Von Mirko Bähr

Waldshut-Tiengen. Für beide Teams war es ein Wochenende zum Vergessen. Für beide Trainer die gezeigten Leistungen ihrer Schützlinge nur schwer in Worte zu fassen. Der eine, Oliver Neff, war nach dem 1:9 des FC Tiengen 08 in Elzach einfach nur leer, während Marc Jilg, Coach des FSV Rheinfelden, deutlich wurde und seiner Equipe „Arbeitsverweigerung“ ins Stammbuch schrieb. Nun kommt es am Sonntag, 15 Uhr, im Langensteinstadion des FCT zum direkten Aufeinandertreffen.

Beim Gastgeber scheint die Saison, ehe sie so recht begonnen hat, bereits wieder gelaufen zu sein. Sechs Spiele, null Punkte und ein katastrophales Torverhältnis von 5:30. „Offensiv sind wir zu harmlos, defensiv zu löchrig“, will Neff nichts beschönigen. Es werde schwer, sehr schwer. Dennoch ist und bleibt der Klassenerhalt in Tiengen das Ziel, zumal man endlich wieder eine Jugend mit Perspektive hat. Die A-, B- und C-Junioren kicken in der Landesliga. „Da kommt was nach“, weiß Neff. Allerdings nicht gleich. Und so muss man sich mit einem kleinen Kader zufrieden geben.

Das Debakel in Elzach sei „heftig“ gewesen. „Da waren alle gefrustet.“ Davor habe er wenigstens immer phasenweise das Potenzial seiner Elf gesehen. „Dann wollten wir es über 90 Minuten abrufen, und dann passiert das krasse Gegenteil.“

Hoffnung macht ihm, dass nun das Derby vor der Tür steht, der Gegner nicht weit weg sei und er zum ersten Mal überhaupt mit dem „Dreier-Gerüst“ Martin Hackenberger (Tor), Nico Ködel und Süleyman Karacan (beide Innenverteidiger) auflaufen kann. „Wir haben Spieler drin, die die Qualität für die Landesliga besitzen, aber wir müssen auch als Mannschaft funktionieren.“

Für sein Gegenüber Marc Jilg ist es immer noch ein Rätsel, wie sich seine Mannschaft so gegen den FC Teningen (1:2) präsentieren konnte. „Vielleicht hat die Vorbereitung auf das Spiel nicht gepasst? Die Körpersprache war jedenfalls schlecht. Ich finde, wenn es schon nicht läuft, dann muss man eben kämpfen und laufen. Das war aber nicht der Fall. Da hat der Wille gefehlt“, ist Jilg noch immer sehr enttäuscht.

Die bekam das Team nun unter der Woche zu spüren. Intensive Einheiten standen auf dem Programm. „Wir warten nun auf die richtige Antwort, aber mit Ausrufezeichen“, so Jilg vor dem Spiel beim Schlusslicht. „Ich hoffe, wir können Wiedergutmachung betreiben.“ Punkten könne man aber nur, wenn man ein ganz anderes Engagement an den Tag lege.

Der Kapitän kehrt zurück

Die Hoffnung auf Besseres verbindet Jilg auch mit der Rückkehr des zuletzt gesperrten Kapitän Sascha Rueb. „Er soll das Team leiten.“ Bis auf Fabian Schreiner (Urlaub) und Lucas Eschbach, dem eine Rippenverletzung zu schaffen macht, ist der Kader komplett.