Fußball Hitzfeld gewährt tiefe persönliche Einblicke

Lörrach/Dachau - Sie kennen sich seit 25 Jahren, sind beide in Lörrach geboren, sprechen beide alemannisch und haben die Bayern schätzen und lieben gelernt. Nun standen sich Trainerlegende Ottmar Hitzfeld und Moderator Joachim „Joe“ Day wieder einmal bei einem Interview gegenüber.

Hitzfeld war rund eine Stunde lang zu Gast in der 72. und letzten Ausgabe des Internet-Fernseh-Magazins „Dachau TV“, das Day, der in Weil am Rhein aufwuchs und dort Tischtennis und Handball spielte, sechs Jahre lang Monat für Monat mit großem Engagement aufgleiste.

Schon des Öfteren kreuzten sich die Wege der beiden Alemannen. Vor allem, als Hitzfeld beim FC Bayern München von Erfolg zu Erfolg eilte. Day, der seit 28 Jahren im Großraum München zuhause ist, arbeitet als Filmproduzent, Moderator sowie Kommunikations-Trainer und war unter anderem schon für ARD, ZDF, n-tv, RTL oder auch Sport1 tätig.

Hitzfeld blickt zusammen mit Day auf die weite Welt des Fußballs, lässt seine Zeit in Dortmund und München Revue passieren und bezeichnet die späte Pleite im Champions League-Finale gegen Manchester United als „schlimmste Niederlage seine Lebens“.

25 Jahre – 25 Titel: Hitzfelds Trainerkarriere ist einmalig

Das späte Tor Argentiniens bei der WM 2014 in Brasilien, als er mit der Schweiz dicht vor der Sensation stand, beendete schließlich seine einzigartige Karriere. Seither genieße er das Leben. „Vor fünf Jahren hat ein neuer Lebensabschnitt begonnen, der schöner nicht sein kann“, lächelt der 70-Jährige in die Kamera. Nun hetze er nicht mehr von Termin zu Termin. Viel mehr gehe er in aller Ruhe Brötchen oder Zeitung holen. „Wie ein ganz normaler Rentner“, lacht er. Ab und an gibt er ein Interview. „Alles ist sehr entspannt.“

Das Interview ist sehr persönlich, Hitzfeld gibt tiefe Einblicke. Auch gesundheitlich gehe es ihm blendend. Vorbei der Stress, vorbei die köperlichen Leiden, die dieses Fußballgeschäft mit sich bringt. Hitzfeld hatte mit einem Darmdurchbruch, Magenproblemen und einem Bandscheibenvorfall zu kämpfen. Und dann war da ja noch der Burnout. „Man kann sich einfach nicht mehr freuen“, sagt Hitzfeld, der sich behandeln ließ und in Engelberg im eigenen Feriendomizil in den Schweizer Alpen zu neuer Lebensfreunde fand.

Auch die Familie war und ist ihm ein wichtiger Begleiter

Ehefrau Beatrix habe ihn immer „total unterstützt“. Auch dann, wenn er beim „Frühstück nur an das Training“ dachte. Stolz sei er auf seinen Sohn Matthias, und die drei Enkelkinder (Henry, Carlotta und Oscar), die man regelmäßig in München besuche, hielten ihn „mächtig auf Trab“. Da krieche er dann schon einmal auf dem Boden herum. Und mit den Geschwistern gehe es immer wieder mal in den Schwarzwald. „Wir machen Lagerfeuer und grillen Würstchen“, erzählt Hitzfeld, der das Leben in Lörrach genießt.

Dort, wo er aufwuchs, auf der Wiese im hohen Gras Fußball spielte oder im Wald ein Baumhaus baute. Im Garten des Elternhauses ging zwar hin und wieder ein Blumentopf oder auch mal eine Fensterscheibe zu Bruch, doch hätten ihn seine Eltern immer unterstützt. Nur Trainer sollte er dann doch nicht werden, zumindest nach Ansicht des Vaters. Ihm wäre der Lehrerberuf lieber gewesen.

Für das ruhige Leben in seiner Heimatstadt ließ Hitzfeld auch ein „fast schon unmoralisches Angebot“ sausen. Ein chinesischer Klub bot ihm für eineinhalb Jahre 25 Millionen Euro.

Das Interview gibt es ab Dienstag online unter www.dachau-tv.de

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