Fußball Spannung herrscht an der Spitze

Durchschlagskräftig: Mikail Alici (M.) und der TuS Stetten wollen die Konkurrenz (hier Hannes Kraft, links, und Lukas Kasimir vom TuS Kleines Wiesental) hinter sich lassen.Foto: Mirko Bähr Foto: Die Oberbadische

Das ist keine Überraschung: Das Feld in der Kreisliga A-West ist sehr ausgeglichen. Zahlreiche Mannschaften spielen in dieser Saison um den Titel. Sogar der Tabellendreizehnte darf sich nach dem zehnten Spieltag noch Hoffnungen auf den Aufstieg machen.

Von Fabian Schreiner

Lörrach. Nach dem enttäuschenden siebten Platz in der Vorsaison läuft es beim TuS Lörrach-Stetten heuer wieder besser – und das, obwohl die Vorbereitung alles andere als normal verlief. Da der Sportplatz saniert wurde, durfte die Mannschaft in den ersten Wochen nicht auf dem Platz trainieren.

Stattdessen standen zahlreiche Laufeinheiten an. Doch die Spieler haben nicht gemeckert und die Situation angenommen. Der Erfolg gab dem TuS anschließend Recht. Nach der Auftaktniederlage in Binzen folgten sechs Siege am Stück. Vor dem Unterbruch lief es dann aber nicht mehr optimal. Stetten spielte dreimal Remis. „Solche Phasen gibt es im Fußball. Schade, dass jetzt wieder die Pause dazwischen gekommen ist. Die nächsten Duelle wären interessant geworden. Da hätte man gesehen, wohin die Reise geht“, lässt Sportchef Sascha Müller wissen.

Ein großer Kader steht dem TuS zur Verfügung

Stetten vollzog im Sommer einen Umbruch. Neue Spieler kamen. Der TuS hat quantitativ und qualitativ einen guten Kader beisammen. „Wenn die Saison wieder aufgenommen wird, kommt es darauf, an wie wir aus den Startlöchern kommen. Ich denke, dass uns unser großer Kader da helfen wird“, betont Müller, der sich jedoch auf die Suche nach einem neuen Trainer machen muss. Marc Jilg ist aus privaten Gründen zurückgetreten (siehe auch Info-Kasten).

Hinter Stetten folgen gleich drei Mannschaften mit nur einem Zähler Rückstand. Die Sportfreunde Schliengen, der SV Schopfheim und der TuS Binzen haben sich durch stabile Ergebnisse diese Platzierungen verdient. Schliengen überzeugt vor allem spielerisch. Die Offensive der Schöpflin-Elf ist brandgefährlich. Etwas überraschend steht Schopfheim soweit vorne. Im September trennte sich der Verein erst von Trainer Daniel Schulz. Interimsweise haben Hanspeter Osswald und Burak Asik das Zepter übernommen. Es ist nicht auszuschließen, dass die beiden auch nach dem Unterbruch die Leitung inne haben. Im zweiten Jahr nach dem Aufstieg hat sich der TuS Binzen in der Kreisliga A etabliert. Die Mannschaft von Coach Karl-Frieder Sütterlin besticht durch eine starke Defensive, die von Kapitän David Bosek zusammengehalten wird, wenngleich Bosek zuletzt auch im Angriff für Gefahr sorgte.

„Für mich sind Stetten, Schliengen und das Kleine Wiesental die Titelkandidaten“, informiert der Binzener Übungsleiter. Jene Kleinwiesentäler haben sich nach schwachem Saisonbeginn gefangen. Vor dem Unterbruch starteten die Schützlinge von Trainer Joachim Boos eine Serie. Vier Siege verbuchte der TuS in beeindruckender Manier. Allen voran Patrick Hafensteiner wusste mit insgesamt zwölf Toren zu überzeugen. Hält die Boos-Elf dieses Niveau, ist in dieser Spielzeit der Sprung in die Bezirksliga durchaus möglich.

Aufsteiger FC Wittlingen II zählt ohne Frage zu den großen Überraschungen. Die Kandertäler verfügen über eine erfahrene Mannschaft. Platz sechs spricht für sich. Auch der SV Weil II hat sein Potenzial schon mehrmals unter Beweis gestellt. „Dennoch bin ich nicht wirklich zufrieden. Wir haben zu viele Punkte unnötig hergeschenkt“, hadert Spielertrainer Marco Kern.

Die Weiler sind immer in der Lage, Tore zu erzielen, aber defensiv muss sich die Verbandsliga-Reserve steigern, wenn sie ganz vorne angreifen will. „Wir hatten den Aufstieg ja nie als Ziel vorgegeben, aber wir wollen die anderen Teams, die sich Chancen auf den Aufstieg machen, ärgern. Wenn wir am Ende dennoch aufsteigen, würde natürlich auch keiner nein sagen.“

Eine eher durchwachsene Runde spielt bislang der FC Huttingen. Zu instabil sind die Leistungen der Rebländer. Das Team um Guido Perrone und Fabian Kluge wird sich im Tabellenmittelfeld einreihen. Mehr erhofft hat sich der FC Steinen-Höllstein, der den Aufstieg aber noch nicht abgehakt hat.

Nach der langen Pause nicht in Tritt gekommen

Er muss aber genau wie der FC Hauingen eine Serie starten, wenn es noch mit einem Platz ganz vorne klappen soll. Die Hauinger haben nach der langen Pause im Frühjahr nie richtig zurück in ihren Rhythmus gefunden. „Defensiv waren wir längst nicht mehr so stabil“, ist Trainer Mick Fahr ehrlich. „Das hat uns bisher auch folgerichtig fünf, sechs Punkte gekostet.“

Nichtsdestotrotz sollte der FC Hauingen noch nicht gänzlich abgeschrieben werden, denn er hat auch zwei Spiele weniger als Primus TuS Lörrach-Stetten ausgetragen. Zudem steht das direkte Duell noch auf dem Programm. „Wir müssen aber erst einmal unsere Defizite beheben.“

Paukenschlag beim TuS Lörrach-Stetten: Marc Jilg ist nicht mehr Trainer beim A-Ligisten. Der 30-Jährige hat sein Amt niedergelegt. „Wie unwichtig Fußball sein kann, merkt man in der momentanen Situation“, teilt Jilg mit. „Aufgrund der Pandemie möchte ich voll und ganz für meine Familie da sein und werde von meinem Amt zurücktreten. Dem Verein wünsche ich für die Zukunft viel Erfolg und alles Gute“.

Jilg war erst im Sommer zum TuS gekommen. Zuvor stand er drei Jahre beim FSV Rheinfelden an der Seitenlinie. „Marcs Entscheidung kam schon überraschend, aber ich kann sie nachvollziehen“, informiert Sportchef Sascha Müller.

Wer Jilgs Nachfolger wird, ist noch ungewiss. Stetten führt die Tabelle mit 20 Punkten aus zehn Spielen an.

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