Fußball Eine Extraportion Fußball

Die Oberbadische, 13.07.2018 18:01 Uhr

Die Leibchen hängen schon am Haken, nun landen auch noch die bunten Hütchen in der Tonne für die Trainingsutensilien. Dann muss nur noch der Deckel drauf – und fertig. Christian Schloz räumt zum letzten Mal auf. Da kommt auf dem Kunstrasen im Grütt schon Wehmut auf. Nach vier Jahren gibt der 39-Jährige den Job als Leiter der Fußballschule des FV Lörrach-Brombach ab. Sportchef Jörg Steinebrunner übernimmt.

Von Mirko Bähr

Lörrach. In Kleingruppen wird an der Technik gefeilt, die Koordination verbessert und das Spielverständnis gefördert. „Besonders schön war für mich, wenn ich sehen konnte, wie sich jeder Einzelne, obwohl er ja nur eine Einheit hier absolvierte, weiterentwickelte“, lässt Schloz wissen. Die vielen individuellen Rückmeldungen hätten ihn immer angespornt.

Nachwuchskicker, egal, ob sie beim FVLB ihrem Lieblingshobby nachgehen oder woanders, können einmal die Woche in den Genuss einer zusätzlichen Trainingsstunde kommen. Das Alter der Kids ist dabei ebenso unterschiedlich, wie das Leistungsniveau jedes Einzelnen. Die Übungsstunde ist eine Ergänzung zum Vereinstraining. Als besonderes Schmankerl werden den Kindern die Trainingsklamotten vor Ort ausgehändigt und auch gewaschen.

Viel wichtiger war Schloz aber, dass seine Schützlinge bei allem fußballerischem Fortschritt auch bei der sozialen Kompetenz einen enormen Schritt nach vorne machten. „Klar, jeder will gewinnen. Aber ich bin schon stolz drauf, wenn ich sehe, wie sich die Jungs nach einem Zusammenstoß abklatschen oder in dieser gemischten Gruppe auch einem vermeintlich schwächeren Teammitglied den Ball zuspielen, auch wenn sie wissen, dass es schief gehen könnte.“

Lizenz-Inhaber Schloz übernahm das Traineramt vor vier Jahren und sorgte dafür, dass immer mehr junge Fußballer den Weg ins Grütt fanden. Zeitweise waren bis zu 40 Kicker verteilt an zwei Tagen am Start. Zur Seite stand Schloz dann auch der jetzige A-Jugend-Coach Angelo Cascio.

Nun räumt er sein Amt. Schweren Herzens, wie er sagt, doch könne er diese Aufgabe zeitlich einfach nicht mehr stemmen. Nach dem Staatsexamen und seinem Referendariat wird er nach dem Sommer in Rheinfelden in Vollzeit als Sport- und Gemeinschaftskundelehrer tätig sein. Da wird die eine oder andere Stunde am Nachmittag fällig.

„Überragend“ sei Schloz’ Arbeit gewesen, findet FVLB-Vizepräsident Bernd Schleith und bedankt sich beim Inzlinger nach dem letzten Training unter seiner Leitung. „Du warst mit Herz und Seele dabei.“

Man sei nun aber auch in der „glücklichen Lage“, einen Nachfolger zu präsentieren. Und nicht irgendeinen. Jörg Steinebrunner, Sportchef des Vereins und Trainer der Reservemannschaft, übernimmt die Regie. Sein Motto: „Miteinander und füreinander.“ Und Steinebrunners Erfahrungen im Kinder- und Jugendfußball sind riesig. Der ehemalige Profikicker, der 20 Jahre lang in Asien als Fußballer und Trainer tätig war und dieses Jahr in seine alte Heimat zurückgekehrt ist, eröffnete schon 2002 in Singapur eine Fußballschule. Später dann war er Leiter der Fußballschule für den Topklub Manchester United in Abu Dhabi und Singapur.

Klar ist für ihn, dass das Extratraining im Grütt weiterhin für alle Kicker im Alter von acht bis zwölf Jahren angeboten werden soll. „Wir machen das für die Breite, damit sich die Jungs alle weiterentwickeln können.“ Zudem werde man die Augen offen halten, um wieder einen zweiten Trainer zu gewinnen. „Da muss der Bezug zu den Kindern vorhanden sein. Das heißt, dass man auch auf die Knie geht, wenn man einen kleinen Kicker trösten muss“, sagt Steinebrunner.

  Kontaktaufnahme und Infos zur Fußballschule unter Tel. 0162/3072496 (Jörg Steinebrunner) oder per Mail unter jorgpeter@hotmail.com.

 
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