Fußball Namhaftes Trio erhält keine Freigabe

Wechseln den Verein: Serkan Korkmaz ... Foto: Die Oberbadische

Transfer mit heftigen Nebengeräuschen: Landesligist FSV Rheinfelden stemmt sich mit aller Macht gegen den Abstieg. Personell haben die Löwenstädter nun mächtig zugeschlagen. Unter anderem beim SV Weil. Dort ist man von der Vorgehensweise des FSV alles andere als angetan. Noch größer ist aber die Enttäuschung darüber, wie die drei Kicker im Winter von Bord gegangen sind.

Von Mirko Bähr

Weil am Rhein. Die Verantwortlichen des FSV Rheinfelden waren in den vergangenen Wochen alles andere als untätig. Herausgekommen ist dabei eine ganze Reihe teils hochkarätiger Neuzugänge. Die Top-Transfers werden den Löwenstädtern indes erst ab dem Sommer weiterhelfen. Denn: Der SV Weil will in diesem Fall „ein Exempel statuieren“, wie Weils Sportlicher Leiter Perseus Knab klar macht. Erpressen lassen werde man sich nämlich nicht. „Da sind wir uns hier alle einig.“

Der elegante Strippenzieher im Mittelfeld, Serkan Korkmaz, Offensiv-Ass Almin Mislimovic und Defensivmann Arben Gashi haben sich zu einem vorzeitigen Wechsel entschlossen. „Kurz vor dem Lockdown sind sie mit dem Wechselwunsch an uns herangetreten. Sie sprachen dabei von einem professionellen Angebot, das sie nicht ablehnen können“, erzählt Knab.

Der SVW habe ihnen und auch dem FSV jedoch klar zu verstehen gegeben, dass man mit dem Trio bis zum Sommer fest plane und ein vorzeitiger Wechsel deshalb nicht in Betracht käme. „Der FSV hat denn auch Einsicht gezeigt, aber das war dann wohl nur vordergründig der Fall. Jetzt sieht es wieder anders aus“, sagt Knab.

Sicherlich seien Wechsel im Winter möglich, da sei man ja selbst auch schon aktiv geworden. „Aber da geht man dann fair miteinander um. Es braucht die Zustimmung beider Seiten“, erklärt Knab. Diese Art und Weise, einen Wechsel quasi zu erzwingen, habe er in den gesamten 16 Jahren seiner Funktionärstätigkeit beim SV Weil noch nicht erlebt. Das sei unterste Schublade. „Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt, als die Abmeldungen bei uns ankamen.“

Sportlich sei vor allem der Abgang von Korkmaz ein „großer Verlust“, wie Knab deutlich macht. Er habe eine tragende Rolle auf der Sechser-Position gespielt. Bei allen neun Partien in dieser Runde war der Schopfheimer gesetzt, stand sämtliche 810 Minuten auf dem Rasen.

Gashi dagegen habe es bis dato nicht geschafft, sich als unverzichtbare Größe ins Verbandsligateam zu spielen, auch Mislimovic hinkte in den bislang absolvierten Partien den Erwartungen hinterher. Knab: „Bei ihm ist unsere persönliche Enttäuschung am größten. Nach seinem Weggang in die Schweiz nach dem Aufstieg in die Verbandsliga haben wir ihm die Chance gegeben, wieder zu uns zurückzukehren. Wir haben ihm geholfen, und nun so etwas.“

In Rheinfelden ist man natürlich sehr erfreut über die prominenten Zuzüge. „Wir sind sehr glücklich darüber, frühzeitig die Weichen für unseren Kader gestellt zu haben, der durch die Neuzugänge enorm erweitert und qualitativ verstärkt wird“, lässt der Verein in einer Pressemitteilung wissen. Aktiv-Beisitzer Julian Jäger und der derzeitige Sportliche Leiter Dennis Carmlini hätten zielorientierte Gespräche mit den Spielern geführt und sie von einem langfristigen Engagement beim FSV Rheinfelden überzeugen können.

Das Problem ist nur: Wenn der SVW keine Freigabe erteilt, können Korkmaz & Co. nicht mithelfen, wenn es beim Re-Start im Frühjahr gegen den Abstieg geht. Rheinfelden rangiert in der Landesliga, Staffel 2, nach neun Partien auf dem letzten Tabellenplatz. Der Abstand an das rettende Ufer beträgt sechs Zähler, gerade einmal ein Erfolg und ein Remis schlagen zu Buche.

Ein Quartett kann gleich weiterhelfen

Neben dem Trio konnte der FSV jedoch auch Zuzüge an Land ziehen, die sofort mithelfen könnten, sollte es denn demnächst weitergehen. Es sind dies: Anthony Secreto vom SpVgg Wehr, Mucahit Boru und Kadir Zozik (beide TIG Rheinfelden) sowie Albert Gashi vom FC Rheinfelden/CH.

„Die Spieler sollen dem Verein dabei helfen, den Klassenerhalt in der Landesliga zu schaffen und nachhaltig die Vereinsentwicklung im Hinblick auf unsere neue Heimstätte in Warmbach mitzugestalten“, heißt es weiter.

Generell werde sich der FSV Rheinfelden in den kommenden Wochen „innovativ in weiteren Bereichen neu aufstellen“, schreibt der Verein, der darüber zu gegebener Zeit informieren wird.

Beim Verbandsliga-Vertreter SV Weil derweil will man die Lücken mit dem vorhandenen Personal schließen. Winterwechsel seien nicht geplant. „Wir probieren das mit unseren eigenen Spielern zu kompensieren“, sagt Knab. Coach Andreas Schepperle & Co. seien top-motiviert. Derzeit rangiert der Nonnenholz-Klub mit 15 Zählern (vier Siege, drei Remis, zwei Niederlagen) auf Tabellenplatz sieben.

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