Fußball Lebenszeichen im Abstiegskampf

Fabian Schreiner
Der Kanderner Tim Großklaus (vorne) glänzt mit einem Hattrick. Foto: Grant Hubbs

Was Ostern so alles bewirken kann: Der FV Lörrach-Brombach II und der SV Todtnau können doch noch ein Fußballspiel gewinnen. Ein 4:0 verspielte Kandern im Duell zweier Aufsteiger.

KREIS LÖRRACH. „Das kann doch nicht wahr sein“, hatte sich Thorsten Meier zur Halbzeit im Heimspiel gegen die Spvgg. Bamlach-Rheinweiler an Ostermontag gedacht. Gerade waren seine Schützlinge mit einem 1:3 in die Halbzeitpause gegangen, nachdem es bereits zwei Tage zuvor eine bittere 1:2-Niederlage im Kellerduell mit dem FC Hausen gegeben hatte.

FVLB II kann dochnoch gewinnen

„Doch nach der Pause war der Wille bei den Jungs zu spüren und wir haben das Spiel zum Glück noch drehen können und endlich mal wieder gewonnen“, zeigte sich Meier eine gute Stunde später nach dem 5:3-Heimsieg erleichtert. Es war der erste Sieg für den FV Lörrach-Brombach II seit Mitte November und sechs Pleiten am Stück. Dabei lief auch im zweiten Durchgang bei weitem nicht alles glatt aus Sicht der Grütt-Kicker. Denn sowohl Ouael Tijari als auch Debütant Jack-Emanunel Akuegwu scheiterten vom Elfmeterpunkt.

Schnell vergessen wird Juniorenspieler Akuegwu diesen Ostermontag mit Sicherheit nicht. Denn der Angreifer machte es vor dem Tor zumeist deutlich besser als noch beim Strafstoß. Mit drei Treffern binnen zwölf Minuten hatte der 18-Jährige maßgeblichen Anteil daran, dass aus einem 1:3 ein 4:3 wurde. „Die Chancenverwertung ist trotzdem nach wie vor unser großes Problem. Außerdem hatten wir über Wochen kaum Alternativen von der Bank“, beschreibt Meier die Lage der Verbandsliga-Reserve.

Nach dem späten Erfolg beim FVLB II war die Laune bei den Hausenern nicht einmal 48 Stunden später wieder deutlich getrübt. Das 1:4 vor heimischer Kulisse gegen den SV Karsau war natürlich nicht das, was sich Coach Michael Brunner und Co. vorgestellt hatten. „Wenn man die Chancen einmal mehr nicht nutzt, wird es schwer, Spiele zu gewinnen“, hadert Brunner. „Die Karsauer waren natürlich auch euphorisch und hatten dann auch ein wenig Glück in der einen oder anderen Aktion. Sie hatten den absoluten Willen über 90 Minuten und am Ende deshalb auch verdient gewonnen.“

Für die Dinkelberger war das nun bereits der sechste Sieg am Stück. Eine unfassbare Bilanz. Karsau liegt mittlerweile auf dem zehnten Tabellenplatz und hat vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Ein Lebenszeichen im Abstiegskampf sendete Schlusslicht SV Todtnau, das überraschend am Montag den SV Schopfheim zuhause mit 1:0 bezwang. Das goldene Tor des Tages erzielte Hannes Laile in der 80. Minute. „Ein erlösender Sieg. Endlich hat die Mannschaft das Erfolgserlebnis, das sie sich verdient hat“, freut sich Coach Matthias Wassmer, für den es der erste „Dreier“ an der Seitenlinie der ersten Todtnauer Mannschaft war.

Schlusslicht feiertfünften Saisonsieg

In den letzten Minuten stand der fünfte Saisonsieg aber noch einmal gehörig auf der Kippe, die Schopfheimer rannten an und verpassten kurz vor Schluss mit einem Lattentreffer nur knapp das Remis. „Insgesamt geht der Sieg für mich aber in Ordnung. Die Jungs haben es taktisch super umgesetzt.“ Schopfheim hatte zwar etwas mehr Spielanteile, versteckt haben sich die Gastgeber aber keineswegs. „Wir sind ja auch schließlich da, um Fußball zu spielen und nicht nur hinten drinzustehen“, sagt Wassmer. Der SVS hätte mit einem weiteren Sieg auf drei Punkte an Eichsel herankommen können. Die Schwarz-Elf hat nun selbst am Mittwochabend beim TuS Kleines Wiesental die Chance, den Vorsprung auf den Dritten auf neun Punkte zu erhöhen.

Wildes 4:4 zwischen Maulburg und Kandern

Ein perfektes Ostern und einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt verpasste der FC Kandern auf dramatische Weise. Dem souveränen 3:0 am Samstag gegen Todtnau folgte zwei Tage später ein wildes 4:4 beim TuS Maulburg. Nach einem Hattrick von Tim Großklaus und Mischa Hofers zehntem Saisontor hatte der Aufsteiger zur Pause schon mit 4:0 in Führung gelegen, um dann doch noch in der dritten Minute der Nachspielzeit das 4:4 durch Maulburgs Luca Wilhelm zu kassieren. Für die Gastgeber war es dagegen ein wertvoller Zähler im engen Tabellenkeller. „Wir haben in der zweiten Halbzeit alles riskiert und nach vorne gespielt. Zum Glück hat es geklappt“, betont TuS-Spielertrainer Vedat Erdogan.

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