Fußball Lage spitzt sich weiter zu

Das 0:1 durch Violand Kerrelaj (SC Lahr) ist der Anfang vom Ende. Keeper Marc Philipp (FV Loerrach-Brombach) kann dem Ball nur hinterherschauen. Foto: Grant Hubbs

Lörrach - Es sollte die Trendwende werden: Gegen den ersten Gegner derselben Kragenweite wollten die Verbandsliga-Kicker des FV Lörrach-Brombach endlich einmal wieder Zählbares einfahren und das erste Lebenszeichen im Kampf um den Klassenerhalt aussenden. Kurzum: Daraus wurde nichts. Der SC Lahr nahm beim 4:0 (0:0) alle drei Zähler mit.

Wortlos schlichen die Rothemden nach diesem Match in Richtung Tore, hoben sie aus dem Boden, verankerten sie am Fangzaun und schnappten sich die Eckballfahnen. Währenddessen setze sich Coach Enzo Minardi auf die Ersatzbank hinter windgeschütztem Plexiglas. Der eine oder andere Zuschauer hatte bereits kopfschüttelnd die Flucht ergriffen. Es herrschte heftiger Gegenwind im Grütt.

Minardi dachte an die Halbzeitpause. Da geschah nämlich Ungewöhnliches oder vielleicht auch Richtungsweisendes? Seine Schützlinge kamen trotz eines torlosen Remis mit gesenkten Köpfen in die Kabine getrottet. Es war mucksmäuschenstill. Dabei hatten die Hausherren die Partie bis dahin offen gestaltet. Es war noch alles drin. „Was ist los, Jungs?“, selbst Kapitän Witali Semenschuk kam dieses Verhalten spanisch vor.

Es folgten 45 Minuten, die die Lage der Grütt-Kicker noch weiter zuspitzten. Lahr drückte gleich nach Wiederbeginn dem Spiel den Stempel auf und nutzte die Nachlässigkeiten der Hausherren eiskalt aus. Das 0:1 in der 57. Minute war bereits so etwas wie die Vorentscheidung. Nach einem Missverständnis zwischen David Pinke und Gianfranco Disanto gab es eine Ecke. In deren Anschluss scheiterte der SCL erst zweimal an Keeper Marc Philipp, dann an einem FVLB-Abwehrbein, ehe Violand Kerellaj aus 16 Metern den Ball im Netz versenkte.

Bojang läuft FVLB-Abwehr davon

Zwar konnte im Gegenzug Lahrs Simon Witt gerade noch so vor dem gerade eingewechselten Andy Lismann per Kopf klären, doch dann fingen Harim Makaya und allen voran Ousman Bojang zu wirbeln an. Letzterer sprintete Arno Leisinger und Lamin Colley davon und traf zum 2:0 (69.). Colley hatte mit seinem Fehlpass in die Füße des Torschützen diesen Treffer eingeleitet.

Dieser Vorsprung spielte den Lahrern, die gerne und gut das schnelle Umschaltspiel praktizieren, in die Karten, zumal der FVLB nun etwas aufmachen musste. Gefährlicher waren die Gäste, die durch Bojang (78.) und Rachid Gueddin (82.) nachlegten und die Gastgeber noch tiefer ins Tal der Tränen stürzten.

Wie wäre die Partie wohl gelaufen, hätte Daniel Briegel in der 7. Minuten den Foulelfmeter verwandelt. Semenschuk, der in der ersten Halbzeit immer wieder gesucht wurde, war vom unsicheren Simon Witt umgemäht worden. Briegel schnappte sich den Ball und hämmerte ihn mitten auf den Kasten. Keeper Jonas Witt hatte wohl Lunte gerochen, blieb stehen und konnte diesem harten Schuss nicht mal mehr ausweichen. Das runde Leder knallte direkt an seine Brust.

Chancen gab es nur wenige auf beiden Seiten. Eine davon bereits nach 15 Sekunden für die Gäste, als Martin Weschle für den SCL nur den Pfosten traf. Danach war dem FVLB die Verunsicherung schon anzumerken. Ein eigenes 1:0 hätte vielleicht Ruhe und etwas mehr Sicherheit ins Spiel der reingebracht. Doch hätte, hätte, Fahrradkette.

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