Fußball „Herten wie eine zweite Familie für mich“

Fabian Schreiner
Remo Laisa hat seine Aktiv-Karriere beendet.                 Foto: Archiv

Von Fabian Schreiner

Rheinfelden-Herten. Remo Laisa hat am Freitag seine aktive Fußballkarriere beendet. Der Kapitän des SV Herten prägte in den vergangenen Jahren das Spiel seines Heimatvereins. Auch abseits des grünen Rasens war Laisa immer mit Herzblut dabei.

Einen wie Remo gibt es heutzutage nicht mehr so oft. Einer, der sich engagiert, der nicht nur zum Training und zum Spiel kommt und schnell wieder verduftet, sondern auch das Vereinsleben mitprägt. Diese Spieler sind rar geworden.

Am Freitag hat der hiesige Fußball einen weiteren Spieler dieser Sorte verloren. Denn Laisa, am Montag 34 Jahre alt geworden, beendete mit dem Spiel gegen den TuS Efringen-Kirchen seine aktive Laufbahn. „Das macht was mit einem“, berichtet Laisa. Der Hertener Kapitän dachte schon langer ans Aufhören, doch dann kam Corona. „Ich wollte nicht mit einer abgebrochenen Saison aufhören. Jetzt ist aber der Zeitpunkt gekommen“, sagt Laisa, der im Außendienst arbeitet. „Ich bin jetzt 34. Man wird nicht jünger und auch nicht besser. Der Aufwand wird größer, um Leistung auf dem Platz zu bringen“, erklärt Laisa seinen Schritt. „Außerdem haben sich die Prioritäten bei mir verschoben. Ich habe zwei Kinder, eine Familie.“

Laisa ist ein waschechter Hertener. Seit 2007 spielte er für die Aktiven an der Steinenstraße. In der Jugend trug er für fünf Jahre auch mal das Trikot des SV Weil. Große Verletzungen hatte der Fan von Inter Mailand nie. Nur einmal war er für ein halbes Jahr auf Weltreise. Mit Beginn der Datenerfassung 2013/14 war die Partie gegen Efringen-Kirchen Laisas 200. Ligaspiel für die Hertener. „Insgesamt waren es aber bestimmt mehr als 400“, sagt Laisa.

Eine beeindruckende Zahl. „Ich habe die letzten 15 Jahre meines Lebens beim SV Herten verbracht. In dieser Zeit habe ich super Typen kennengelernt, es gab tolle Ausflüge, gemeinsam hat man Dinge gestaltet, persönlich wächst man daran. Ich bin einfach nur dankbar, das Vertrauen von diesem Verein über all die Jahre bekommen zu haben. Der SV Herten ist wie eine zweite Familie für mich“, findet Laisa bewegende Worte, der sich darauf freut, an den Wochenenden auch mal frei zu haben. „Ich gehe dann als Fan auf den Sportplatz. Ich freue mich ja, die Jungs spielen zu sehen.“

Nichts zu machen kommt für den Familienvater nicht infrage. „Ich werde ein paar andere Sportarten ausprobieren. Tennis, Bouldern, Crossfit. Ansonsten schickt mich meine Frau freiwillig wieder auf den Fußballplatz“, lacht Laisa.

Wobei, so ganz hängt der Defensivspezialist seine Kickschuhe noch nicht an den Nagel. „Ich habe den Alten Herren meine Unterstützung zugesagt.“ An seinem Geburtstag debütierte er beim Alt-Herren-Pokalfinale gegen den FSV Rheinfelden. Mit 7:4 nach Elfmeterschießen setzte sich Laisa mit seinen Hertenern letztlich auf dramatische Weise durch. Dort schloss sich für Laisa ein Kreis. Gemeinsam mit Sebastian Kiewald und Claudio Iannettone trug das Trio dieselbe Rückennummer wie 2007 in Laisas erster Aktivsaison, als Herten am vorletzten Spieltag den Aufstieg gegen den FC Schönau vor mehr als 1000 Zuschauern klarmachte.

„Daran denkt man noch Jahre zurück. Das war der Wahnsinn. Und jetzt mit den Jungs von damals wieder zu kicken, das war natürlich überragend.“

Hinter den Erwartungen blieb die erste Mannschaft in dieser Saison. Trotz der enttäuschenden Spielzeit macht sich Laisa keine Sorgen um die Zukunft seines Vereins: „Da sind gute Typen dabei“, betont Laisa und äußert abschließend einen Wunsch: „Ich wünsche mir, dass wir wieder mehr Demut, Teamgeist und Disziplin dazubekommen. Das hat mir zuletzt ein wenig gefehlt.“

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