Fußball Formen und entwickeln

Jonathan Ehret (l./hier gegen FVLB-Mann Mirko Böhler) ist einer der Auggener Jungs, die lange pausieren müssen. Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Mit Grauen blickt Marco Schneider auf den 2. August zurück. Im Testspiel gegen den Bezirksligisten SV Biengen verlor der FC Auggen auf einen Schlag gleich drei Akteure mit schweren Verletzungen. „Wir haben schwer schlucken müssen“, gibt der Trainer zu.

Von Mirko Bähr

Auggen. Die teilweise harte Gangart des Freiburger Bezirksligisten hat dem Vierten der vergangenen Verbandsligarunde zumindest kurzweilig die Laune verdorben. Aber nun gilt das Motto: Jetzt erst recht.

Nun wolle man auch für das verletzte Trio spielen und gewinnen. Jonathan Ehret (Bänderriss im Knöchel), Julian Saur (Schulter) und Matthias Dold (Kreuzbandriss) werden langfristig nicht zur Verfügung stehen. Das macht die Ausgangslage des FCA nicht gerade einfacher. Im Gegenteil. Denn weil ja mit Sebastian Wettengel, David Held oder auch Idrissa Khan drei gestandene Teamstützen ebenfalls nicht mehr im Kader stehen, müssen die vielen jungen Talente, auf die der Verein aus der Winzergemeinde setzt, noch zügiger in die Bresche springen.

Viele junge Talente brauchen die nötige Zeit

Schneider & Co. bleiben aber ruhig und gelassen. „Wir beißen uns da durch“, sagt der FCA-Trainer. Die „blutjungen Spieler“ würden „richtig Qualität“ besitzen. Aber man habe im Pokalspiel in Laufenburg gesehen, dass sie eben doch noch unerfahren seien. „Aber das ist nicht schlimm.“ Man habe ja bewusst dieses „Beuteschema“ gewählt, schmunzelt Schneider. „Wir wollen die Jungs entwickeln. Vielleicht schafft ja einer sogar den Sprung noch weiter nach oben.“ Dafür sei es jetzt aber noch zu früh. „Nun geht es erst einmal darum, die jungen Akteure zu integrieren und sie so zu formen, dass sie Verantwortung übernehmen können.“

Einer von den Nachwuchskräften, die den Weg zum FCA gefunden haben, ist Tim Brändle, der vergangene Runde noch bei den Oberliga-A-Junioren des FV Lörrach-Brombach die Abwehr zusammenhielt und seinen entscheidenden Anteil daran hatte, dass die Grütt-Kicker diese Klasse halten konnten.

Nun der Sprung in die Verbandsliga zum FCA. Und auch dort hat er gleich eingeschlagen wie eine Bombe. „Er macht sich super. Er ist ein feiner Kerl, agiert für sein Alter schon sehr abgeklärt. Er hat einen tollen Eindruck hinterlassen“, lobt Schneider, der ihn gleich umfunktioniert hat. Welche Position er genau für Brändle im Visier hat, will er indes nicht verraten.

Fakt ist aber, dass man in Auggen nach einer starken vergangenen Spielzeit eine gewissen Bescheidenheit an den Tag legt. Bodenständigkeit und Eifer seien die Tugenden, die einen in der nun beginnenden Saison weiterbringen können. Schließlich hat Schneider festgestellt, dass in der Verbandsliga „kein überdurchschnittliches Team“ mehr zuhause ist. „Es geht eng und ausgeglichen zu. Das heißt, dass das Pendel Woche für Woche in die eine oder andere Richtung ausschlagen kann.“

Für sein Team gelte es, „sehr konzentriert die Sache anzugehen“. Für den 44-Jährigen steht fest: „In jeder Partie muss man 100 Prozent da sein – und zwar läuferisch, emotional und mental.“ Würden nur fünf Prozent fehlen, könne man gegen jeden Gegner verlieren. „Deshalb wollen wir so oft wie möglich die 100 Prozent bringen.“ Der Blick auf die Tabelle werde auch in den kommenden Monaten nicht die wichtigste Amtshandlung sein, verspricht Schneider schon jetzt.

Auggen (mib). Der FC Auggen hat zum Auftakt in die neue Saison der Verbandsliga gleich ein echtes Kaliber vor der Brust. Am Samstag ist die Schneider-Elf zu Gast beim SV Endingen. Anpfiff ist um 17.30 Uhr.

Die Truppe vom Kaiserstuhl habe sich verstärkt und in den Testspielen bereits aufhorchen lassen, weiß FCA-Coach Marco Schneider. Für ihn habe Endingen bereits in der vergangenen Runde eine spielstarke Truppe zusammengehabt. individuelle Fehler hätten aber eine bessere Platzierung als Rang elf nicht zugelassen. „Eine hohe Hürde“, findet er, der zudem auf einige Akteure verzichten muss. „Personell sieht es nicht so rosig aus. Gut eine Handvoll Stammkräfte ist nicht dabei. Aber das will ich gar nicht so sehr thematisieren“, erklärt Schneider.

Er vertraut den Akteuren, die ihm zur Verfügung stehen. „Jeder ist in der Lage, sich so reinzufinden, dass wir etwas holen können. Aber wir müssen schon nah an die 100 Prozent ran kommen“, meint der 44-Jährige.

Insgesamt gelte es, gut in die Saison reinzukommen. „Die ersten drei Spieltage sind eine Art Standortbestimmung, wir müssen in den Rhythmus kommen.“

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