Fußball Ein echtes Abenteuer

Amy Sütterlin (links) und die Wittlingerinnen möchten ihre Gegenspielerinnen nicht einfach so passieren lassen. Foto: Thomas Heß

Die B-Juniorinnen des FC Wittlingen messen sich in dieser Saison in der höchsten Spielklasse Baden-Württembergs. Druck macht sich die Mannschaft keinen, sollte es am Ende aber für den Klassenerhalt reichen, wäre das natürlich umso schöner.

Von Fabian Schreiner

Wittlingen. Mit 2:0 lagen die B-Juniorinnen des FC Wittlingen nach Toren von Sophie Wahn und Mariel Tönz am vergangenen Wochenende gegen den FFV Heidenheim bereits in Führung. Am Ende trennten sich die Kandertälerinnen wegen zweier Gegentreffer in der Schlussphase noch unentschieden.

Immerhin: Der erste Zähler in der neuen Oberliga-Saison ist eingetütet. „Es war richtig cool. Viele Zuschauer haben uns angefeuert. Das hat Spaß gemacht“, freut sich Annika Baumann, die gemeinsam mit Fabienne Grauer und Co-Trainer Stefan Gadde das Kommando an der Seitenlinie innehat. Seit drei Jahren arbeiten Baumann und Grauer nun schon gemeinsam in Wittlingen.

Nachdem das Duo in der Vorsaison noch für die B2-Juniorinnen zuständig war, coachen die beiden nun die Oberliga-Mädels. „Wir hatten im Sommer einen großen Umbruch, da gleich zehn Spielerinnen in den Aktivbereich gerückt sind“, macht Baumann deutlich. Daher ist das Ziel klar: „Wir wollen in der Liga bleiben, machen uns da aber überhaupt keinen Druck.“ Nach der deutlichen 0:4-Niederlage zum Auftakt beim Hegauer FV gab es nun also den ersten Zähler.

Am 23. Oktober geht es zum Karlsruher SC

Das Highlight für die Wittlingerinnen steht am 23. Oktober an, wenn es zum Karlsruher Sport-Club geht. Die Partie wird dann auch auf dem Gelände des traditionsreichen Wildpark-Stadions ausgetragen. „Es erfüllt uns einfach mit Stolz, den FC Wittlingen in der Oberliga vertreten zu dürfen“, erklärt die angehende Erzieherin und fügt hinzu: „Für uns ist diese Saison ein Abenteuer. Es kann ja nicht jeder von sich behaupten gegen Teams wie den KSC oder auch den SC Sand zu spielen.“

Dabei stand lange gar nicht fest, ob der FCW überhaupt, in der Oberliga antritt. „Das war auch eine finanzielle Frage“, so Baumann. Umso glücklicher sei man nun, dass es jetzt in der höchsten Spielklasse in Baden-Württemberg um Punkte geht. „Es macht einfach Spaß mit dem Team. Wir sind eine echte Einheit geworden. Von den Eltern erhalten wir positive Rückmeldungen. Das ist auch immer ganz wichtig“, lässt die 22-Jährige wissen, die neben ihrer Trainertätigkeit genau wie Grauer auch noch für die Damenmannschaft in der Verbandsliga spielt.

„Manchmal ist es schon hart, aber dann schleppt man sich irgendwie durch. Wenn wir nicht können, übernimmt auch mal der Damen-Trainer die Einheit. Das läuft hier alles super beim FC Wittlingen“, sagt Baumann, die in der Jugend auch schon für den SC Freiburg kickte.

Bauchschmerzen macht der jungen Trainerin allerdings die Entwicklung des Juniorinnen-Fußballs in der Region. „Immer mehr Mannschaften ziehen zurück.“ Deshalb messen sich auch beispielsweise die Wittlinger C-Juniorinnen in dieser Spielzeit in der Freiburger Staffel. Die Gründe dafür liegen für Baumann auf der Hand. „Viele Spielerinnen zieht es entweder in den Freiburger Raum oder nach Basel. Außerdem wollen viele so lange wie möglich bei den Jungs mitspielen.“

Umso bemerkenswerter ist es, dass der Wittlinger Oberliga-Kader aus 19 Spielerinnen besteht. Der FCW ist noch einer der wenigen Vereine am Hochrhein, der Juniorinnen-Fußball anbietet und sich für bessere Zeiten einsetzt. „Vor einem Jahr haben wir Flyer für die E-Mädels verteilt. Das wurde sehr gut angenommen.“ Ob sich in naher Zukunft an dieser Entwicklung etwas ändern wird, bleibt abzuwarten.

Fest steht: Die B-Juniorinnen lassen sich davon nicht beirren und genießen die Oberliga in vollen Zügen. Die nächste Aufgabe wartet schließlich bereits am kommenden Samstag, wenn es zum FV Löchgau geht.

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