Fußball Die Krise als Chance begreifen

Nicht mehr nur zweiter Sieger wollen Dustin Heumesser (r./hier im Duell mit Degerfeldens Fabrice Grandjean) und der FC Hausen sein.Foto: Grant Hubbs Foto: Die Oberbadische

Tabellenführer TuS Lörrach-Stetten und der FC Huttingen möchten am sechsten Spieltag der Kreisliga A-West ihre gute Form untermauern. Unter den Erwartungen blieb bislang der FC Steinen-Höllstein, der dringend wieder einmal Zähler braucht. Das selbe gilt für den noch immer punktlosen FC Hausen. Gelingt dem Schlusslicht im Derby gegen Schopfheim die Trendwende?

Von Fabian Schreiner

Lörrach. Es läuft bei Spitzenreiter TuS Lörrach-Stetten. Der große Aufstiegsfavorit hat nach der 0:2-Auftaktniederlage in Binzen anschließend alle vier Begegnungen für sich entscheiden können. Einer, der daran einen hohen Anteil hat, ist William Bernardo Do Amaral.

Der 34-Jährige, der auch schon für den SV Weil und Bosporus FC Friedlingen aufgelaufen ist, ist unter Trainer Marc Jilg im defensiven Mittelfeld gesetzt. „Willi spult während den 90 Minuten ein wahnsinniges Pensum ab. Er zieht die Mannschaft brutal mit“, lobt Jilg. Vor der Partie beim SV Eichsel führten die beiden ein Vier-Augen-Gespräch. „Da habe ich Willi gesagt, was ich von ihm verlange, und seitdem setzt er das wunderbar um.“ Heute ab 15 Uhr erwartet Stetten den TuS Kleines Wiesental.

Der Saisonstart des FC Huttingen kann sich sehen lassen. Zehn Punkte und Rang drei schlagen nach fünf Spieltagen zu Buche. Die Rebländer gastieren am Sonntag, 17 Uhr bei der Reserve des FSV Rheinfelden. „Mit der bisherigen Ausbeute können wir zufrieden sein“, macht Spielertrainer Guido Perrone deutlich. „Dieses Jahr ist die Liga besonders ausgeglichen. Da nehmen wir jeden Punkt gerne mit.“

Mit ein Grund für den positiven Lauf ist die Rückversetzung von Perrones Trainerkollege Fabian Kluge, der nun wieder in der Innenverteidigung spielt. „Fabian erkennt mit seiner ganzen Erfahrung gefährliche Situationen und kann diese dann vorab klären.“

Alles andere als gut waren bisher die Auftritte des FC Steinen-Höllstein. Die Schützlinge von Coach Oguz Dogan zählen zum Kreis der Titelfavoriten, doch davon war noch nicht viel zu sehen. Lediglich ein Sieg sprang in vier Spielen heraus. Steinen rangiert nur auf Platz 13. Und jetzt geht es heute, 17 Uhr, auch noch zu den spielerisch starken Sportfreunden aus Schliengen. „Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir nicht richtig hinten rein rutschen“, lässt Dogan wissen, der die Einstellung seiner Kicker kritisiert.

50 Prozent reichen nicht, um Erfolg zu haben

„Jetzt haben wir echt eine tolle Mannschaft beisammen. Viele junge Spieler gepaart mit zwei, drei Erfahrenen. Aber wenn man nur 50 Prozent seines Könnens abruft, und dazu auch nicht vollen Einsatz zeigt, wird das nichts mit Erfolgen.“

Mal wieder als Gewinner vom Feld möchte Schlusslicht FC Hausen. Morgen, 15 Uhr, kommt es zum Derby mit dem SV Schopfheim. „Ich verspüre keinen Druck. Ich sehe unsere aktuelle Krise als eine große Chance“, macht Hausens Trainer Atilla Ürgen deutlich.

Nach dem Trainerwechsel vor zwei Wochen läuft es bei den Schopfheimern noch nicht so rund. „Wir müssen in Hausen gewinnen, wenn wir uns weiter nach oben orientieren wollen“, betont Spielausschuss Burak Asik, der zurzeit neben Hanspeter Osswald als Co-Trainer fungiert, da er aufgrund einer Fußverletzung nicht selber spielen kann.

Nur ein paar Minuten haben die SG FC Wehr-Brennet II vom dritten Sieg in Schopfheim getrennt. Mit sieben Zählern liegt das Team von Trainer Fabio Cocuzza auf einem ordentlichen neunten Platz. Heute ab 18 Uhr empfängt die SG zuhause den SV Todtnau. „Wir haben hungrige Jungs. Das macht Laune“, so der Cheftrainer und fügt hinzu: „Klar ist aber auch, dass uns noch die Erfahrung fehlt. In dieser Mannschaft steckt noch mehr drin.“

Eine starke Vorstellung bot Todtnau zuletzt beim 3:5 gegen Stetten an. Dabei musste Coach Harald Wissler gleich zweimal den Torhüter auswechseln. Nachdem sich Stammkeeper Luca Branca verletzte, sprang Ivan Eckmann, der anfangs als Rechtsverteidiger aufgeboten wurde, im Tor ein. Kurz vor Schluss ging es für Eckmann aber auch nicht weiter, sodass Matthias Wassmer einsprang, der zuvor noch für den 3:2-Führungstreffer verantwortlich war.

„Das war schon unglaublich. Schade, dass wir uns für diesen tollen Kampf nicht belohnt haben“, sagt Wissler, der in Brennet einige Ausfälle zu kompensieren hat. Zwischen den Pfosten wird aber wohl Florian Keller stehen. Er war am vergangenen Wochenende noch im Urlaub.

Obwohl der SV Liel-Nie–dereggenen viel investiert hat, reichte es letztlich einmal mehr für keine Punkte beim 1:4 in Huttingen. Dass es in dieser Spielzeit schwer werden würde, war allen Beteiligten klar. Ein Sieg steht bislang zu Buche. Liel ist damit Tabellenvorletzter. „Wir haben nun mal keine Einzelspieler wie ein Patrick Streule oder ein Guido Perrone. Wir setzen auf das Kollektiv“, erklärt Liels Spielertrainer Jochen Knoll.

Heute ab 17 Uhr trifft Liel zuhause auf den SV Weil II. Bereits ab 15.30 Uhr ist der FC Wittlingen in Hauingen zu Gast. Der TuS Binzen misst sich heute, 17.15 Uhr, mit dem SV Eichsel.

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