Fußball Rheinfelden wie Phönix aus der Asche

von Michael Hundt

Freud und Leid liegen nach der Hinrunde in der Landesliga eng beieinander. Von der Tabellenspitze grüßt der FSV Rheinfelden, im Mittelfeld ruht sich der SV 08 Laufenburg aus, im Tabellenkeller hoffen der VfR Bad Bellingen und der FC Wittlingen auf bessere Zeiten.

von Michael Hundt

FSV Rheinfelden

Mehr als zufrieden konnte Cheftrainer Michael Gottschling in den vorzeitigen Weihnachtsurlaub gehen. Mit zwölf Siegen, vier Unentschieden und sechs Punkten Vorsprung rangiert der FSV Rheinfelden fast schon unangefochten auf dem ersten Tabellenplatz. „Wir sind die gesamte Hinrunde ungeschlagen geblieben. Das war so nicht unbedingt zu erwarten“, freut sich Gottschling über den durchaus überraschenden Saisonverlauf.

In den vergangenen Jahren galten die Rheinfeldener eher als Abstiegskandidat denn als Meisterschaftsaspirant. Unter dem Trainerduo Werner Gottschling und Peter Johann trat aber in dieser Saison die sportliche Kehrtwende am Hochrhein ein. Binnen weniger Wochen formten Gottschling und Johann in der Saisonvorbereitung eine schlagkräftige Truppe, die gemeinsam durch dick und dünn geht.

„Respekt an meine Spieler. Auch in Spielen, die mal zu kippen drohten, haben wir immer wieder eine Antwort gewusst“, lobt Gottschling vor allem die mentale Stärke seiner Mannschaft. „Selbst wenn die Vorbereitung zu einem Spiel mal nicht ganz so ideal war, hat sich die Mannschaft nie beirren lassen und den Fokus wieder auf das Spiel bekommen“, lobt Gottschling sein Team.

Spieler und Trainerstab mussten sich in der Vorbereitung auf die neue Saison erst einmal kennenlernen. Wie es scheint, haben Gottschling und Johann von Beginn an die richtigen Stellschrauben gefunden und diese entsprechend justiert, auch wenn es nach Angaben von Gottschling zunächst gar nicht danach aussah. „Wir haben eine Vorbereitung gehabt, wo jeder gedacht hat, dass es in die falsche Richtung geht. Doch dann hat es irgendwann mal klick gemacht.“

Die Qualität im Kader stimmt, Ausfälle können das Duo Gottschling/Johann bisher immer gut kompensieren. Wenn die beiden Trainer ähnlich vernünftig und besonnen agieren, dürfte dem FSV der erste Tabellenplatz nur schwer streitig zu machen sein.

VfR Bad Bellingen

Angesichts des Umstandes, dass der VfR Bad Bellingen beim Abbruch der Saison 2020/21 auf dem vierten Tabellenplatz stand, waren die Hoffnungen auf einen ähnlich guten Saisonverlauf entsprechend groß. Doch nach 16 Partien ist Ernüchterung am Rhein eingekehrt. Denn vor der vorzeitigen Winterpause stehen die Bellinger nur auf dem drittletzten Tabellenplatz. Immerhin gab es im Kellerderby am letzten regulär ausgetragenen Spieltag noch einen 3:2-Auswärtssieg beim FC Wittlingen. „Der Sieg war enorm wichtig für uns, sonst wären wir jetzt vermutlich Tabellenletzter“, sagte Bellingens Cheftrainer Yannik Domagala rückblickend auf diese Partie. „Generell haben wir aber einfach zu wenig Punkte geholt.“

Sportlich haben die Anhänger des VfR durchaus viele anspruchsvolle Spiele in der Hinrunde zu sehen kommen. Allerdings fehlte es am Ende hier und da am notwendigen Quäntchen Glück. „Die Mannschaft hat sich fußballerisch und auch taktisch enorm weiterentwickelt.“ Schade nur, dass diese Weiterentwicklung nicht in Tore und Punkte umgesetzt wurde.

Die größte Schwäche auf Seiten des VfR waren die Standardsituationen gegen die Mannschaft. „Wir haben aus Standards gegen uns 16 Tore kassiert.“ Diese Gegentreffer waren des Öfteren auch das Resultat der zweiten Achillesferse: Im Umschaltspiel haben die Bellinger zu oft den Ball verloren und konnten die Gegner dann meist nur mit Regelwidrigkeiten stoppen. Defensiv muss und will die Mannschaft in der Rückrunde wesentlich besser stehen und agieren.

