Fußball Die Normalität kommt langsam zurück

Michael Hundt

Zwei Jahre ist es her, dass zuletzt eine Jahresversammlung der Schiedsrichter im Bezirk Hochrhein als Präsenzveranstaltung stattfand. Am vergangenen Donnerstag trafen sich die Unparteiischen erstmals wieder – in der Stadthalle von Wehr.

Von Michael Hundt

Wehr. Wie bei den Mannschaften gibt es bei den Schiedsrichtern auch immer Aufsteiger und Absteiger. Die Leistungen während der Saison entscheiden darüber, wer in der kommenden Spielzeit in welcher Liga pfeifen darf. „Als Bezirk sind wir natürlich besonders stolz, dass wir mit Jonas Brombacher wieder einen Schiedsrichter in der Bundesliga haben“, freute sich Ramon Leisinger, Obmann der Schiedsrichter-Vereinigung Hochrhein.

Jonas Brombacher (FC Kandern) hat es mit seinen Leistungen geschafft, dass er sich in der Saison 2022/23 über Einsätze in der 3. Liga als Schiedsrichter sowie in der zweiten Bundesliga als Assistent an der Seitenlinie freuen darf. Zu den Aufsteigern gehören auch Christian Eiletz und Remigiusz Baran, die nach den sehr guten Bewertungen in der Landesliga Süd gemeinsam auf dem ersten Rang stehen und somit in der kommenden Saison auch in der Verbandsliga pfeifen dürfen. Den Aufstieg in die Landesliga schafften Adrian Rützler (TuS Kleines Wiesental), Ardian Bräutigam (FV Haltingen), Matthias Schoester (SF Schliengen) und Fabian Wehner (FC Erzingen).

Kritik gab es vor allem an den Rückgaben

Das positive Fazit von Leisinger lautete, dass nach zwei Jahren endlich wieder eine stabile und reibungslose Spielrunde möglich gewesen sei – sieht man von der vorzeitigen Unterbrechung vor Weihnachten einmal ab.

Kritischer wurden die Töne des Obmanns allerdings, als es um die Rückgabe von zugeteilten Spielen ging. Ein Schiedsrichter sagte 22 Mal einen Einsatz ab. „Die Rückgabe von Spielen ist kein Ruhmesblatt“, monierte Leisinger. Insgesamt wurden von 5853 eingeteilten Spielen 715 Partien zur Neueinteilung wieder zurück gegeben.

Die Zahlen steigen wieder

Erfreulich war die Entwicklung bei den Zahlen der aktiven Schiedsrichter. Waren 2021 noch 178 Unparteiische auf den Plätzen unterwegs, waren es 2022 schon wieder 181. Derzeit gibt es im Bezirk 24 neue Anwärter: Carsten Brehm, Henri Hager, Volkan Öz, Cihan Öksüz, Fabio Stabile (alle Hochrhein). Thomas Schepers (Klettgau). Ardian Bräutigam, Mila Buchkremer, Chris Bürgin, Michele Cavaleri, Jakob Honold, Raphael Kühn, Matthias Schoester (alle Markgräflerland). Alexander Rübin, Steven Häss, Alexander Oesterwinter, Christian Rapp und Marina Schulz (alle Wiesental). Jason Baumgarten, Dirk Hüller, Daniel Kraus, Oliver Kutzke, Florian Schleth und Justin Seibicke (alle Rheintal).

Wenn deren Engagement und auch die Leistung auf dem Platz stimmen, dürfen sie nach einem Jahr „Probezeit“ als vollwertiges Mitglied in die Schiedsrichter-Gilde aufgenommen werden. „Bei Bedarf kann die Anwartschaft aber auch um ein weiteres Jahr verlänger werden“, so Leisinger.

Zwei Schiedsrichter mit 100 oder mehr Spielen

Diese Aufnahme haben zum Beispiel Albert Hilbold oder Ardian Bräutigam bereits hinter sich. In der Gruppe der Schiedsrichter bis 39 kamen Hilbold in der abgelaufenen Saison auf 106 Einsätze, Bräutigam brachte es auf 100 Spiele. Bei den Schiedsrichtern im Alter zwischen 40 und 59 Jahren ist Ralf Brombacher mit 82 Spielleitungen Spitzenreiter. In der Altersgruppe ab 60 Jahren kam Jürgen Rehm auf 72 Partien.

Tandem-Schiedsrichter werden ausgebaut

Bei den Jung-Schiedsrichtern, also allen Referees unter 18 Jahren, soll das Konzept der Schiedsrichtertandems weitergeführt und ausgebaut werden. Ziel dieses Systems, das sich im Bezirk Freiburg bewährt hat und am Hochrhein bereits getestet wurde, ist es, die Anfängerfehler zu minimieren und die Jung-Schiedsrichter bei der Stange zu halten und diese unmittelbar nach dem Spiel durch einen erfahrenen Schiedsrichter zu coachen. Zu oft haben gerade die Jüngsten beiden Schiedsrichter nach anfänglichen Misserfolgen wieder das Handtuch geworfen. Zusätzlich werden aber auch die Betreuungen weitergeführt.

Robert Heyn ist seit 70 Jahren Schiedsrichter

Im Rahmen der Jahresversammlung wurden auch wieder die Jubilare geehrt. Seit zehn Jahren sind Thomas Bendel, Gerd Eiletz, Lukas Gäng, Jacinto Francisco, Gaspare Lombardo, Andreas Schmidt und Philip Wendt tätig. Bereits seit 15 Jahren sorgen Axel Amann, Alexander Gamp, Albert Hilbold und Jan Siegel auf dem Platz für die korrekte Anwendung der Fußballregeln. Bernhard Scherer ist seit nunmehr 30 Jahren aktiv. Auf 45 Dienstjahre an der Pfeife darf Hanspeter Dargatz zurückblicken. Horst Laukart greift seit 50 Jahren zur gelben und roten Karte.

Doch getoppt wird dies von Robert Heyn, der bereits seit 70 Jahren mit Leib und Seele Schiedsrichter ist. Mit Simon Wolf und Gaspare Lombardo haben allerdings zwei Schiedsrichter ihre aktive Laufbahn beendet und werden dem Bezirk Hochrhein fehlen.

Neuwahlen standen in diesem Jahr keine an. Per Akklamation wurden allerdings die Schiedsrichter-Obleute für die regionalen Gruppen bestätigt: Lukas Gäng (Klettgau), Leonardo Vallone (Hochrhein), Mark Hohmann (Rheintal), Mirco Radtke (Wiesental) und David Brombacher (Markgräflerland).

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