wird kaum einmal eingehalten, Zuschauer, die mit einer Maske im Gesicht das Match verfolgen, sind klar in der Minderheit. Und das alkoholische Getränk wird kurzerhand im Vereinsheim bestellt, da hier ein anderes Gesetz zur Geltung kommt.

Es gibt aber auch rühmliche Ausnahmen. So hat der SV 08 Laufenburg nun auf freiwilliger Basis die Zuschauerzahl bei Heimspielen erheblich gesenkt. Statt des möglichen Einlasses von maximal 500 Besuchern begrenzt der Verein nun aber angesichts drastisch steigenden Infektionszahlen die Zuschauerzahl freiwillig auf 250 beziehungsweise 150. „Wir sind der Meinung, dass die Abstandsregeln von vielen Beteiligten fortwährend ignoriert wird“, macht der Verein deutlich.

Noch rigoroser greift man im Oberen Wiesental durch: Beim SV Todtnau finden die Heimspiele vorerst ohne Fans statt. „Die Stadt Todtnau und der SV Todtnau reagieren auf die rasant steigenden Coronainfektionszahlen im Landkreis Lörrach. Ab sofort werden alle Spiele auf der heimischen Kandermatt ohne Zuschauer augestragen“, machte der SVT dieser Tage deutlich.

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