„Momentan lebe ich meinen Traum“, lässt die Nummer 33 von Sporting Lissabon wissen. Beim Traditionsklub schnürt der 22-Jährige mit dem ehemaligen Wolfsburger Knipser, Bas Dost, Portugals Europameister-Keeper Rui Patricio oder mit dem Nationalspieler Costa Ricas, Joel Campbell, die Kickschuhe. Die Rede ist von Lukas Spalvis, der in der Jugend das Trikot für den SV Weil getragen hat.

Weil am Rhein/Lissabon. Vor gut fünf Jahren, da rannte er noch gemeinsam mit Yannik Weber, der heute das Trikot der Blau-Weißen überstreift, im Nonnenholz dem runden Leder hinterher, ehe er zum SC Freiburg wechselte. Über Dänemark führte sein Weg dann weiter in das Land im Westen der Iberischen Halbinsel.

In der Königsklasse musste kürzlich Borussia Dortmund gegen Sporting Lissabon ran. Einmal vor der legendären Dortmunder Südtribüne zum Dribbling ansetzen – ein Traum für jeden Kicker. Doch für Spalvis wurde nichts daraus. Eine Kreuzbandverletzung im linken Knie, die er sich bei einem Fußballspiel in der Schweiz im Sommer zuzog, machte ihm einen Strich durch die Rechnung.

Zweiter Kreuzbandriss in der noch jungen Karriere

Spalvis, der laut www.transfermarkt.de einen Marktwert von zwei Millionen Euro besitzt, wurde vor der Saison vom 18-fachen portugiesischen Meister bis 2018 unter Vertrag genommen. Allerdings: das grün-weiße Leibchen hat er bislang noch nicht überstreifen können. Der 22-Jährige Litauer, der als Jugendlicher sieben Jahre in Grenzach-Wyhlen zuhause war, absolviert derzeit im klubeigenen Fitnesscenter sein Reha-Programm.

„Es läuft alles nach Plan, aber ich werde vermutlich erst nächstes Jahr wieder auf den Platz zurückkehren können“, macht der 16-fache Nationalspieler Litauens deutlich. Es war nicht das erste Mal, dass Spalvis eine schwere Verletzung zurückwarf. Schon vor zwei Jahren riss er sich das Kreuzband, damals aber auf der rechten Seite.

Doch er ließ sich nicht hängen, kam gestärkt zurück. Vergangene Saison war er mit 18 Treffern in 24 Saisonspielen der absolute Topscorer seines damaligen Arbeitgebers Aalborg BK in Dänemarks höchster Spielklasse. 2014 feierte der Stürmer mit seinen dänischen Mannschaftskollegen das Double. Aalborg gewann sowohl die dänische Meisterschaft als auch den Pokal. Kein Wunder also, dass ein europäischer Top-Klub auf ihn aufmerksam wurde.

Zwei Spiele, die er für sein Heimatland bestritten hat, vergisst der Linksfuß dabei nicht so schnell. Im EM-Qualifikations-Spiel gegen San Marino schoss Spalvis in der Nachspielzeit den viel umjubelten 2:1-Siegtreffer. Außerdem markierte der Stürmer in einem Freundschaftsspiel gegen Polen den 1:0-Führungstreffer. Arkadiusz Milik vom SSC Neapel und ein gewisser Robert Lewandowski, Angestellter des FC Bayern, drehten die Partie dann aber noch zu ihren Gunsten um.

Spalvis wohnt in Lissabon und freut sich immer wieder, wenn Familie und Bekannte zu Besuch kommen. „Da ich nur selten Urlaub habe, kommen die meisten Verwandten zu mir. Dabei genießen wir gemeinsam das schöne Wetter, die Stadt und das leckere Essen“, verrät der 22 Jahre alte Fußballprofi.

16 Länderspiele für Litauen

Apropos Profi. Wann hat er eigentlich gemerkt, dass es zu mehr als „nur“ zu einem überdurchschnittlichen Amateur-Kicker reichen könnte? „Mit 16 Jahren wusste ich, dass ich es vielleicht doch packen könnte. Und es hat geklappt“, lässt er wissen.

Der 1,87 Meter große Torjäger hofft nun, dass seine Teamkollegen den Einzug ins Champions-League-Achtelfinale doch noch klar machen können. Allerdings sind die Chancen auf ein Weiterkommen nur noch minimal. Dortmund hat zehn Zähler und Madrid acht Punkte auf der Habenseite, während Sporting mit drei Punkten auf Rang drei liegt.

Wenn es mit einem Überwintern in der Königsklasse nichts wird, dann soll es wenigstens die Europa League sein. Denn Spalvis will sich unbedingt international mit den Besten messen. Bei noch zwei verbleibenden Spielen beträgt der Vorsprung in der Gruppe F auf den Tabellenvierten Legia Warschau zwei Punkte.

In der heimischen Liga rangiert Sporting Lissabon aktuell nach zehn Spieltagen auf Platz drei, punktgleich mit dem FC Porto. Allerdings grüßt Erzrivale Benfica Lissabon mit fünf Punkten mehr auf dem Konto von der Tabellenspitze. Höchste Zeit also, dass Lukas Spalvis zurückkehrt und da weiter macht, wo er in Dänemark aufgehört hat – dem Toreschießen.