Fußball Ohne Groll: „Ich habe alles versucht“

Die Oberbadische, 05.09.2017 23:49 Uhr

Von Mirko Bähr

„Nein, ich bin nicht enttäuscht. Ich habe alles versucht und bin mit mir selber im Reinen“, sagt Ridje Sprich. Der in Lörrach aufgewachsene Fußballer hat seinen Profitraum aufgegeben und ist in seine Heimat zurückgekehrt. Der Mittelstürmer geht künftig für den FC Black Stars Basel (1. Liga) auf Torejagd.

Lörrach. Seine Zelte beim Oberligisten Karlsruher SC II hat der wieselflinke Angreifer nach drei Partien in dieser Saison abgebrochen. „Ich habe lange drüber nachgedacht. Aber für mich hat es keinen Sinn mehr gemacht, in Karlsruhe zu bleiben“, ist der Lörracher mit Geburtsort Yaoundé (Kamerun) ehrlich.

So seien nun immer wieder Spieler aus dem Profikader bei den Oberligapartien auf dem Rasen gestanden. „Ich konnte in der Woche trainieren, wie ich wollte, aber es hätte nichts gebracht, weil die Profis eben spielen müssen.“ Da die Black Stars schon seit Jahren Kontakt zum Ex-Kicker des SV Weil hatten und der Verein nun auch bei der Jobsuche helfen werde, sei er zu diesem Entschluss gekommen. „Es ist wohl besser, etwas Neues zu starten, gerade auch mit Blick auf die Zukunft.“

Warum der 24 Jahre alte Kicker beim KSC den Sprung zu den Profis nicht geschafft hat, das weiß er selbst nicht so genau. „Ich habe gegen Ende der vergangenen Saison ’mal mit den Profis mittrainieren dürfen, mehr aber auch nicht.“ Sprich machte das, für was er bekannt ist: Tore schießen nämlich. Elfmal traf er ins Schwarze und hatte am Ende der Saison auch die meisten Scorer-Punkte auf dem Konto. „Obwohl da auch immer wieder Profis gekommen sind.“

Sprich ist in seinen jungen Jahren viel herumgekommen. Bis zum Juli 2011 kickte er beim FC Basel, ehe sich der Deutsch-Kameruner der U19 von der SpVgg Unterhaching anschloss. Weiter ging es zum Schweizer Erstligisten FC Schötz, um dann drei Jahre beim SV Weil sein Können zu präsentierten. Sprich zog es weiter zum SV Waldkirch, dann zum Freiburger FC, bevor er beim Karlsruher SC anheuerte. „Wäre ich erst 18, wäre ich vermutlich jetzt noch geblieben“, sagt Sprich.

Ein Wechsel zu einem anderen Oberligisten zerschlug sich ebenfalls. „Der KSC wollte mich nicht an einen direkten Konkurrenten abgeben.“ Und so landete der 24-Jährige wieder in der Heimat. Jetzt heißt es: „So schnell wie möglich einen Job finden.“ Am liebsten im kaufmännischen Bereich. Der Angreifer hat schließlich eine Ausbildung als Bürokaufmann absolviert. „Es muss aber nicht direkt Bürokaufmann sein. Ich bin da ziemlich offen“, sagt er und freut sich auf die Zukunft in seiner alten Heimat.

 
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