Geschuldet waren die Mängel im Defensivbereich aber auch dem Verletzungspech in der Vorbereitung auf die neue Saison. So verlor Domagala gleich drei wichtige Spieler – darunter zwei Innenverteidiger – mit zum Teil langwierigen Verletzungen. „Da ging uns gleich zu Beginn eine gewisse Stabilität verloren“, erläutert Domagala die Auswirkungen der Verletzungsmisere. Allerdings konnten auch einige jüngere Spieler durch die Ausfälle auf sich aufmerksam machen und sich in die Mannschaft spielen. „Adrian Mouttet oder Aaron Sütterlin sind da stellvertretend hervorzuheben“, lobt Domagala seine Youngster. Auch wenn das Team derzeit sportlich nicht von Erfolg verwöhnt ist, so sieht Domagala durchaus auch positive Aspekte im bisherigen Saisonverlauf. „Die Spiele haben viel gebracht, um zu lernen. Wir mussten hier und da auch mal improvisieren. Aber das ist kein Problem.“ Für die Rückrunde ist der VfR-Trainer durchaus optimistisch.

FC Wittlingen

Dass es für den FC Wittlingen in dieser Saison kein leichtes Unterfangen sein wird, war den Beteiligten schon vor dem Saisonbeginn klar. Dass zur Winterpause aber nur neun Punkte zu Buche stehen würden, hat man bei den Kandertälern auch nicht in den schlimmsten Träumen erwartet.

Seit dem zehnten Spieltag steht die mittlerweile von Fabio Muto trainierte Mannschaft auf dem letzten Tabellenplatz. Eine wirkliche Kehrtwende hat der Trainerwechsel allerdings bisher nicht gebracht. Die Bilanz des 32 Jahre alten Fußballlehrers ist aber nicht besser als die seines Vorgängers. Vier Punkte konnte Muto erst holen, Di Domenico brachte es auf fünf Zähler. Entsprechend nüchtern und nachdenklich fällt daher auch das Fazit von Muto aus. „Es war ein turbulentes und auch kräftezehrendes Jahr. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt“, beschreibt Muto seine Berg- und Talfahrt.

Vor Weihnachten haben die Verantwortlichen in Wittlingen noch an ein paar Stellschrauben gedreht: Mit Angelo Cascio wurde Muto ein neuer Co-Trainer zur Seite gestellt. Zudem erfährt das Mittelfeld durch Lamin Colley eine Verstärkung.

Zwischen 2016 und 2021 waren die Wittlinger durchaus erfolgsverwöhnt. Doch nach dem Aufstieg in die Landesliga war es mit der Erfolgswelle vorbei. Trauriger Höhepunkt war dann die 1:5-Niederlage gegen den VfR Hausen.

Der damalige Cheftrainer Tiziano Di Domenico trat anschließend von seinem Amt zurück und überließ Fabio Muto das Ruder. „Der Wechsel an sich war schon geplant. Dass er aber so schnell kommen würde, damit habe ich nicht unbedingt gerechnet“, beschreibt Muto die Situation um den Wechsel auf der Brücke.

Die Runde hätte Muto gerne als spielender Co-Trainer beendet. Doch es kam anders. Nun versucht Muto, das Beste aus der derzeitigen Situation zu machen und setzt darauf, dass in der Rückrunde der Knoten endlich platzt.

SV 08 Laufenburg

Nach der Hinrunde belegen die Laufenburger mit dem achten Rang einen Platz im Mittelfeld der Liga. Doch der Abstand zur Abstiegszone beträgt gerade einmal sechs Punkte. Nach einem Zwischentief mit fünf Niederlagen in Folge haben sich die Laufenburger mit einem Unentschieden gegen Rheinfelden sowie einem Heimsieg gegen Stegen mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause verabschiedet. „Es war wichtig, dass wir so Distanz nach hinten halten konnten“, sagt Cheftrainer Michael Wasmer. Der Start in die Liga war durchaus eine positive Überraschung. „Dass da dann mal ein Einbruch kommt, war uns durchaus bewusst.“

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