Fußball Fortuna ist mit den Wittlingern im Bunde

Schopfheim-Fahrnau - Fünfmal ist der FC Wittlingen bisher in einem Bezirkspokal-Finale gestanden. Fünfmal jubelte der Gegner. Gestern hat es nun endlich geklappt. Die Kandertäler durften im sechsten Anlauf den Pott in die Höhe recken. In einem emotionsgeladenen Match vor gut 700 Zuschauern in Fahrnau setzten sich die Kandertäler mit 3:1 (1:1) gegen den SV 08 Laufenburg durch.

Der Jubel bei den Wittlingern und deren Anhang war riesig. Die Schützlinge von Coach Tiziano Di Domenico hatten um jeden Zentimeter Rasen gekämpft, viel Aufwand betrieben und die Glücksgöttin Fortuna auf ihrer Seite. Am Ende hatte sicherlich nicht die bessere Mannschaft gewonnen. Wohl aber die, die sich mächtig reinkniete, mit enormem Einsatz und einem souveränen Aykut Kaya im Kasten so einige brenzlige Situationen schadlos überstand.

„Wir haben den Sieg wahrlich nicht geklaut, auch wenn er durchaus glücklich ist. Wir haben alles rausgehauen, gerade auch, wenn es spielerisch nicht bei uns lief“, ließ ein mitgenommener Wittlinger Trainer wissen. Das Match lieferte Emotionen pur. Da ging es auf und neben dem Platz, vor allem an den Trainerbänken mächtig zur Sache. Die vielen Zuschauer direkt an den Ersatzbänken brachten viel Hektik rein – ein echter Pokalfight eben. Keine einfache Aufgabe für Referee Simon Wolf und sein Gespann, da die Übersicht zu behalten.

Die Laufenburger legten los wie die Feuerwehr. Der Spitzenreiter der Bezirksliga kombinierte sich mit Schwung und toller Ballkontrolle immer wieder in den Strafraum. Der FCW stand sehr hoch und rannte den agilen 08ern nur hinterher. Schon nach vier Minuten hätte Sandro Knab das 1:0 erzielen können. Sein Schuss klatschte aber an den Außenpfosten. In der zehnten Minute dann gleich zwei Möglichkeiten im Doppelpack. Fabian Frieling und Knab scheiterten aus kurzer Distanz und an Arian Palatinis langem Bein, der in letzter Sekunde noch reingerutscht war. Zwei Minuten später schoss Frieling über das Gehäuse. Viel Glück für Wittlingen.

Und als Richard Lorenz einen 40 Meter-Pass quasi blind in die Spitze schlug, Imad Kassem-Saad aufs Tor zog und abgezockt das 1:0 nach 14 Minuten erzielte, war das Spiel vollends auf den Kopf gestellt. Um ein Haar hätte Alexander Herbst nach eine Freistoß das 2:0 (17.) nachgelegt. Das wäre aber des Guten zuviel gewesen.

Die Elf von Michael Wasmer blieb weiter am Drücker. Angelo Armenio traf nach 20 Minuten nur das Außennetz, ehe Benedict Schneider gegen den agilen Knab einen Tick zu spät kam. Strafstoß! Knab verwandelte gleich selbst nach 21 Minuten – 1:1. Wie Eduard Nowak acht Minuten später den Ball aus fünf Minuten nicht ins Tor brachte, ist sein Geheimnis. Die Laufenburger versäumten es jedenfalls, in Halbzeit eins aus ihrer klaren Überlegenheit Kapital zu schlagen. Das sollte sich bitter rächen.

Denn: Nach Wiederbeginn machten es die Wittlinger defensiv besser. Sie ließen den Laufenburgern nicht mehr so viele Freiräume, konnten die Partie nun offener gestalten. Aber noch immer wurden abgefangene Bälle zu schnell wieder hergegeben.

Und dann war da ja noch Glücksgöttin Fortuna. Nach einem Angriff über die linke Seite, passte Herbst rüber zu Felix Klein, der den Ball aufs Tor schoss und mit ansehen durfte, wie dieser abgefälscht über Keeper Faith Er hinweg im Netz des langen Ecks landete (60.).

Die Führung gab dem FCW noch mehr Sicherheit im Defensivverbund. Und weil es nun auch viele Unterbrechungen gab, der Spielfluss damit immer wieder ins Stocken geriet, schafften es die Laufenburger nur noch bedingt, für Gefahr zu sorgen. Und wenn, dann war Kaya zur Stelle. In der 77. Minute entschärfte er Armenios Schuss bravourös.

Die Entscheidung fiel dann auf der anderen Seite. Nach einem Konter passte Kassem-Saad mustergültig quer auf den mitgeeilten Herbst, der das runde Leder zum viel umjubelten 3:1 in den Maschen versenkte.

Dann lag der Ball auch noch im Wittlinger Netz. Schiri Wolf hatte aber auf Abseits entschieden. Die 08er konnten es nicht glauben und sprachen hernach von einer Fehlentscheidung. Bujar Halilis Freistoß entschärfte in der Nachspielzeit Kaya spektakulär, so dass es beim 3:1 seiner Farben blieb.

„Das Glück war heute nicht auf unserer Seite. Schade, dass wir uns für unser starkes Spiel nicht belohnt haben. Denn mit der Leistung meiner Jungs bin ich zufrieden, mit dem Ergebnis natürlich nicht. Jetzt wollen wir Meister werden. In ein, zwei Spielen wird es soweit sein, wenn wir so auftreten wie heute“, erklärte 08-Coach Wasmer.

SV 08 Laufenburg – FC Wittlingen (1:1). – Tore: 0:1 (14.) Kassem-Saad, 1:1 (21./Foulefmeter) Knab, 1:2 (80.) Klein, 1:3 (88.) Herbst. SR: Wolf (Rheinfelden). Z.: 700.

SV 08 Laufenburg: Er – Zölle (60. Schmidle), Nowak, Völz (70. Sevda), Armenio, Frieling (77. Schmidt), Esser, Mathis, Mäder (89. Halili), Bouhouch, Knab.

FC Wittlingen: Kaya – Stammler, Klein (74. Böhler), Di Mattia (67. Arsentjew), Palatini, Herbst, Kassem-Saad, Schneider, Leisinger, Wagner (46. Wagner), Lorenz (59. Hug).

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