Fußball Pause wegen Corona: Richtig oder übertrieben?

Nun rollt auch der Fußball nicht mehr: Der Spielbetrieb im Amateurfußball ruht. Das hat gestern der Südbadische Fußballverband (SBFV) bekanntgegeben. Diese Maßnahme gilt zunächst einmal bis zum 31. März. Das betrifft alle Spiel- und Altersklassen von der Verbandsliga abwärts.

Lörrach. Das Coronavirus hat die hiesige Region erreicht. Gestern Morgen fasste der SBFV diesen Entschluss. Darüber hinaus wird den Vereinen empfohlen, den Trainingsbetrieb ruhen zu lassen. Ist das der richtige Weg? Die Meinungen von Verantwortlichen im Bezirk Hochrhein gehen auseinander. Unser Mitarbeiter Fabian Schreiner hat sich umgehört.

Dennis Weiss, Trainer des TuS Efringen-Kirchen: „In der aktuellen Lage ist eine Pause leider der einzige logische und konsequente Schritt. Ich bin auch davon überzeugt, dass es wenig bis gar nichts bringt, einzelne Spiele stattfinden zu lassen und andere aufgrund von Verdachtsfällen abzusagen. Ich hoffe, dass dieser Zustand nicht lange anhalten muss und wir unseren Sport wieder sorgenfrei betreiben und in geselliger Runde beiwohnen können.“

Lucas Eschbach, Spieler des SV Herten: „Ich kann die Absagen nicht verstehen. Das Training findet wie gehabt statt, wir gehen tagtäglich arbeiten und sind in unserem Leben ständig mit Mitmenschen in Kontakt. Die Menschenmenge, wie sie es in unseren Spielklassen gibt, ist weniger problematisch, als wenn ich durch die Lörracher Innenstadt laufe. Probleme, die durch die Absagen entstehen, wie zum Beispiel das Terminieren der Nachholspiele, sind ebenfalls nicht außer Acht zu lassen. Denn es gibt sicherlich angenehmere Feierabende, als von Jestetten nach Lörrach zu fahren.“

Tiziano Di Domenico , Trainer des FC Wittlingen: „Unter der Woche wurden noch in der Champions League Spiele mit über 50 000 Zuschauern durchgeführt. Ich weiß nicht, ob dann eine Freiluftveranstaltung mit 200 Leuten abgesagt werden muss. Wenn 20 Menschen in einem Raum sitzen oder man im Supermarkt einkaufen geht, ist es wahrscheinlich gefährlicher, sich anzustecken als an der frischen Luft. Nichtsdestotrotz müssen wir die Entscheidung respektieren.“

Oguz Dogan , Coach des FC Steinen-Höllstein: „Für mich geht die Gesundheit aller vor. Mir ist es lieber, wir machen mal zwei Wochen Pause und holen die Spiele nach, als dass wir einzelne Personen oder ganze Gruppen in Gefahr bringen. Wenn man die Spiele schon absagt, dann richtig und nicht nur dieses Wochenende, sondern etwas länger.“

Guido Perrone, Spielertrainer des FC Huttingen: „Ich hätte den Spielbetrieb weiterlaufen gelassen. Sobald ein Fall in der Mannschaft bekannt ist, muss er zur Sicherheit gemeldet werden. Auch im Training kann man sich anstecken. Was sollen dann die Leute machen, die im Einzelhandel tätig sind? Entweder es wird von der Bundesliga bis zur Kreisliga C alles abgesagt oder wir spielen eben ohne Zuschauer.“

Faik Zikolli, Trainer des FC Schönau: „Meines Erachtens ist die Pause die richtige Entscheidung. Andere Sportarten und Verbände haben das auch schon veranlasst. Das oberste Gut ist schließlich die Gesundheit.“

Karl-Frieder Sütterlin, Übungsleiter des TuS Binzen: „In der Champions League war es unter der Woche schon etwas schizophren, wenn die Stadien zwar leer sind, draußen dafür 5000 Fans auf engstem Raum abgehen. Es ist natürlich völlig richtig, sensibel zu sein, denn die Gesundheit der Menschen steht über allem. Eine Pause sollte es jetzt auch im Profibereich geben.“

Aufgeregte Zeiten erfordern seriöse und umfassende Informationen und deren Einordnung! Jetzt HIER anfordern.

  • Bewertung
    1

Umfrage

npwi_wb_arbeitsplatz_161113.jpg

Die Diskussion um ein Ausstiegsszenario aus dem Lockdown wird immer lauter. Insbesondere die Wirtschaft will bald wieder zur Normalität zurückkehren. Rechnen Sie mit mit einer baldigen Besserung der wirtschaftlichen Lage nach der Pandemie?

Ergebnis anzeigen
loading