Fußball Qualität und Kompetenz im Spiel

Schiedsrichter Jonas Brombacher (hier mit Janik Haberer vom SC Freiburg) assistiert nun in der 3. Bundesliga. Foto: Grant Hubbs

Wehr - Zwei Regionalliga-Schiedsrichter stellt Südbaden, beide Referees kommen vom Hochrhein. Insgesamt 17 Unparteiische aus dem hiesigen Bezirk sind überbezirklich vertreten. Und nicht zuletzt stellte man auch die Pfeifenmänner, die in der Verbands- und Landesliga die besten Noten erhielten. Kurzum: Was die Qualität der Schiris hier in der Region betrifft, braucht sich der Hochrhein nun wahrlich nicht zu verstecken.

Wie ist das Auftreten im Allgemeinen? Wie ist die Körpersprache? Hat der Schiri die Regeln parat? Wie entscheidet er in Stresssituationen? Wie ist die Kommunikation mit den Beteiligten? Solche und viele weitere Punkte gilt es für die Unparteiischen zu beachten, wenn sie bei ihrem Einsatz von der Tribüne aus genauestens beobachtet werden.

Ein geschulter Kiebitz macht sich Notizen und vergibt im Anschluss eine Note. Diese Beurteilungen ergeben am Ende eine Rangliste. Im erfreulichsten Fall führt die Platzierung dann zum Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse. Im schlimmsten Fall geht es wieder eine Etage tiefer.

Hervorragend, anders kann man es gar nicht ausdrücken, hat Jonas Brombacher sein allererstes Jahr in der Regionalliga hinter sich gebracht. Unter 30 Referees schlug Platz elf zu Buche. Er war mit seinen 20 Lenzen der jüngste Schiri und nur einer von dreien, die zehn Partien leiten durften.

Seinen Mann stand das Talent zudem in der A- und B-Junioren-Bundesliga. „Auch hier agierte er souverän“, freute sich Vater Ralf. Die Belohnung folgte auf dem Fuß: Brombacher Junior wird in der kommenden Runde in der 3. Bundesliga als Schiri-Assistent eingesetzt.

Was Luigi Satriano (Zell) da in den vergangenen Monaten auf den Rasen zauberte, war aller Ehren wert. Im September 2018 war er noch am Boden zerstört, hatte er sich doch bei einem Kadertraining zum dritten Mal den Mittelfuß gebrochen. Satriano stand wieder auf, stieg am 23. März in die Rückrunde ein und absolvierte in der Oberliga sieben Beobachtungen in sieben Wochen.

Satriano belohnt sich für seinen großen Einsatz

Nur so hatte er noch überhaupt die Chance, in die Wertung zu kommen. Der Zeller schaffte es innerhalb von einer Woche sogar auf drei Beobachtungen. „Der Lohn ist gigantisch“, freute sich Brombacher. „Luigi steigt in die Regionalliga auf. Wahnsinn.“

Ganz vorne in der Oberliga mischte auch der frisch gebackene Bezirkschef Hafes Gerspacher mit. Bis zur letzten Beobachtung hatte er die Chance, nach oben zu klettern, am Ende musste er sich mit dem siebten Rang begnügen. „Er beweist mittlerweile jede Saison, dass er ein Top-Mann in dieser Liga ist“, lobte Brombacher.

Gerspacher und Satriano waren zudem als Assistenten in der vierthöchsten Klasse unterwegs. Und dort kam es auch zu einem historischen Ereignis. Zumindest für die hiesige Schiri-Vereinigung. Denn: Zum ersten Mal überhaupt wurde in der Regionalliga ein Gespann eingesetzt, das ausschließlich mit Unparteiischen vom Hochrhein bestückt war. In der Besetzung Brombacher, Gerspacher und Satriano ging die Partie zwischen dem VfB Stuttgart II und dem 1. FC Saarbrücken über die Bühne.

„Er hat das Abo“, schmunzelte Brombacher und blickte zu Steffen Fante (Liel-Niedereggenen). Der holte sich einmal mehr die Bestmarke in der Verbandsliga. Nach oben geht es aufgrund der Altersbeschränkung aber nicht für den Spitzenmann vom Hochrhein. Platz fünf verbuchte Ramon Leisinger (Olten/CH). „Er gehört ebenfalls zu den Spitzenleuten“, meinte Brombacher und attestierte zudem Simon Wolf (Rheinfelden) mit seinem zehnten Rang eine „gute Runde.“ Knapp über dem Strich landete Stefan Mera-Linz in seiner ersten Verbandsligasaison. Platz 19 reichte gerade noch so zum Ligaerhalt. „Die Verbandsliga ist ein enormer Schritt für unsere jungen Schiris“, meinte Brombacher, der die freudige Nachricht parat hatte, dass der junge Schopfheimer ab sofort in der B-Junioren-Bundesliga als Schiri aktiv sein darf.

Natale in der Landesliga das Maß aller Dinge

„Sieben Landesliga-Männer vom Hochrhein unter den ersten 17. Auch dieses Ergebnis ist der Hammer. Ihr macht einen großartigen Job“, lobte Brombacher. Platz eins heimste Francesco Natale (Schallbach) ein. Aus Altersgründen kann dieser allerdings nicht aufsteigen. Natale sei ein „großartiger Schiri“ , hat nun jedoch seinen Rücktritt von der Verbandsliste erklärt. Neun Jahre lange leitete Natale Spiele in der Verbands- und Landesliga.

Platz sechs, der den Aufstieg ins Verbandsoberhaus mit sich bringt, holte sich Matthias Heilig (Erzingen). Zudem wird er nun als Assistent in der A-Junioren-Bundesliga eingesetzt. „Es war abzusehen, dass er einen Schritt macht.“ Eine „reife Leistung“, attestierte Brombacher Lukas Gäng (Erzingen), der in seinem ersten Jahr gleich Neunter wurde. Ebenfalls Platz neun war das Ergebnis von Gaspare Lombardo (Rheinfelden), der einen starken Endspurt absolvierte. Platz 17 und damit ohne Probleme den Klassenerhalt gesichert haben sich Remigiusz Baran (Weil am Rhein), Marco Brendle (Freiburg) und Dominik Homberger (Rheinfelden). Gerade noch so über dem Strich lagen auf Rang 39 Timo Bugglin (Weil am Rhein) und Mirco Radtke (Maulburg). Nicht gereicht hat es für Nico Martorana (Zell).

In der kommenden Runde stellt der Bezirk mit erneut 17 Schiris den zweitstärksten Bezirk nach Freiburg in Südbaden. „Darauf können wir stolz sein. Unsere Schiedsrichter zeichnen sich durch Qualität und Kompetenz aus“, erklärte Brombacher.

Neu in der Landesliga werden künftig die beiden Spitzenreiter der Bezirksliga pfeifen: Riccardo Lombardo (Bad Säckingen) als Erster der Rangliste und Timo Stürzl (Tiengen), der als Zweiter die Saison beendete.

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