Fußball Glauben und Vertrauen sind zurück

Glückliche Spieler, Trainer und Fans in Oppenau: So soll es auch nach dem Heimspiel gegen den SC Pfullendorf sein. Foto: Grant Hubbs

Einen Punkt braucht der FV Lörrach-Brombach noch, damit das Abstiegsgespenst einen Bogen um das Grütt macht. Es sieht gut aus, dass das Horror-Szenario Abstieg dank einem starken Zwischenspurt – zehn Zähler in den jüngsten vier Partien – abgewendet werden kann.

Vor dem Heimspiel gegen den SC Pfullendorf, es ist die vorletzte Verbandsliga-Saisonpartie, hat sich unser Regionalsportredakteur Mirko Bähr mit Sportchef Tobias Jehle unterhalten.

Frage: Sie haben Ende Oktober das Amt des Sportchefs übernommen. Über mangelnde Beschäftigung können Sie nicht klagen.

Das stimmt. Eigentlich bin ich ja noch gar nicht so lange im Amt. Aber dafür habe ich schon ziemlich viel erlebt.

Frage: Hat Sie das überrascht?

Nein. Mir war bewusst, dass die Situation keine einfache war. Allerdings hatte ich so manchen Stein, der da auf dem Weg lag, nicht auf dem Schirm. Uns war aber von Anfang an klar, dass wir uns zusammenraufen und versuchen müssen, das Beste zu geben. Und vor allem, dass wir uns für die Zukunft breiter aufstellen müssen. Es waren bislang durchaus turbulente Wochen und Monate.

Frage: Weil auch der sportliche Erfolg ausgeblieben ist.

Und damit haben wir ehrlicherweise nicht gerechnet. In der Winterpause waren wir alle zuversichtlich. Wir sind nach den ersten Gesprächen mit einem guten Gefühl in die Rückrunde gestartet. Dann ist aber bekanntermaßen der Erfolg ausgeblieben.

Frage: Mit der Folge, dass Enzo Minardi gehen musste. Erkan Aktas wurde neuer Trainer.

Wir haben lange gewartet. Aber zum Glück nicht zu lange. Man weiß nie, wie es gelaufen wäre, wenn wir nicht an dieser Stellschraube gedreht hätten, aber man darf doch feststellen, dass es die richtige Entscheidung war, wenn man sieht, wie die Mannschaft nun auftritt und spielt. Das ging nicht auf Knopfdruck. Aber nehmen wir das Heimspiel gegen Mörsch. Wir sind da trotz Rückstand ruhig geblieben, haben unser Spiel weiter auf den Platz gebracht. Es ist ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen. Ich bin froh, dass wir Erkan verpflichten konnten. Aber Achtung: Uns fehlt noch ein Zähler, um ganz sicher zu sein.

Frage: Sein Einstieg hat, wenn man das von außen betrachtet, eine Trendwende eingeleitet. Auch in Sachen Zukunft der Spieler, oder?

Es ist tatsächlich zu einem Umschwung gekommen. Wir haben viele Zusagen.

Frage: Wie viele?

Dazu möchte ich noch nichts sagen. Aber viel mehr als wir vor einigen Wochen hatten. Ich darf sagen, dass ich zuversichtlich bin, dass wir das Team im Großen und Ganzen zusammenhalten können. Das ist ein Verdienst des neuen Trainers. Er und sein Team haben dafür gesorgt, dass der Glauben und das Vertrauen bei den Spielern zurückgekehrt sind. Das war uns wichtig, dass seine Verpflichtung nicht nur ein Strohfeuer darstellt, sondern wir uns auch mittel- und langfristig auf einem guten Weg befinden.

Frage: Der Negativtrend ist also aufgehalten?

Wir wollen alle gemeinsam etwas bewegen. Und da ist es wichtig, dass die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt wird. Unter Ralf Moser ging es stetig bergauf, nun war es die erste Saison, die nicht so lief, wie wir uns alle das vorgestellt haben. Nun gilt es, den Spielern, dem gesamten Verein eine Perspektive aufzuzeigen, dass wir nicht wieder so eine Saison erleben.

Frage: Dafür braucht es auch Menschen, die sich im Verein einsetzen und Ämter übernehmen.

Richtig. Und da haben wir mit Christian Schmidt beispielsweise eine wichtige Position besetzen können. Wir sind ein großer Verein, verfügen über drei Aktivmannschaften und viele Jugendteams, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Darum muss man sich intensiv kümmern. Christian Schmidt kümmert sich als Teammanager um die Themen, die rund um die erste Mannschaft aufkommen und stellt auch ein Bindeglied zwischen Team und Vorstand dar. Es passt auch menschlich richtig gut. Da sind wir jetzt besser aufgestellt. Das gilt auch für unsere beiden Co-Trainer Thomas Wasmer und Sven Goronzi. Beide wollen wir über die Saison hinaus halten.

Frage: Wie sieht es mit Neuzugängen aus?

Auch da sind wir in Gesprächen. sind mit guten, jungen Spielern in Kontakt. Tarek Aliane steht als Neuzugang fest. Sobald es mehr zu vermelden gibt, werden wir das tun. Unser Hauptaugenmerk galt zunächst der bestehenden Mannschaft. Unser Ziel war es, dass wir sie zusammenhalten können. Es sieht so aus, als ob uns das gelingt. Vielleicht wird es – aus nicht sportlichen Gründen – den einen oder anderen Abgang geben, aber wir haben es geschafft, vielen Jungs wieder eine Perspektive aufzuzeigen und ein Umdenken einzuläuten. Und dann wird auch sicherlich noch der eine oder andere interessante Spieler zu uns stoßen.

Sie möchten alle Nachrichten aus Ihrer Gemeinde lesen?
Dann testen Sie unser ePaper – 3 Wochen völlig gratis und unverbindlich! Klicken Sie HIER.

Newsticker

blank

Umfrage

Schulstreik in Hamburg

Mit dem Beginn des Schuljahrs werden die Klimaproteste fortgeführt. Für Freitag hat die Fridays-For-Future-Bewegung in 115 Ländern wieder zum Schulstreik aufgerufen. Was halten Sie davon?

Ergebnis anzeigen
loading