Fußball Starke Halbzeit reicht nicht

Mit Haken und Ösen: Bernhard Wunderlich (l.) vom FC Hausen im Zweikampf mit Timo Zepf (FV Degerfelden). Foto: Grant Hubbs Foto: Die Oberbadische

Wie ausgeglichen das Feld in der Kreisliga A-West in dieser Saison ist, hat auch der vierte Spieltag wieder einmal gezeigt. Sowohl in Hauingen als auch in Schliengen hatten es die letzten Minuten in sich. Den ersten Sieg feierte der FC Wittlingen II. Punktlos ist weiter der FC Hausen, der mal wieder zu spät aufgewacht ist.

Von Fabian Schreiner

Lörrach. Neuer Spitzenreiter ist der TuS Lörrach-Stetten. Der Titelfavorit hatte beim 6:0 gegen den SV Schopfheim keine Probleme (siehe nebenstehendes Interview).

Auch die Sportfreunde Schliengen kommen bereits auf neun Zähler. Die Mannschaft von Trainer Alex Schöpflin drehte gegen den SV Weil II ein 0:2 in ein 3:2. Dabei avancierte Tom Wihler zum Matchwinner.

Doch zunächst waren es die Weiler, die mehr vom Spiel hatten. Baris Sakat und Sandro Samardzic erzielten die Treffer für die Grenzstädter. „Im Gegensatz zum Spiel vor einer Woche in Huttingen haben wir uns nach dem Rückstand nicht aufgegeben. Da muss ich meinen Jungs ein Kompliment machen“, sagt Schöpflin. Nach einer Standardsituation erzielte Wihler den Anschluss.

Schliengen wollte noch mehr und kam drei Minuten vor dem Ende durch Florian Kessler zum Ausgleich. Doch damit nicht genug. In der dritten Minute der Nachspielzeit zeigte Schiedsrichter Tobias Steinke aus Lörrach schon zum zweiten Mal in dieser Partie auf den Punkt. Wihler schnappte sich den Ball und vollendete zum 3:2. „Ich hätte sowohl den Elfmeter für die Weiler als auch unseren nicht gepfiffen“, erklärt Schöpflin.

Mann des Tages war der erst 23-Jährige Wihler, der vor dem Spiel kurzerhand zum Innenverteidiger umfunktioniert wurde. „Er hat herausragend gespielt und dazu noch zwei Tore geschossen“, lobt Schöpflin.

Roberto Catania rettete dem FC Hauingen mit seinem Tor in der Nachspielzeit noch ein 1:1-Unentschieden im Heimspiel gegen den FC Huttingen. Erst in der 88. Minute traf Gjemaili Gashi für die Gäste. „Wir haben zwei Punkte verschenkt, da wir die größere Anzahl an Torchancen zu verzeichnen hatten. Am Ende müssen wir aber mit dem Punkt zufrieden sein“, lässt Hauingens Trainer Mick Fahr wissen.

Kurz nach dem Gegentor hatte Hauingen Glück, dass der Unparteiische Deniz Baki nicht auf Strafstoß und Platzverweis entschied. Was war passiert? Nach einem Konter wurde Spielertrainer Guido Perrone von Hauingens Abwehrmann Janis Mikulcic zu Fall gebracht. Doch anstatt die Szene mit einer Notbremse zu ahnden, lief die Partie weiter.

Einen großen Sprung in der Tabelle hat der FV Degerfelden gemacht. Die Kicker von Spielertrainer Patrick Streule behielten nach dem Heimsieg gegen Wehr-Brennet II nun auch beim FC Hausen mit 3:1 die Oberhand. Nach knapp 20 Minuten führte der Gast mit 2:0. Beide Tore erzielte Streule.

FCH ist die ersten 30 Minuten im Tiefschlaf

„Wir haben in der ersten halben Stunde geschlafen und Degerfelden zum Toreschießen eingeladen“, hadert Hausens Trainer Atilla Ürgen. Erst nach der Pause steigerten sich die Wiesentäler. Marco Fritzsche brachte mit dem 1:2 die Seinen wieder heran. Nun machte Hausen viel Druck, schuf sich Chance um Chance, doch selbst aus kürzester Distanz fand der Ball nicht den Weg ins Tor. Für die Entscheidung sorgte letztlich Sven Laurisch in der Schlussminute.

„Wir haben jetzt mit dieser jungen Truppe schon sechs Zähler eingefahren. Die kann uns keiner mehr nehmen“, freut sich Streule, während sein Gegenüber Ürgen mit den FCH weiter auf die ersten Punkte wartet. „Wir waren zwar in keinem Spiel schlechter, aber es reicht eben nicht, nur eine Halbzeit stark zu spielen.“

Über den zweiten Saisonsieg durfte sich der FSV Rheinfelden II freuen. Der Aufsteiger gewann zuhause auf der heimischen Richterwiese gegen den SV Todtnau mit 1:0. Das einzige Tor des Tages erzielte Luis Grether. „Es war das erwartet schwere Spiel“, quittiert FSV-Spielertrainer Sascha Rueb. „Wir hätten die Partie am Ende auch verlieren können. Da haben wir nicht gut verteidigt. Aber letztlich haben wir die drei Punkte und das ist das Wichtigste.“

Die ersten Punkte hat jetzt auch die Reserve des FC Wittlingen eingefahren. Die Elf von Coach Sebastian Räpple hat sich beim FC Steinen-Höllstein mit 3:1 durchgesetzt. „Das war wirklich unterirdisch. Ich habe mich an der Seitenlinie lange nicht mehr so schlecht gefühlt“, nimmt Steinens Übungsleiter Oguz Dogan kein Blatt vor den Mund. „Teilweise haben wir nicht einmal einen Pass über fünf Meter zu unserem Mitspieler gebracht. Nicht ein Angriff wurde sauber zu Ende gespielt. Da hat gar nichts gepasst.“

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