Fußball „Großes Vertrauensverhältnis zum Team“

Tobias Jehle Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Wer hätte das gedacht? Keiner! Der FV Lörrach-Brombach hat im ersten Saisondrittel der Verbandsliga Südbaden alle Erwartungen übertroffen, führt vor dem zehnten Spieltag die Tabelle an. Das kleine Wunder im Grütt.

Lörrach. In der vergangenen Saison kämpfte der Klub aus der Großen Kreisstadt noch ums sportliche Überleben. Als dem FVLB das Wasser bis zum Hals stand, kam mit Erkan Aktas ein neuer Trainer. Mit ihm wurde der Abstieg verhindert. Und in der neuen Spielzeit haftet den Nullzweiern plötzlich das Attribut „Spitzenmannschaft“ an. Unser Redakteur Uli Nodler hat sich mit Tobias Jehle , dem Sportlichen Leiter des FV Lörrach-Brombach, über den ungeahnten Höhenflug unterhalten.

Frage: Was passiert da gerade mit dem FV Lörrach-Brombach in der Verbandsliga Südbaden?

Wir freuen uns natürlich über die positive Entwicklung und die tollen Ergebnisse im ersten Saisondrittel. Das ist kein Zufall, sondern der Lohn für die sehr gute Trainingsarbeit. Mannschaft und Trainerteam harmonieren perfekt.

Frage: Es sind zwar erst neun Spieltage in der Saison absolviert, aber bislang zählte der FVLB immer zu den besten vier Mannschaften der Liga, führte die Verbandsliga-Tabelle am ersten und zweiten Spieltag an und steht nun nach dem neunten Spieltag erneut auf Platz eins. Müssen sich die Fans nun auf ein Titelrennen einstellen? Oder ist das aktuell zu hoch gegriffen?

Das ist aktuell sicherlich zu hoch gegriffen. Die Liga ist sehr ausgeglichen besetzt, und es gibt einige Mannschaften, die das Potenzial für einen Spitzenplatz haben. Für uns geht es darum, weiterhin fleißig zu punkten, um unser Saisonziel, das Erreichen eines einstelligen Tabellenplatzes, sicher zu schaffen. Für eine Korrektur des Saisonziels besteht derzeit überhaupt kein Anlass.

Sagen Sie mal, wer hatte eigentlich im Frühjahr dieses Jahres die Idee, Erkan Aktas als Nachfolger von Enzo Minardi zu verpflichten?

Nachdem wir uns dazu entschieden hatten, einen Trainerwechsel vorzunehmen, war für uns schnell klar, dass Erkan unser Wunschkandidat sein wird. Da bestand sehr schnell Einigkeit zwischen dem damaligen Präsidium und mir. Wir wussten um seine Qualität und waren uns sehr sicher, dass er der passende Trainer für unsere Mannschaft sein kann. Wir waren froh, dass wir uns gleich im ersten Gespräch annäherten und die Verpflichtung innerhalb weniger Tage fix machen konnten.

Frage: Der Ritt auf der Rasierklinge in Sachen Trainerverpflichtung hat sich entgegen vieler Prognosen als Volltreffer entpuppt. Wie würden Sie die Arbeit von Erkan Aktas beim FV Lörrach-Brombach charakterisieren?

Er arbeitet ruhig, sachlich und setzt auf ein Miteinander, das von ihm und seinen Co-Trainern zu jedem Zeitpunkt vorgelebt wird.

Frage: Auf welchen Gebieten der Teamführung kann er bei Ihnen besonders punkten?

Ich weiß nicht, ob man da etwas herauspicken sollte. Wir sind vom Gesamtkonzept des Trainers völlig überzeugt. Die Art und Weise wie er die Mannschaft führt, ist aber schon beeindruckend. Die Ansprache ist sehr klar und deutlich. So fällt es den Spielern, die mit großem Eifer dabei sind, leichter die Vorgaben auch umzusetzen. Erkan hat es mit seinem Trainerteam bereits in den ersten gemeinsamen Wochen geschafft, ein großes Vertrauensverhältnis zum Team aufzubauen.

Frage: Sind Sie, wie die Spieler der ersten Mannschaft, auch der Meinung, dass Erkan Aktas einen Fußballer besser machen kann?

Ja, dieser Meinung bin ich. Das kann jeder sehen, wenn man weiß, auf welchem Stand der eine oder andere Spieler noch vor ein paar Monaten war, und wenn man sieht, wo diese Spieler jetzt stehen. Da kommt man zwangsläufig zum Ergebnis, dass es das Trainerteam versteht, die Spieler individuell weiter zu entwickeln und wieder in die Spur zu bekommen.

Frage: Ein Großteil der Mannschaft spielte in der vergangenen Saison gegen den Abstieg. Sind deshalb vor allem die Neuzugänge für den ungeahnten Höhenflug verantwortlich?

Nein, das ist schon der Verdienst des kompletten Teams. Die Neuzugänge machen einen guten Job, haben sich hervorragend im Team inte­griert. Gleichwohl sind es ja nicht nur neue Spieler, die überzeugen. Jeder Spieler kennt seine Aufgaben und die Mannschaft funktioniert auf dem Platz als absolute Einheit.

In der Verbandsliga Südbaden gibt es in dieser Saison nicht wie in den vergangenen Spielzeiten große Titelfavoriten. Trauen Sie der Mannschaft zu, dass sie um die ersten beiden Plätze mitspielen kann?

Dieser Mannschaft ist vieles zuzutrauen, aber der Saisonausgang ist momentan wirklich nicht unser Thema, und wir müssen auch keinen unnötigen Druck aufbauen. Es werden auch Spiele kommen, in denen es nicht so läuft. Dann gilt es, ruhig zu bleiben und weiter konzentriert zu arbeiten.

Die Mannschaft funktioniert aktuell prächtig. Werden Sie sich trotzdem in der Winterpause nach potenziellen Verstärkungen umsehen?

Es ist ja kein Geheimnis, dass wir im Sommer gerne noch einen Verteidiger verpflichtet hätten. Wir haben zwar auch in der Defensive eine sehr hohe Qualität, doch sollten mal mehrere Spieler ausfallen, sind wir da nicht ganz so breit besetzt. Einen ins Team passenden Spieler im Winter zu verpflichten, ist allerdings auch keine einfache Aufgabe.

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