Fußball Endlich mal Zeit zum Runterfahren

SB-Import-Eidos
Der FV Lörrach-Brombach muss nach der Winterpause wieder die Kurve kriegen. Unser Foto zeigt FVLB-Stürmer Guy Roger Eschmann. Foto: Michael Hundt

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein Jeglicher in seine Stadt. Vielleicht ist genau das der Grund, warum sich zwischen Weihnachten und Silvester viele Familien zum gemeinsamen Beisammensein treffen.

Lörrach. Genau auf dieses Beisammensein freut sich Erkan Aktas in diesem Jahr besonders. Denn sportlich ist der Übungsleiter derzeit durchaus leidgeprüft. Mit dem FV Lörrach-Brombach rangiert er momentan am Tabellenende in der Oberliga Baden-Württemberg. Trotzdem – oder genau deshalb – freut sich der Übungsleiter auf die kommenden Weihnachtstage. Kurz vor dem Heiligen Abend hat sich unser Redakteur Michael Hundt mit Aktas unterhalten.

Frage: Was bedeutet Weihnachten und die Weihnachtszeit für Sie?

Ich habe türkische Wurzeln, bin aber mit einer Italienerin verheiratet. Ich nehme alle Feiertage mit. (lacht). Ich freue mich also auf Weihnachten. Das ist die einzige Zeit im Jahr, in der man vom Job her und vom Fußball her etwas runterfahren kann. Man kann sich dann auf sich und die Familie fokussieren. Alle haben in dieser Zeit frei – egal, ob im Unternehmen oder im Fußball. Ich bekomme dann auch nicht einen Anruf hier und einen Anruf da. Ich kann mich dann wirklich auf das Wesentliche konzentrieren. Das ist jetzt Zeit, in der ich wirklich abschalten kann.

Frage: Sie haben erwähnt, dass Ihre Frau Italienerin ist. Gehen Sie in die Christmette oder spielt der Glauben in der Familie keine Rolle?

Wir sind gar nicht so gläubig. Aber wir zelebrieren Weihnachten gerne mit gutem Essen, Wein und der Familie – oft auch in mehreren Gängen. Am Heiligen Abend sind wir bei uns, am ersten Weihnachtstag sind wir bei der einen Schwester, am Zweiten Weihnachtstag dann bei der anderen Schwester. Die drei Tage sind dann schon eine Art Ess-Marathon. Ich hab das Gefühl, dass ich an diesen drei Tagen nur sitze, esse und schlafe (lacht).

Frage: Aus welcher Gegend von Italien kommt Ihre Frau?

Sie stammt aus Kalabrien, also aus dem tiefen Süden. Die Gegend dort ist wunderschön, sehr viel auf Tourismus ausgerichtet. Viel Industrie findet man dort nicht.

Frage: Was ist für Sie und Ihre Familie ein typisches Weihnachtsessen?

Am Heiligen Abend ist bei uns typisch – und das durfte ich in den letzten 23 Jahren so kennenlernen – Fisch. Von der Vorspeise über den Hauptgang ist der Schwerpunkt Fisch – egal, ob als Meeresfrüchte, als Filet oder mit Pasta gemischt.

Frage: Am Ersten Weihnachtstag gibt es dann typisch deutschen Gänsebraten?

Eigentlich nicht. Oft geht es dann in Richtung Lasagne, Cannelloni oder Pasta al Forno.

Frage: Und wie sieht der Speiseplan dann am zweiten Weihnachtstag aus?

Da geht es dann mehr in Richtung Fleisch. Wir grillen auch mal.

Frage: Sie haben es eingangs erwähnt, dass Sie sich mit den Schwestern ihrer Frau treffen. Bleibt denn auch noch Zeit für Ihre Geschwister?

Ich habe drei Schwestern und einen Bruder, die alle in der Region leben. Ich selbst bin der Jüngste von uns. Unsere Eltern leben auch hier im Landkreis. Zu Weihnachten sehen wir uns speziell nicht, weil es dann einfach zu überdimensional wird. So einen großen Tisch haben wir einfach nicht (lacht). Aber wir treffen uns sehr oft während des Jahres.

Frage: Was wünschen Sie sich dieses Jahr zu Weihnachten?

Eigentlich wünsche ich mir so vom Grundsatz her Gesundheit, aber auch wieder die Normalität, wie wir sie vor Corona hatten. Also ein Leben ohne Einschränkungen. Oder auch ohne die Ungewissheit, was passiert, wenn ich irgendwo hingehe. Man muss sich immer wieder an andere, neue Regeln gewöhnen. Ich wünsche mir einfach die Normalität wieder zurück.

Frage: Hat das Familienleben unter den Corona-Regeln bei Ihnen leiden müssen?

Nein, absolut nicht. Natürlich gab es im vergangenen Jahr an Weihnachten gewisse Einschränkungen. Wir haben dann auch nicht so ausgiebig feiern können wie immer. Aber Gott sei Dank wird das dieses Jahr sicherlich nicht so sein.

  • Bewertung
    0

Umfrage

e64ef5d6-6fd7-11ec-9ca8-1335ebb5fb94.jpg

Die Narrengilde Lörrach will ihren Fasnachtsumzug und die Gugge-Explosion coronabedingt in den Juni verlegen. Was halten Sie davon?

Ergebnis anzeigen
loading