Fußball Kalt wie Hundeschnauze

Ein 4:0 am Ende sieht doch ganz nach einer klaren Geschichte aus. Im Grütt war das am Samstag anders. Der FV Lörrach-Brombach hatte sich den Dreier zwar gegen den SC Lahr gesichert. Eine deutliche Angelegenheit sieht aber anders aus. Die Effizienz vor dem gegnerischen Kasten war entscheidend.

Von Mirko Bähr

Lörrach. Gute Möglichkeiten hatten beide Teams in dieser Verbandsligapartie. Und zwar jeweils eine Handvoll. Während sich die Hausherren eiskalt zeigten, scheiterten die Ortenauer an ihren eigenen Nerven oder gegen Ende der Begegnung dann mehrmals am überzeugenden Dominik Lüchinger im Kasten der Rothemden.

Vor der Pause vergab Angelo Di Palma eine gute Chance, als er nach 16 Minuten einen Schlenzer aus 16 Metern neben das Tor setzte. Danach behielt der FVLB-Angreifer jedoch die Ruhe und knipste mustergültig. Unter gütiger Mithilfe von Simon Witt allerdings. Der SCL-Verteidiger hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt.

Sein Fehlpass in die Mitte schnappte sich Di Palma kurz vor dem 16er und markierte nach 26 Minuten das 1:0, ehe Witts Klärungsversuch in der 39. Minute direkt auf dem Fuß von Daniel Briegel landete. Der bediente direkt Di Palma, der Keeper Jonas Witt ausguckte – 2:0. Und als sei das alles noch nicht genug gewesen, köpfte sich Simon Witt den Ball im eigenen Strafraum auch noch an den eigenen Arm – Elfmeter. Briegel ließ sich diese Möglichkeit nicht entgehen und traf flach ins linke Eck – 3:0 (42.).

Die Lahrer waren sicherlich nicht drei Treffer schlechter. Doch einerseits servierten sie dem Gegner seine Torgelegenheiten auf dem Silbertablett, andererseits trafen sie selbst nicht ins Schwarze. So wie Janosch Bologna nach 18 Minuten, als er an Lüchinger vorbei gehen wollte, dieser ihm aber den Ball vom Fuß pflückte. Das hätte die Führung sein müssen.

„Im Training macht er die immer blind rein“, konnte Lahr-Coach Oliver Dewes nach dem Schlusspfiff nur den Kopf schütteln. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, waren nie um vier Tore schlechter. Wir haben nicht viel falsch gemacht“, war er schon fast ratlos.

Hatte der FVLB in den ersten 45 Minuten noch versucht, immer wieder mit flüssigem Kombinationsspiel in Richtung Lahrer Tor zu kommen und dabei einige gelungene Kombinationen präsentiert, kam nach der Pause nicht mehr viel.

Der SC Lahr kam dagegen in der Halbzeitpause bereits nach fünf Minuten wieder auf den Rasen zurück und drängte nach Wiederanpfiff mit aller Macht auf den Anschluss. In der 66. Minute lag der Ball auch im FVLB-Netz, doch der Unparteiische Stephan Niggemeier entschied zurecht auf Abseits.

Handspiel im FVLB-Strafraum?

In der 75. Minute reklamierten die Gäste ein Handspiel im Strafraum der Lerchenstädter, doch der Schiri ließ weiterspielen. Im Gegenzug war die Messe dann auch gelesen, als der eingewechselte Arjenit Gashi das 4:0 perfekt machte. Glück für den FV Lörrach-Brombach.

Dieser Treffer sorgte aber auch dafür, dass die zuvor defensiv durchaus stabil agierenden Hausherren etwas nachlässig wurden. Doch Martin Weschle, (77.) und Ousman Bojang (84.) scheiterten jeweils am Schlussmann der Gastgeber. So blieb es bei diesem deutlichen Ergebnis, das wohl selbst die Hausherren nicht so recht fassen konnten.

BLICK: Der Blick auf die Tabelle der Verbandsliga Südbaden macht Spaß. Zumindest wenn man den Teams aus dem Bezirk Hochrhein die Daumen drückt. Der SV Weil führt mit drei Siegen und einem Remis die Rangliste an. Ebenfalls noch nicht verloren hat der FV Lörrach-Brombach. Zwei Siege, zwei Unentschieden und Platz drei schlagen zu Buche. Und der FC Auggen? Die Schneider-Equipe mischt ebenfalls ganz vorne mit. Auch die Markgräfler haben acht Zähler (zwei Siege, zwei Remis) auf der Habenseite und rangieren auf Platz vier.

AUSPROBIEREN: „Mit der Leistung in Halbzeit eins bin ich zufrieden“, ließ Erkan Aktas, Trainer des FVLB, nach dem 4:0 gegen Lahr wissen. Man habe ruhig gespielt und sachlich versucht, Chancen herauszuspielen. „Nach dem 3:0 habe ich mir erhofft, dass die Jungs etwas ausprobieren. Ich wollte, dass sie mehr hinten raus spielen, doch trotz der Führung waren wir zu ängstlich. Viel zu oft wurde der lange Ball gespielt. Beim 1:0 würde ich nicht dieses Risiko nicht eingehen.“

HOCH: „Das Ergebnis ist zu hoch ausgefallen“, war Aktas ehrlich. Aber seine Schützlinge seien eben sehr effizient aufgetreten. Natürlich habe man von den Fehlern der Lahrer profitiert, doch wollte man diese ja unbedingt „provozieren“. Aktas: „Wir haben dort Bälle gewonnen, wo wir sie gewinnen wollten.“ Das habe wunderbar geklappt.

HART: Wer hütet künftig als Nummer eins das FVLB-Tor? Von einer „harten Entscheidung“ hat Trainer Erkan Aktas bereits im Vorfeld der Partie gegen Lahr gesprochen. Und nach diesem Match machen es ihm die beiden Torhüter Marc Philipp und Dominik Lüchinger nicht einfacher. Philipp absolvierte die ersten beiden Partien, nun war Lüchinger zweimal dran. Beide fehlerlos, beide zeigten ihre jeweiligen Stärken. „Es geht um Kleinigkeiten“, so Aktas, der in den kommenden Tagen mit seinem Staff mächtig grübeln muss.

VIERTELSTUNDE: „Wir haben eine Viertelstunde abartig gespielt“, schnalzte Andreas Schepperle, Trainer des SV Weil, mit der Zunge. Er meinte damit die Phase nach der Pause, als der Gast in Radolfzell gleich dreimal ins Netz traf und damit das Spiel für sich entschied. „Wir hatten in der Halbzeit gewisse Dinge angesprochen. Wir sind rausgekommen und haben gleich eine andere Präsenz gezeigt“, freute er sich. „In der ersten Halbzeit haben wir noch im Bus gesessen.“

RÜCKSTAND: „Wir haben gesehen, dass wir mit einem Rückstand umgehen können“, meinte Schepperle, der froh war, eine gewisse individuelle Qualität aufbieten zu können. Dabei verwies Weils Coach auf die Rettungstat von Keeper Sandro Keller beim Stand von 0:1. „Er hat uns im Spiel gehalten.“   mib

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